thema der Wohnungswirtschaft
N°1 – Der perfekte Sturm

Aus dem Ver­band

Der VdW Rheinland Westfalen steht in verschiedenen Foren und Formaten im Austausch mit seinen Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften sowie weiteren Akteuren aus Politik, Verwaltung, Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft.

Über Ehrungen und Jubiläen berichten wir auf unserer Seite: Namen und Nachrichten.

Quelle: VdW Rheinland Westfalen

Azubi-Forum: Wohnen - mehr als ein Wirtschaftsgut

Es waren drei intensive Tage für rund 50 Auszubildende aus der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft: das Azubi-Forum 2026 von EBZ Akademie und VdW Rheinland Westfalen Anfang Mai.2026. Im Mittelpunkt der praxisnahen Fachtagung standen Fragen rund um die Zukunft des Wohnens, der sozialen Verantwortung von Wohnungsunternehmen sowie die persönliche und fachliche Entwicklung junger Nachwuchskräfte. Zum Auftakt beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Spannungsfeldern zwischen Sozialgut und Wirtschaftsgut Wohnen. In Workshops und Diskussionen ging es um wohnungspolitische Herausforderungen, gesellschaftliche Entwicklungen und die Frage, wie Wohnungsunternehmen soziale Verantwortung umsetzen können. Fachreferent Friedrich-Alexander Flatters vom VdW Rheinland Westfalen vermittelte Grundlagen der Wohnungspolitik und diskutierte mit den Auszubildenden die Auswirkungen sozialpolitischer Entwicklungen auf die Branche. Ein besonderer Programmpunkt war am zweiten Veranstaltungstag die Exkursion zum Vivawest-Quartier Borsig-West in der Dortmunder Nordstadt. Vor Ort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in Mehrgenerationenwohnen, studentisches Wohnen und integrierte Quartiersentwicklung.

Quelle: VdW Rheinland Westfalen

Wie die Wohnungswirtschaft Städte und Quartiere prägt

Bei seinem Messeauftritt auf der Polis in Düsseldorf am 6. und 7. Mai 2026 hat der VdW Rheinland Westfalen dargestellt, wie die sozial orientierte Wohnungswirtschaft die Stadt- und Quartiersentwicklung prägt. Auf dem Gemeinschaftsstand unter anderem mit Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen und der NRW.BANK diskutierte der Verband über integrierte Quartiersmodernisierungen in der Kölner Kannebäckersiedlung (GAG Immobilien AG ) und im Zitadellenquartier am Niederrhein (Bauverein Wesel AG). "Integriert" sind die Modernisierungen deshalb, weil bei der Entwicklung eines Quartiers zahlreiche Aspekte berücksichtigt werden müssen. Nicht nur die architektonische Qualität sollte aus Sicht der sozial orientierten Wohnungswirtschaft stimmen, auch generationen- und klimagerecht sollte das Quartier und vor allem mit bezahlbaren Mieten ausgestattet sein.

Auszeichnung für die Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord eG: Die Vorstände Juan-Carlos Pulido (3.v.l.) und Andreas Dargegen (4. v. l.) nehmen die Urkunden entgegen.

Nichtwohngebäude der Wohnungswirtschaft ausgezeichnet

Auch wenn es mal nicht ums Wohnen geht, strengt sich die sozial orientierte Wohnungswirtschaft beim Klimaschutz an. Und das wurde am 22. April 2026 von der NRW-Landesgesellschaft Energy4Climate honoriert. Ein Verwaltungsgebäude und eine Kita wurden als „Energieeffiziente Nichtwohngebäude in NRW“ ausgezeichnet, weil sie energetisch ambitioniert und dabei wirtschaftlich praktikabel gebaut worden sind. So setzte die Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord eG beim Neubau ihres vierstöckigen Verwaltungsgebäudes auf Wärme aus einem Eisspeicher. Eine 80 Kilowatt Peak PV-Anlage deckt jahreszeitabhängig einen Großteil des Strombedarfs. Das energetische Gesamtkonzept löst zwei Herausforderungen gleichzeitig: klimafreundliches Heizen im Winter und zunehmend notwendige Kühlung im Sommer. Außerdem wurde die Kita im Herkenweg in Rheinhausen ausgezeichnet, die von der GEBAG 2024 eröffnet wurde. Mit einem Modulbau in Stahl-Holz-Hybridbauweise im anspruchsvollen KfW-40-Standard wurden mehr als 76 Tonnen Kohlendioxid eingespart.

