- Baugesetze
Wohnungsbau soll "überragendes öffentliches Interesse" werden
Bie Bundesregierung hat Ende Mai 2026 den Entwurf eines „Gesetzes zur Modernisierung des Städtebau- und Raumordnungsrechts (Baugesetzbuch-Upgrade)“ beschlossen. Bauleitplanverfahren sollen vereinfacht, der Wohnungsbau zum überragenden öffentlichen Interesse erklärt und Kommunen mehr Handlungsmacht im Umgang mit Schrottimmobilien gegeben werden. Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft begüßt die Änderungen im Grundsatz, fürchtet aber nur eine begrenzte Wirkung der Reform. Laut Bundesbauministerium soll bei Bebauungsplänen in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt Wohnbauland ausweisen ein "überragendes öffentliches Interesse" gelten. Dadurch hat der Wohnungsbau in diesen Gebieten Priorität. Außerdem soll künftig die übergeordnete Raumplanung in Gebieten mit knappem Wohnraum auf einen Ausgleich zwischen städtischen und ländlicheren Gebieten hinwirken. Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen hatte eine solche Priorisierung des Wohnungsbaus gefordert und begrüßt die Änderung daher. Allerdings weist er darauf hin, dass die praktische Wirkung der neuen Regelung begrenzt bleiben könnte. Der vorgesehene Abwägungsvorrang gelte nur für künftige Planverfahren in angespannten Wohnungsmärkten. Vielfach gehe es aber um Bauanträge in Gebieten, für die es keinen Bebauungsplan gebe. Hier finde der Abwägungsvorrang keine Anwendung. Nach Einschätzung des GdW könnte der unmittelbare Anwendungsbereich des neuen Vorrangs lediglich einen vergleichsweise kleinen Teil der Wohnungsbauprojekte erfassen.
- Veranstaltung
Wohnen weiter denken: 25. VdW-Forum Wohnungswirtschaft
Die Vorfreude steigt: Bereits in der 25. Auflage findet das VdW-Forum Wohnungswirtschaft des VdW Rheinland Westfalen am 9. und 10. Juni 2026 in Düsseldorf statt. Wieder stehen Fachvorträge, Workshops, Diskussionen und der Austausch der Teilnehmenden im Zentrum. Das diesjährige Motto lautet: "Wohnen weiter denken". Nach der Eröffnung u. a. durch Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, gibt Sarah Escher, Architektin und Geschäftsleitung Duplex Architekten, mit ihrer Keynote Impulse zu bezahlbarem und lebenswertem Wohnen und neuen Perspektiven für das Bauen und Entwickeln in urbanen Räumen. Einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt setzt die Keynote von Dr. Michael Judex vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, der die Notwendigkeit eines tragfähigen Risiko- und Krisenmanagements im Rahmen von politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen thematisiert. Die Teilnehmenden können zwischen fünf Workshops wählen: Ob serielles Bauen und Sanieren, klimaneutrale Wärmeversorgung, neue Kooperationsmodelle oder der Einsatz von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz in der Immobilienverwaltung – die Workshops verbinden konkrete Praxisbeispiele aus Wohnungsunternehmen mit direktem Austausch und geben Antworten auf Umsetzungsfragen. Abgerundet wird das Programm durch vielfältige Networking-Möglichkeiten, unter anderem bei der Abendveranstaltung in besonderer Atmosphäre.
- Rheinland-Pfalz
Sven Teuber übernimmt neues Bauministerium Rheinland-Pfalz
Die neue Landesregierung unter CDU-Führung ist am 18. Mai 2026 in Rheinland-Pfalz vereidigt worden. Nach seiner Wahl durch den Landtag ernannte Ministerpräsident Gordon Schnieder zehn Ministerinnen und Minister, darunter den Trierer SPD-Politiker Sven Teuber zum Minister für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur. Das Ministerium wurde im Zuge der Regierungsbildung neu geschaffen. Für die Wohnungswirtschaft ist insbesondere von Bedeutung, dass die Bereiche "Kommunen" und "Bauen und Wohnen" nun in einem gemeinsamen Ministerium sitzen. Denn die Kommunen haben eine Schlüsselrolle innen, wenn bezahlbare Wohnungen enstehen sollen. Beispielsweise können sie beim Verkauf von Grundstücken darauf achten, dass nicht der Höchstbietende sondern derjenige mit dem besten Konzept für bezahlbares Wohnen den Zuschlag bekommt. Dass nun ein Minister für beide Bereiche zuständig ist, könnte die Abstimmung zwischen beiden Ressorts erleichtern.
