thema der Wohnungswirtschaft
N°1 – Der perfekte Sturm

Aus dem Ver­band

Der VdW Rheinland Westfalen steht in verschiedenen Foren und Formaten im Austausch mit seinen Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften sowie weiteren Akteuren aus Politik, Verwaltung, Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft.

Quelle: VdW Rheinland Westfalen

Partnertreffen beim EBZ in Bochum

Wie gelingt Wohnungswirtschaft unter zunehmendem Kosten-, Transformations- und Erwartungsdruck? Und welche Rolle spielen dabei Kooperation, Wissenstransfer und Innovation? Antworten auf diese Fragen standen im Mittelpunkt des diesjährigen Partnertreffens des EBZ – Europäisches Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft und des VdW Rheinland Westfalen im EBZ in Bochum. Rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, die der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft partnerschaftlich verbunden sind, kamen zusammen, um sich über aktuelle Branchenthemen, Markttrends und gemeinsame Perspektiven für 2026 auszutauschen. Neben fachlichen Impulsen bot das Treffen viel Raum für den persönlichen Dialog. Zum Auftakt des Partnertreffens ordnete Tobias Innig, besonderer Vertreter des EBZ, die zentralen Megatrends ein, die die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft derzeit prägen. Demografischer Wandel, Digitalisierung und ökologische Transformation verändern die Branche grundlegend.

Quelle: VdW Rheinland Westfalen

CoopCamp: Veranstaltung ohne Tagesordnung

Wie sieht die Zukunft der Wohnungsgenossenschaften aus und welche Themen bewegen die Branche aktuell? Beim CoopCamp Zukunft Wohnungsgenossenschaften bestimmten die Teilnehmenden selbst die Agenda. In einem offenen, an die Barcamp-Methode angelehnten Format kamen Menschen aus allen Ebenen von Wohnungsgenossenschaften zusammen, vom Auszubildenden bis zum Vorstand. Ziel war es, aktuelle Herausforderungen gemeinsam zu diskutieren, Perspektiven zu teilen und voneinander zu lernen. Veranstaltet wurde das Coop-Camp vom Verein Wohnen in Genossenschaften e. V., dem VdW Rheinland-Westfalen und #GenoDigital. Statt eines im Vorfeld festgelegten Programms entstand der Ablauf erst vor Ort. Nach einer Einführung brachten die Teilnehmenden eigene Themen ein und stellten ihre Session-Ideen in kurzen Pitches vor. Auf dieser Grundlage wurde der Tagesplan gemeinsam entwickelt. Die Initiatorinnen und Initiatoren einer Session übernahmen auch deren Gestaltung, ob als Austauschformat, Workshop oder Diskussionsrunde.

Quelle: VdW Rheinland Westfalen

VdW schult genossenschaftliches Ehrenamt

Wer im Ehrenamt Millionen-Investitionen mitverantwortet, sollte fachlich auf der Höhe der Zeit entscheiden können. Der VdW Rheinland Westfalen schult deshalb jedes Jahr im Treffpunkt Ehrenamt Aufsichtsräte von Wohnungsgenossenschaften. Am 21./22. November 2025 trafen sich deshalb 130 ehrenamtliche Aufsichtsratsmitglieder in Düsseldorf. Die zweitägige Fortbildungsveranstaltung des VdW Rheinland Westfalen bot ein breit gefächertes Programm und setzte ein starkes Zeichen für die Bedeutung des Ehrenamts in der Wohnungswirtschaft. Gleich zu Beginn skizzierte Verbandsdirektor Alexander Rychter die angespannte Lage der Branche. Steigende Baukosten, ein wachsender Nachfragedruck in den Städten und gleichzeitig der Anspruch, weiterhin bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen, prägten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Zwar fungierten Genossenschaften weiterhin als „natürliche Mietpreisbremse“, doch seien Preisanpassungen aufgrund der äußeren Zwänge nicht immer zu vermeiden. Welche Faktoren Mitglieder an ihren Genossenschaften schätzen – von stabilen Mieten über verlässlichen Service bis hin zu guter Nachbarschaft –, zeigte Kristina Klee anhand der aktuellen Studie „Wohnungsgenossenschaften 2025+“.