"Messies": Betroffenen helfen, andere schützen

Werden große Mehrfamilienhäuser modernisiert, stoßen Wohnungsunternehmen regelmäßig auf Messie-Wohnungen: Von hundert Wohnungen sind etwa drei bis vier betroffen. So lautet die Erfahrung von Michael Schröter, Direktor der Erste deutsche Messie-Akademie, die er in einem Seminar beim VdW-Treffpunkt Sozialarbeit im März 2026 teilte. Dass das Problem in der sozial orientierten Wohnungswirtschaft virulent ist, zeigt auch die rege Teilnahme an dem Seminar. Es musste wegen der vielen Anmeldungen wiederholt werden. Dabei wurde vor allem diskutiert, wie man den betroffenen Menschen helfen, die Nachbarn aber auch schützen könne. Schröter verdeutlichte in dem Seminar, dass das "pathologische Horten", wie die psychische Erkrankung medizinisch korrekt heißt, viele Ausprägungen habe. Betroffen seien Menschen aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten, viele Betroffene stünden erfolgreich im Arbeitsleben und hätten ein aktives soziales Umfeld. Zur Einordnung wichtig sei die Unterscheidung zwischen „Vermüllern“ und „Sammlern“.

Quelle: VdW Rheinland Westfalen

Wo die Energiewende kompliziert wird

Bei der Umsetzung der Energie- und Wärmewende geht es nicht nur ums Geld. Wohnungsunternehmen und -genossenschaften, die klimaneutrales Wohnen ermöglichen wollen, stoßen schnell auch auf rechtliche Fragen. Wie kann ich rechtlich und steuerlich sicher meinen Mieterinnen und Mietern den Strom vom eigenen Dach zur Verfügung stellen? Wie müssen Wärmecontracting-Verträge ausgestaltet sein? Was ist beim Heizungstausch zu beachten? Diese und ähnlich gelagerte Fragen wurden auf der ersten Tagung "Energierecht für die Wohnungswirschaft" des VdW Rheinland Westfalen am 18. März 2026 in Düsseldorf diskutiert. Die Tagung, an der 85 Vertreterinnen und Vertreter von Wohnungsgenossenschaft teilnahmen, gab einen Überblick über wesentliche Aspekte energierechtlicher Fragestellungen für die Wohnungswirtschaft, einem überaus komplexen Themenfeld mit einer Vielzahl von Rechtsnormen, das zudem regelmäßigen Änderungen unterliegt. Energierechtsexperten der Kanzleien BBH und Osborne Clarke erörterten die Themenkomplexe Wärme und Stromerzeugung sowie häufige Frage- und Problemstellungen und stellten die wesentlichen Rechtsnormen vor. Anschließend erklärte VdW-Steuerberater Prof. Dr. Michael Pannen, worauf insbesondere Genossenschaften und Unternehmen, die der erweiterten Gewerbesteuerkürzung unterliegen, bei der Umsetzung von Mieterstrom- oder Wärmecontractingprojekten hinsichtlich steuerrechtlicher Vorgaben achten müssen. Abgerundet wurden die Themenkomplexe durch Praxisbeispiele aus der Branche: Jan Timmermann zeigte, wie die GWL Lippstadt Nahwärmenetze zur Wärmeversorgung von Quartieren in Lippstadt einsetzt; Geschäftsführer Thomas Hummelsbeck stellte die Mieterstromprojekte der Rheinwohnungsbau vor und schloss mit motivierenden Worten an die Teilnehmenden, die sich gut auf die gesamte Thematik übertragen lassen: "Respekt vor der Aufgabe ja, Angst nein."

