thema der Wohnungswirtschaft
N°1 – Der perfekte Sturm

Verant­wor­tung

Für die sozial orientierte Wohnungswirtschaft steht der Mensch im Mittelpunkt ihres Handelns. Sie sorgt sich um den sozialen Zusammenhalt in ihren Wohnquartieren und unterstützt ihre Mieterinnen und Mieter.

Gemeinsam gegen Wohnungslosigkeit: NRW zeigt, wie es geht

Die Zahlen zur Wohnungslosigkeit werden seit Jahren immer schlechter – in ihrer aktuellsten Hochrechnung geht die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) von knapp über 1 Million Menschen aus, die im Jahr 2024 in Deutschland wohnungslos waren. Doch in Nordrhein-Westfalen bleibt diese Entwicklung nicht unbeantwortet. Wie engagiert die Wohnungswirtschaft handelt, zeigt eine neue bundesweite Broschüre, in der mehrere Projekte aus NRW Vorbildcharakter haben. Seit 2019 ist der VdW Rheinland Westfalen Teil der NRW-Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit „Endlich ein ZUHAUSE“ – und kann seitdem kontinuierlich positive Ergebnisse in Bezug auf präventiv verhinderte Wohnungsverluste sowie in der Vermittlung von wohnungslosen Menschen in passenden Wohnraum vorweisen. Aber gerade durch dieses vielfältige Engagement der VdW-Mitglieder wird deutlich, wie komplex das Thema Wohnungslosigkeit ist und wie viele gesellschaftliche Entwicklungen – wie etwa der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, die Zunahme psychischer Erkrankungen und die Flucht aus Kriegsgebieten – bei dieser gravierenden Form von Armut zusammenwirken.

Quelle: VdW Rheinland Westfalen

Ministerin zu Gast in Wohnpflegegemeinschaft

In einem Dorf mit 2.500 Einwohnern hat die Trierer gbt Wohnungsbau und Treuhand AG ein Quartiershaus mit zwei Wohnpflegegemeinschaften errichtet. Bei einem Besuch der rheinland-pfälzischen Sozialministerin Dörte Schall ging es darum, wie noch mehr solcher Projekte im Land entstehen können. Zuhause alt werden, seine letzten Tage im gewohnten Umfeld verbringen. Eine schöne Vorstellung. Doch mit dem Alter kommen oft Gebrechlichkeiten, die ein Leben in den eigenen vier Wänden nur noch sehr eingeschränkt möglich machen. Nicht selten müssen Menschen deshalb in stationäre Pflegeheime umziehen, obwohl sie mit ambulanter Unterstützung noch länger in ihrem gewohnten Umfeld hätten wohnen bleiben können. Wohnpflegegemeinschaften vor Ort, mit Unterstützung immer dann, wann man sie auch benötigt, sind ein Modell, wie Menschen noch länger in ihrem Wohnquartier oder ihrem Dorf bleiben können. In derselben Nachbarschaft, mit denselben Freundinnen und Freunden, die einen ohne große Anreise in der neuen Wohnung besuchen. Die VdW-Mitglieder setzen solche Wohnpflegegemeinschaften deshalb immer öfter um, wie beispielswese im rheinland-pfälzischen Hetzerath nahe Trier. Dort hat die gbt Trier mit der Pflegegesellschaft St. Martin das Quartiershaus Daniel ins Leben gerufen. Der Verein "Helfende Hände Hetzerath", der sich aus der Dorfgemeinschaft des 2.500 Einwohner großen Ortes gegründet hat, organisiert den Mittagstisch, an dem jeder aus dem Dorf teilhaben kann.

Quelle: Allbau

Allbau feiert 25 Jahre Engagement für lebenswerte Quartiere – und stellt neue Stiftung vor

Wie gelingt gutes Zusammenleben in unseren Quartieren – heute und morgen? Diese Frage stand im Zentrum eines Fachkongresses, zu dem der Allbau anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums im Sozialmanagement am 18. Juni 2025 ins Tagungshotel Franz in Essen eingeladen hatte. Rund 100 Fachleute aus Stadtverwaltung, Sozialarbeit, Wissenschaft und Wohnungswirtschaft – darunter auch VdW-Sozialexperte Friedrich-Alexander Flatters als Moderator – diskutierten über Herausforderungen, Erfahrungen und zukunftsweisende Impulse für soziale Stabilität im Quartier. Seit 25 Jahren zeigt der Allbau, größter Wohnungsanbieter der Stadt Essen, dass soziale Verantwortung weit über die Bereitstellung von Wohnraum hinausgeht. Mit einem eigenen Team aus Sozialmanagerinnen und -managern engagiert sich das Unternehmen kontinuierlich für Chancengleichheit, Teilhabe und stabile Nachbarschaften.