Quelle: VdW Rheinland Westfalen

Digitale Mieterkommunikation im Blick

Technik vs. Kommunikation, ERP-System vs. Mieterzeitung: In den Arbeitskreisen Wohnungswirtschaft 4.0 und Marketing & PR des VdW Rheinland Westfalen treffen häufig unterschiedliche fachliche Blickwinkel aufeinander. Beim Treffen am 30. Oktober 2025 bei der Vivawest in Gelsenkirchen zeigte sich, wie wertvoll ein Austausch dazu ist. Im Beisein von verschiedenen Anbietern für digitale Lösungen zur Mieterkommunikation fand eine gemeinsame Arbeitskreissitzung statt. Basis war die von beiden Arbeitskreisen entwickelte Handreichung „Digitale Mieterkommunikationsplattformen erfolgreich umsetzen“, die Wohnungsunternehmen und -genossenschaften bei der Einführung digitaler Kommunikationslösungen unterstützt. Die wichtigste Erkenntnis: Die Zukunft der Wohnungswirtschaft ist digital. Und digitale Mieterportale schaffen Mehrwerte für alle Beteiligten: Anliegen werden, auch unter Einsatz von KI, schneller bearbeitet; Anfragen erreichen direkt die zuständigen Mitarbeitenden; Mitarbeitende werden von Routinearbeiten entlastet; Dokumente und Informationen sind für Mieterinnen und Mieter digital abrufbar; Persönliche Daten können selbst verwaltet werden. Mieterinnen und Mieter ebenso wie Wohnungsunternehmen und -genossenschaften profitieren so von schnelleren Abläufen, mehr Transparenz und verbesserter Kommunikation. Bei der Einführung von digitalen Mieterplattformen und dem Einüben neuer Prozesse müssen Mieterschaft und Mitarbeitende mitgenommen werden.

Quelle: VdW Rheinland Westfalen

Blick in die steuerliche Beratungspraxis

Die 2. Fachveranstaltung 2025 „Aktuelles Steuerrecht“ des VdW Rheinland Westfalen bot am 4. November 2025 rund 150 Vorständen, Geschäftsführungen und Fachkräften aus dem Rechnungswesen fundierte Einblicke in aktuelle steuerliche und regulatorische Entwicklungen. Themenschwerpunkte waren unter anderem steuergesetzliche Änderungen der neuen Bundesregierung, Neuerungen bei der Bilanzierung und aktuelle Urteile und Verwaltungsmeinungen zur Umsatz-, Ertrag- und Lohnsteuer. Im Rahmen der ganztägigen, hybriden Veranstaltung im Europäischen Bildungszentrum (EBZ) in Bochum beleuchteten die Referentinnen und Referenten aus dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, dem VdW Niedersachsen Bremen und dem VdW Rheinland Westfalen praxisrelevante Entwicklungen im Steuerrecht und der Bilanzierung. Diskutiert wurden unter anderem das Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland und der Anpassungsbedarf bei der Sonderabschreibung für neue Wohnungen nach § 7 b EStG.

