Neubau
- Europäischer Holzbaukongress
S, M, L – Vom Mehrfamilienhaus bis zum Quartier: Holzbau als Chance für bezahlbares Wohnen
Bezahlbarer Wohnraum, steigende Baukosten und die Anforderungen an den Klimaschutz stellen die Wohnungswirtschaft vor große Herausforderungen. Dabei geht es nicht nur um die großen Städte und Ballungsräume. Auch in ländlich geprägten Regionen und am Rand urbaner Zentren besteht Bedarf an zeitgemäßem, bezahlbarem Wohnraum. Gefragt sind Lösungen, die sich an unterschiedliche Standorte und Bedarfe anpassen lassen und zugleich wirtschaftlich und nachhaltig umsetzbar sind. Das Panel „S, M, L – Wohnungsbau in allen Größen“ beim 19. Europäischen Kongress des Forums Holzbau (EBH) in Köln zeigte anhand von drei Praxisbeispielen, welche Möglichkeiten der Holzbau hierfür bietet. Vom kompakten Mehrfamilienhaus bis hin zur Entwicklung eines ganzen Quartiers wurde deutlich, dass serielle Baukonzepte in Holz auch jenseits der urbanen Zentren tragfähige Lösungen für die Wohnraumversorgung bieten.
- Statistik
Baumaterialien verteuern sich enorm
Die Sperrung der Straße von Hormus führt zu einer starken Verteuerung von Baumaterialien. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sind insbesondere im Mai 2026 zahlreiche Baustoffe im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich teurer geworden. Nach Angaben der Behörde zeigen sich die stärksten Preissteigerungen vor allem bei solchen Materialien, deren Herstellung besonders energieintensiv ist oder die auf Erdöl basieren. So verteuerte sich Bitumen – ein wichtiger Baustoff etwa für die Abdichtung von Gebäuden – im Mai 2026 um 31,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch andere energieintensive Produkte legten deutlich zu. Flachglas, das unter anderem für Fenster und Fassaden verwendet wird, verteuerte sich um 15,4 Prozent. Diese Entwicklung unterstreicht die besondere Bedeutung von Energie- und Rohstoffkosten für die Preisentwicklung im Bausektor. Neben energieintensiven Materialien waren auch Holzprodukte erheblich teurer als ein Jahr zuvor.
- Baugesetze
Wohnungsbau soll "überragendes öffentliches Interesse" werden
Bie Bundesregierung hat Ende Mai 2026 den Entwurf eines „Gesetzes zur Modernisierung des Städtebau- und Raumordnungsrechts (Baugesetzbuch-Upgrade)“ beschlossen. Bauleitplanverfahren sollen vereinfacht, der Wohnungsbau zum überragenden öffentlichen Interesse erklärt und Kommunen mehr Handlungsmacht im Umgang mit Schrottimmobilien gegeben werden. Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft begüßt die Änderungen im Grundsatz, fürchtet aber nur eine begrenzte Wirkung der Reform. Laut Bundesbauministerium soll bei Bebauungsplänen in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt Wohnbauland ausweisen ein "überragendes öffentliches Interesse" gelten. Dadurch hat der Wohnungsbau in diesen Gebieten Priorität. Außerdem soll künftig die übergeordnete Raumplanung in Gebieten mit knappem Wohnraum auf einen Ausgleich zwischen städtischen und ländlicheren Gebieten hinwirken. Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen hatte eine solche Priorisierung des Wohnungsbaus gefordert und begrüßt die Änderung daher. Allerdings weist er darauf hin, dass die praktische Wirkung der neuen Regelung begrenzt bleiben könnte. Der vorgesehene Abwägungsvorrang gelte nur für künftige Planverfahren in angespannten Wohnungsmärkten. Vielfach gehe es aber um Bauanträge in Gebieten, für die es keinen Bebauungsplan gebe. Hier finde der Abwägungsvorrang keine Anwendung. Nach Einschätzung des GdW könnte der unmittelbare Anwendungsbereich des neuen Vorrangs lediglich einen vergleichsweise kleinen Teil der Wohnungsbauprojekte erfassen.
- Rheinland-Pfalz
Sven Teuber übernimmt neues Bauministerium Rheinland-Pfalz
Die neue Landesregierung unter CDU-Führung ist am 18. Mai 2026 in Rheinland-Pfalz vereidigt worden. Nach seiner Wahl durch den Landtag ernannte Ministerpräsident Gordon Schnieder zehn Ministerinnen und Minister, darunter den Trierer SPD-Politiker Sven Teuber zum Minister für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur. Das Ministerium wurde im Zuge der Regierungsbildung neu geschaffen. Für die Wohnungswirtschaft ist insbesondere von Bedeutung, dass die Bereiche "Kommunen" und "Bauen und Wohnen" nun in einem gemeinsamen Ministerium sitzen. Denn die Kommunen haben eine Schlüsselrolle innen, wenn bezahlbare Wohnungen enstehen sollen. Beispielsweise können sie beim Verkauf von Grundstücken darauf achten, dass nicht der Höchstbietende sondern derjenige mit dem besten Konzept für bezahlbares Wohnen den Zuschlag bekommt. Dass nun ein Minister für beide Bereiche zuständig ist, könnte die Abstimmung zwischen beiden Ressorts erleichtern.