- Bundespolitik
Bundeskabinett beschließt Gebäudemodernisierungsgesetz
Das Kabinett der Bundesregierung hat den Gesetzentwurf zum Gebäudemodernisierungsgesetz vorgelegt. Die bisherige Regel, aus dem Gebäudeenergiegeseetz, wonach neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, wird abgeschafft, ebenso das Betriebsverbot mancher Heizungen. Gas- und Ölheizungen sind nun wieder zulässig. Die Förderung von Heizungstauschen wird laut Regierung bis mindestens 2029 abgesichert. Das Gesetz geht nun in den Bundestag, der es debattieren und verabschieden muss. Der Bundesverband der sozial orientierten Wohnungswirtschaft, GdW, begrüßt das Gesetz zum Teil, übt aber auch Kritik. In einer Pressemitteilung stellen Bundesbau- und Bundeswirtschaftsministerium klar. "Wer weiterhin mit fossilen Brennstoffen heizen möchte, muss also nach und nach den Anteil an grünem Öl bzw. Gas erhöhen und so zum Klimaschutz beitragen. Die vorgesehene Evaluierung des Gebäudemodernisierungsgesetzes schafft zudem einen Mechanismus, mit dem nachgesteuert werden kann, falls die Marktdynamik hinter dem 2045-Ziel zurückbleibt." Denn wer unter die Biotreppe fällt, hat ab 2029 einen zunehmenden Anteil an Biomethan, Bioheizöl, biogenem Flüssiggas oder aber grünem, blauem, orangenem oder türkisem Wasserstoff einschließlich daraus hergestellter Derivate zur Wärmeerzeugung einzusetzen. Dieser biogene Anteil steigt: von 10 Prozent ab dem Jahr 2029, über 15 Prozent ab dem Jahr 2030, gefolgt von 30 Prozent ab dem Jahr 2035 und schließlich auf 60 Prozent ab dem Jahr 2040.
- Auszeichnung
VdW-Mitglieder gewinnen Preise bei polisAward 2026
Die Spar- und Bauverein eG Dortmund, DIE EHRENFELDER Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft eG und die DWG Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaft eG haben Preise beim polisAward 2026 gewonnen, mit dem in verschiedenen Kategorien herausragende Stadtentwicklungsprojekte geehrt werden. Die Preise wurden im Rahmen der Messe Polis in Düsseldorf vergeben. In der Kategorie "Urbanes Flächenrecycling" bekam die Spar- und Bauverein eG Dortmund den Preis für die Umnutzung eines alten Schulgebäudes aus den 1950er-Jahren an der Adlerstraße in Dortmund. : In den Schulräumen entstanden laut Jury-Entscheidung unterschiedliche Wohnungstypen: 3-Zimmer-Wohnungen in Klassenräumen, Clusterwohnungen in Verwaltungs- und Fachräumen sowie Mikroapartments in Sanitärräumen. Der große Schulhof ist nun Freiraum. Die Herausforderung des Umbaus sei es gewesen, einen Ausgleich zwischen alt und neu herzustellen. Die Großzügigkeit und die lichte Atmosphäre sollten erhalten bleiben und gleichzeitig eine hohe Wohnqualität und Nachhaltigkeit entstehen. Ziel des Projekts sei es zudem gewesen, die gute Nachbarschaft im Haus – das gemeinschaftliche Wohnen – mit Mitteln der Architektur zu fördern.
- Veranstaltung
Azubi-Forum: Wohnen - mehr als ein Wirtschaftsgut
Es waren drei intensive Tage für rund 50 Auszubildende aus der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft: das Azubi-Forum 2026 von EBZ Akademie und VdW Rheinland Westfalen Anfang Mai.2026. Im Mittelpunkt der praxisnahen Fachtagung standen Fragen rund um die Zukunft des Wohnens, der sozialen Verantwortung von Wohnungsunternehmen sowie die persönliche und fachliche Entwicklung junger Nachwuchskräfte. Zum Auftakt beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Spannungsfeldern zwischen Sozialgut und Wirtschaftsgut Wohnen. In Workshops und Diskussionen ging es um wohnungspolitische Herausforderungen, gesellschaftliche Entwicklungen und die Frage, wie Wohnungsunternehmen soziale Verantwortung umsetzen können. Fachreferent Friedrich-Alexander Flatters vom VdW Rheinland Westfalen vermittelte Grundlagen der Wohnungspolitik und diskutierte mit den Auszubildenden die Auswirkungen sozialpolitischer Entwicklungen auf die Branche. Ein besonderer Programmpunkt war am zweiten Veranstaltungstag die Exkursion zum Vivawest-Quartier Borsig-West in der Dortmunder Nordstadt. Vor Ort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in Mehrgenerationenwohnen, studentisches Wohnen und integrierte Quartiersentwicklung.
- Polis 2026
Wie die Wohnungswirtschaft Städte und Quartiere prägt
Bei seinem Messeauftritt auf der Polis in Düsseldorf am 6. und 7. Mai 2026 hat der VdW Rheinland Westfalen dargestellt, wie die sozial orientierte Wohnungswirtschaft die Stadt- und Quartiersentwicklung prägt. Auf dem Gemeinschaftsstand unter anderem mit Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen und der NRW.BANK diskutierte der Verband über integrierte Quartiersmodernisierungen in der Kölner Kannebäckersiedlung (GAG Immobilien AG ) und im Zitadellenquartier am Niederrhein (Bauverein Wesel AG). "Integriert" sind die Modernisierungen deshalb, weil bei der Entwicklung eines Quartiers zahlreiche Aspekte berücksichtigt werden müssen. Nicht nur die architektonische Qualität sollte aus Sicht der sozial orientierten Wohnungswirtschaft stimmen, auch generationen- und klimagerecht sollte das Quartier und vor allem mit bezahlbaren Mieten ausgestattet sein.
Veranstaltungen
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