Quelle: Wohnungsgenossenschaft Köln-Sülz eG

Genossenschaften bauen eine bessere Welt

„Cooperatives build a better world“: Mit diesem Leitsatz rufen die Vereinten Nationen das Jahr 2025 zum zweiten Internationalen Jahr der Genossenschaften aus. UN-Generalsekretär António Guterres hebt damit die Rolle hervor, die Genossenschaften weltweit für eine nachhaltige, gerechte und widerstandsfähige Zukunft spielen. In Zeiten globaler Unsicherheit erinnern Genossenschaften daran, dass Fortschritt demokratisch, inklusiv und solidarisch gestaltet werden kann – und muss. Auch Wohnungsgenossenschaften setzten Zeichen im Internationalen Jahr – zum Beispiel auf dem Christopher Street Day. Rund zwölf Prozent der Weltbevölkerung sind Mitglied einer Genossenschaft, ob beispielsweise in der Landwirtschaft oder der Energieversorgung. Auch bei Banken, im Gesundheitssektor oder in der Wohnungswirtschaft. Gemeinsam erwirtschaften Genossenschaften enorme Werte – allein die 300 umsatzstärksten Genossenschaften kommen laut World Cooperative Monitor auf einen jährlichen Umsatz von über 2,4 Billionen US-Dollar. Sie bieten rund 280 Millionen Menschen weltweit Arbeit – das entspricht etwa zehn Prozent der globalen Erwerbsbevölkerung.

Quelle: VdW Rheinland Westfalen

Brücken bauen zwischen Politik und Wohnungswirtschaft

Wie gelingen klimaneutrale Quartiere, soziale Teilhabe und bezahlbares Wohnen zugleich? Dieser Frage widmete sich am 24. Oktober 2025 die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Poschmann MdB bei einer Fachreise durch drei Dortmunder Zukunftsquartiere. Auf Einladung des VdW Rheinland Westfalen informierte sich die Politikerin gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der sozial orientierten Wohnungswirtschaft über aktuelle Projekte, Herausforderungen und Chancen der nachhaltigen Stadtentwicklung. Der Auftakt führte in das Quartier Menglinghausen der Vonovia SE. Hier steht die ganzheitliche Quartiersentwicklung im Mittelpunkt – von energieeffizienter Modernisierung bis zur Förderung von Nachbarschaft und Teilhabe. Neue Spiel- und Begegnungsflächen, eine enge Zusammenarbeit mit sozialen Trägern wie AWO und SSB Dortmund sowie der Einsatz moderner Energielösungen zeigen, wie Klimaschutz und soziale Verantwortung Hand in Hand gehen können. Anschließend besuchte die Delegation die Klimaschutzsiedlung Ewige Teufe des Spar- und Bauvereins eG. Das Quartier gilt als Vorzeigeprojekt für nachhaltiges und inklusives Wohnen: fünf Wohnhäuser, 37 Wohnungen – davon 13 öffentlich gefördert – erfüllen den hohen Effizienzhausstandard 40 Plus (KfW 40+). Ein barrierefreies Apartmenthaus ermöglicht Menschen mit Beeinträchtigungen selbstbestimmtes Wohnen. Mit rund 7,8 Millionen Euro öffentlicher Förderung ist das Projekt Teil des Landesprogramms „100 Klimaschutzsiedlungen NRW“.

Quelle: VdW Rheinland Westfalen

Bezahlbares Wohnen bleibt zentrales Thema

Wenn sich in München die internationale Immobilienwelt zur EXPO REAL trifft, geht es meist um große Zahlen, große Projekte und große Visionen. Doch mitten zwischen Investoren, Projektentwicklern und Stadtplanern erinnert der VdW Rheinland Westfalen daran, was nicht außer Acht gelassen werden darf: Es geht auch um die Menschen, die bezahlbar wohnen wollen. Mit dieser klaren Botschaft trat VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter auch in diesem Jahr auf der Leitmesse auf – und machte deutlich: „Zwischen Immobilien und Investitionen dürfen wir das bezahlbare Wohnen nicht vergessen.“ Der Zeitpunkt für diesen Appell hätte kaum passender sein können. Die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen haben gezeigt, dass das Thema Wohnen die Menschen bewegt: Für 14 Prozent der Befragten war die Wohnungssituation laut Infratest Dimap sogar wahlentscheidend. Rychter sieht darin einen klaren Auftrag: „Unsere Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften stehen bereit, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und zu erhalten. Aber wir brauchen politische Rahmenbedingungen, die das auch ermöglichen.“