Quelle: VdW Rheinland Westfalen

Tiefgreifender Wandel in den nächsten zehn Jahren erwartet

VdW-Prüfungsdirektor Dr. Daniel Ranker sieht auf die genossenschaftliche Pflichtprüfung große Veränderungen zukommen. Der Wandel der nächsten zehn Jahre werde tiefgreifender ausfallen als in den vergangenen drei Jahrzehnten. Dies sagte er am 10. März 2026 auf dem dritten „Tag der Wohnungsgenossenschaften“ im Europäischen Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (EBZ) in Bochum. Auf der Veranstaltung, zu der das EBZ, der VdW Rheinland Westfalen und die „Vereine Woh-nen in Genossenschaften“ und „Die Marketinginitiative der Wohnungsbaugenossenschaften Deutschland“ eingeladen hatten, ging es um zentrale Zukunftsfragen der Branche – vom Klimapfad über bezahlbares Wohnen bis hin zu Digitalisierung und Organisationsentwicklung. Mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Wohnungsgenossenschaften, Verbänden und Wissenschaft waren der Einladung gefolgt. Den tiefgreifenden Wandel führte Dr. Ranker auf neue gesetzliche Anforderungen sowie aktuelle Herausforderungen wie die Klimaziele zurück.

Erster Kommunikationspreis der Wohnungswirtschaft ausgelobt

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen lobt im Jahr 2026 erstmals den Kommunikationspreis der Wohnungswirtschaft aus. Der Wettbewerb ist eine Weiterentwicklung des bisherigen Wettbewerbs „Deutschlands beste Mieterzeitung“, der in den vergangenen Jahren zahlreiche hervorragende Beispiele der Mieterkommunikation sichtbar gemacht hat. Mit dem neuen Format wird der Blick auf die gesamte Bandbreite moderner Kommunikationskanäle in der Wohnungswirtschaft erweitert. Ausgezeichnet werden künftig Kommunikationsleistungen in drei Kategorien: Print (Mieterzeitung), Website, Social Media. Die Mitgliedsunternehmen des GdW und seiner Regionalverbände können sich vom 12. März bis zum 30. April 2026 bewerben. Eine Teilnahme ist in einer, mehreren oder allen drei Kategorien möglich. Mit dem Kommunikationspreis möchten der GdW herausragende Beispiele der Mieterkommunikation sichtbar machen, innovative Ansätze würdigen und zugleich wertvolle Best-Practice-Impulse für die gesamte Branche geben.

Quelle: VdW Rheinland Westfalen

245 Teilnehmende bei Veranstaltung zur Wohnraumförderung

Wie groß auch aufgrund hoher Baukosten und gestiegener Zinser das Interesse an der Wohnraumförderung ist, zeigte sich Ende Februar auf der Info-Veranstaltung zur NRW-Wohnraurmförderung, die der VdW Rheinland Westfalen gemeinsam mit dem Landesbauministerium und der NRW.BANK durchgeführt hat. 245 Teilnehmende kamen nach Bochum, wo neben den Eckwerten zur Wohnraumförderung auch die aktuellen KfW-Förderbedingungen vorgestellt wurden und bei der auch NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach zu Gast war. Scharrenbach ordnete die aktuellen Förderbedingungen der sozialen Wohnraumförderung ein und unterstrich die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für die kommenden Förderjahre. Die NRW.BANK ergänzte die Informationen zur Wohnraumförderbedingungen um Angebote der Infrastrukturförderung. Die KfW-Bankengruppe gewährte Einblicke in die Bundesförderung für effiziente Gebäude. Teil der traditionellen VdW-Veranstaltung im ersten Quartal eines Jahres sind Praxisbeispiele. So zeigte Dirk Hensiek von der Bau- du Siedlungsgenossenschaft des Kreises Herford, wie man mit der Neubauförderung auch seriellen und modularen Holzbau in Enger wirtschaftlich umsetzt – ein Modell, dass die Genossenschaft gerne nochmal wiederholen möchte.

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N°1/26
In Zukunft alt