- Statistik
Diese Kommunen haben 2025 in NRW die meisten Bauten genehmigt
Münster war 2025 die aktivste Kommune in NRW, was die Genehmigung von neuen Wohnungen betrifft. Die so genannte Baugenehmigungsquote, die aussagt wie viele Genehmigungen pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ausgesprochen werden, lag hier bei 56,9. Das geht aus einer Auswertung von IT.NRW hervor. Schlusslicht in dieser Statistik ist Bottrop mit einer Quote von 6,8. Auf Platz zwei in dem Ranking liegt der Kreis Steinfurt mit einer Quote von 49,8 und die Stadt Düsseldorf mit 48,6. Neben Bottrop schneiden Remscheid (7,1) und Hagen (7,8) schlecht in der Statistik ab. Insgesamt wurde im vergangenen Jahr in NRW der Bau von 44.905 Wohnungen genehmigt, ein Plus von 10,7 Prozent im Vergleich zu 2024. Dabei stieg die Zahl der genehmigten Wohnungen in neu errichteten Wohngebäuden mit drei und mehr Wohnungen um 4,8 % (+1.128 Wohnungen) auf 24.555 und bei Ein- und Zweifamilienhäusern um 16,6 % (+1.310 Wohnungen) auf 9.191 Wohnungen. Naturgemäß bilden diese Zahlen aber noch nicht die Auswirkungen des Irankriegs ab, er Ende Februar 2025 ausgebrochen ist. Es wird erwartet, dass in seiner Folge unter anderem die Preise für Baumaterialien steigen, was zu einem erneuten Rückgang der Bauprojekte führen könnte.
- Jahresbericht 2025/2026
Rückschlag statt Aufschwung
Statistische Daten hatten Anlass zur Hoffnung gegeben, dass die Wohnungsbaukrise ihren Tiefpunkt überschritten haben würde: Zwischen Sommer 2025 und Frühjahr 2026 stagnierten die Bauzinsen und die Preise für wesentliche Baumaterialien, die Baugenehmigungszahlen stiegen, wenn auch auf niedrigem Niveau. Für alle, die bezahlbares Wohnen ermöglichen wollen, waren das Lichtblicke. Denn mehr Wohnungen könnten den Anstieg der Mieten in den Großstädten dämpfen. Doch die Hoffnung währte nicht lange. Mit dem Beginn des Irankriegs Ende Februar 2026 zeichnet sich eine neue Teuerungswelle ab, die die Mitglieder des VdW Rheinland Westfalen im Sommer 2026 bereits spürten. Immerhin nahm nun auch die Politik den Kampf gegen die Baukosten auf und ging entsprechende Reformen an. 10,7 Prozent mehr Baugenehmigungen für Wohngebäude im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr vermeldete das Statistische Landesamt IT.NRW am 25. Februar 2026 für Nordrhein-Westfalen.
- Förderung
Wiederauflage der KfW-55-Förderung startet
Zum 16. Dezember 2025 hat die Bundesregierung die Förderung von Neubauten im KfW-55-Energiestandard kurzfristig wieder aufgelegt. Der bekanntgegebene Zinssatz liegt je nach Laufzeit zwischen 1,94 und 2,91 Prozen effektiver Jahreszins für den Endkreditnehmer. Mit der Reaktivierung der Förderung reagiert die Bundesregierung auf eine Forderung der sozial orientierten Wohnungswirtschaft, allerdings liegt der angebotene Zinssatz über den vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobliienunternehmen gefordeten ein Prozent. 800 Millionen Euro werden für die Förderung insgesamt zur Verfügung gestellt. Die Bundesregierung will damit Bauprojekte ermöglichen, die im KfW-55-Standard geplant und genehmigt wurden, 2022 aber aufgrund des kurzfristigen Förderstopps im KfW-55-Programm nicht mehr gebaut wurden. Da das KfW-55-Energie-Niveau inzwischen als Neubaustandard gilt, war eine Förderung ausgeschlossen. Voraussetzung für die Förderung nach dem aktuellen Programm ist die Nutzung von 100 Prozent erneuerbarer Energien.
- Europäischer Holzbaukongress
Holz macht Hoffnung für den Wohnungsbau
Lange galt der Holzbau, gerade von Mehrfamilienhäusern, als Spezialdisziplin. Inzwischen ist er zum Hoffnungsträger für den Wohnungsbau geworden. Das machte der 18. Europäischen Kongress „Effizientes Bauen mit Holz im urbanen Raum“ (EBH) Anfang Oktober 2025 in Köln klar. Gerade die sozial orientierte Wohnungswirtschaft setzt auf den ökologischen Baustoff, wie drei Praxisbeispiele von VdW-Mitgliedern zeigten. Mit ihrem zweiten Projekt zur seriellen Sanierung setzt die Wohnungsgenossenschaft am Vorgebirgspark eG in Köln ein starkes Signal. Als eine der Pionierinnen des Energiesprong-Prinzips hat die Genossenschaft bereits beim ersten Projekt gezeigt, welches Potenzial in der seriellen Sanierung steckt. Gebäude lassen sich mit einem hohen Anteil an Vorfertigung effizient sanieren – bei laufender Bewohnung. Die Erfahrungen daraus haben Thomas Meißner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Genossenschaft, überzeugt, den Ansatz fortzuführen und weiter zu verfeinern – nun beim zweiten Projekt mit kürzeren Bauzeiten, optimierten Abläufen und neuen Materialien.
- Veranstaltung
Blick in den Maschinenraum des RLP-Bündnisses "Bezahlbares Wohnen"
Das Bündnis Bezahlbares Wohnen und Bauen Rheinland-Pfalz arbeitet gerade an einer Vereinbarung, wie das Bauen günstiger werden soll, Qualität aber zugleich erhalten bleibt. Beim Wohnungspolitischen Gespräch der sozial orientierten Wohnungswirtschaft mit der rheinland-pfälzischen Finanzministerin Doris Ahnen in Mainz konnten die Gäste am 23. September 2025 live verfolgen, wie die Diskussionen im Bündnis geführt werden. Der Abend zeigte: Über das Ziel, günstigeres Bauen zu ermöglichen, sind sich alle einig, der Teufel steckt dann aber noch im Detail. Das Leitmotiv des Abends setzte Adalbert Fettweiß, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft rheinland-pfälzischer Wohnungsunternehmen, gleich zu Beginn: "Wir werfen heute Abend einen Blick in den Maschinenraum des Bündnisses", sagte er in seiner Begrüßungsrede im Zentrum Baukultur. In den Maschinenraum, in dem derzeit das Programm "Besser bauen. Für alle." erarbeitet wird. Dessen fünf Handlungsfelder beschrieb Finanzministerin Doris Ahnen: Baurecht, Bautechnik, Bauprozesse, Bauinnovation und Baukultur. In jedem dieser Felder sollen Maßnahmen vereinbart werden, die Bauen kostengünstiger machen und zugleich Qualität sichern. Finanzministerin Doris Ahnen sagte: "Den Anfang haben wir mit der Reform der Landesbauordnung schon gemacht." Wobei das Papier, das noch dieses Jahr unterzeichnet werden soll, aus Sicht der sozial orientierten Wohnungswirtschaft zugleich zeigt: "Nach der Landesbauordnung ist vor der Landesbauordnung." Sprich: Die im September 2025 vom Landtag beschlossene Bauordnung ist ein Schritt in die richtige Richtung, es sollten aber noch weitere folgen. Ausgangspunkt des aktuellen Diskussionsprozesses im Bündnis ist der sogenannte "Hamburg-Standard". Das hanseatische Bundesland hatte in einem aufwendigen Prozess Maßnahmen zur Kostenreduktion im Bauen ermittelt. Diese Maßnahmen werden nun für Rheinland-Pfalz quasi übersetzt, denn "Hamburg ist nicht Rheinland-Pfalz", wie Adalbert Fettweiß feststellte. Weder was die Sie
- VdW-Forum 2025
Die Entdeckung der Einfachheit
Draußen herrschte sommerliche Hitze, im Tagungshotel eine sachliche Atmosphäre: Auf dem VdW-Forum 2025 wurde über die Entdeckung der Einfachheit diskutiert. Wie kann Bauen wieder einfacher werden? In Keynotes, Diskussionsrunden, in Workshops und Gesprächen untereinander zogen die teilnehmenden Fachleute aus den Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften des VdW Rheinland Westfalen Erkenntnisse für ihre praktische Arbeit. Die insgesamt mehr als 400 Teilnehmenden des VdW-Forums waren sich weitgehend einig: Die Talsohle des Wohnungsbaus ist noch nicht erreicht. Projekte, die jetzt fertiggestellt werden, gehen zum größten Teil noch auf eine Zeit vor der großen Baukostensteigerung zurück. Neue Projekte werden kaum angegangen. Die gemeinsame Überzeugung: Um das zu ändern, muss Bauen einfacher werden. Auf dem VdW-Forum wurde diskutiert, wie das gelingen kann. In den Workshops, unter anderem zu den Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz in der Wohnungswirtschaft oder zur Klimastrategie von Wohnungsunternehmen, spielten sie Ansätze dazu durch. In der Innovationsarena hörten sie Sieben-Minuten-Auftritte von Start-Ups und innovativen Dienstleistern. Prof. Dietmar Walberg von der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen machte den Zuhörerinnen und Zuhörern im Plenum klar, dass die Baukosten vor allem aufgrund der Baustandards gestiegen seien. Die Standards, etwa im Schallschutz, müssten gesenkt werden, um wieder zu bezahlbaren Preisen und damit Mieten zu kommen. "Einfaches Bauen fängt im Kopf an und erfordert eine neue Planungskultur. Wenn wir jetzt nicht umdenken, werden wir schlicht nicht mehr bauen können", sagte Walberg.