Quelle: Aachener SWG

Starke Partnerschaft für Wohnraum und Perspektive

In Köln zeigt ein Projekt, wie durch die enge Zusammenarbeit von sozialen Einrichtungen und Wohnungsunternehmen langfristige Unterstützung für Menschen in schwierigen Lebenslagen gewährleistet werden kann. Der Vringstreff e.V. und die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft (Aachener SWG) arbeiten gemeinsam daran, wohnungslosen und von Armut bedrohten Menschen zu einem stabilen Leben zu verhelfen. Der Vringstreff e.V. hat sich in Köln über Jahre hinweg als zentrale Anlaufstelle für wohnungslose und sozial benachteiligte Menschen etabliert. Mit Angeboten wie warme Mahlzeiten, soziale Beratung und Freizeitaktivitäten schafft die Einrichtung nicht nur ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Menschen, sondern auch konkrete Perspektiven. Der Weg aus der Wohnungslosigkeit ist jedoch lang und erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren. Hier kommt die Kooperation mit der Aachener SWG ins Spiel. Lisa Baumann, die für das Wohnungsunternehmen im Bereich Vermietung und Wohnungsverwaltung tätig ist, betont: „Wir als katholisches Wohnungsunternehmen haben soziale Themen ohnehin auf der Agenda, aber ich würde das nicht auf unsere Identität als katholisches Unternehmen beschränken. Jeder hat eine soziale Verantwortung – egal ob katholisch oder nicht. Für mich persönlich war das der Grund, warum ich mich so schnell mit dem Thema Housing First identifizieren konnte.“ Das Wohnungsunternehmen stellt Wohnungen zur Verfügung, die gezielt für Menschen in schwierigen Lebenslagen reserviert werden, und übernimmt damit eine wichtige Rolle im Integrationsprozess.

Quelle: Neusser Bauverein GmbH

Unterstützung für ein sicheres Zuhause

Seit Oktober 2019 ist Sozialmanagerin Sandra Burtscheidt bei der Neusser Bauverein GmbH die zentrale Ansprechpartnerin für Konflikte und Hilfebedarf im Alltag der Mieterinnen und Mieter. Sie vermittelt zwischen Nachbarn, unterstützt bei Krisensituationen und arbeitet aktiv daran, Wohnungslosigkeit zu verhindern. Durch die Zusammenarbeit mit Sozialträgern und Initiativen wie „Endlich ein Zuhause“ leistet sie einen wichtigen Beitrag zur sozialen Stabilität. Die Soziale Arbeit in Wohnungsunternehmen hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Verantwortlich dafür sind zunehmende gesellschaftliche Herausforderungen wie der demografische Wandel, finanzielle Belastungen und zwischenmenschliche Konflikte. Im Neusser Bauverein begleitet das Sozialmanagement Mieterinnen und Mieter bei Zahlungsschwierigkeiten und anderen Problemen, die im Alltag entstehen können. Ziel ist es, Ursachen zu erkennen und gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen zu entwickeln. Schlichtungsgespräche, Beratung und die enge Kooperation mit Ämtern und Sozialträgern gehören dabei zu den wesentlichen Aufgaben. Diese Herangehensweise soll Konflikte entschärfen und Mietverhältnisse langfristig sichern.

Erfahrungen aus Kampf gegen Wohnungslosigkeit auf Bundesebene geteilt

Wohnungen effektiv vor Einbrüchen schützen

Riegel vor! „Sicher ist sicherer.“ - so heißt das Aktionswochenende der Polizei Nordrhein-Westfalen, mit dem sie die Bevölkerung für Einbruchschutz und Kriminalprävention sensibilisieren will. Der VdW Rheinland Westfalen unterstützt das wichtige Thema Einbruchschutz bereits seit vielen Jahren. So auch dieses Jahr. In diesem Zusammenhang hat sich VdW-Verbandsdirektor mit Dr. Christos Katzidis, innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag und selbst Polizeioberrat a.D. zum digitalen Live-Gespräch im sozialen Netzwerk Instagram getroffen. Wir konnten vom Landtagsabgeordneten erfahren, wie sich die Menschen selbst vor Wohnungseinbrüchen schützen können, aber auch, wie die nordrhein-westfälische Landespolitik das Thema betrachtet. Der digitale Austausch ist über den Instagram-Kanal des VdW Rheinland Westfalen auch im Nachhinein zu sehen.

„Wachsame Nachbarschaften bilden“

Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich vor meiner Tür einen potentiellen Einbrecher entdeckt habe? Mit welchen einfachen Mitteln kann ich mich selbst besser vor Einbrüchen schützen? Diese Fragen hört Tanja Tobias häufiger. Die Diplom-Sozialpädagogin arbeitet bei der Wohnungsgenossenschaft Duisburg-Süd eG (Wogedu) und ist u.a. im Themengebiet des Einbruchschutzes mit Mieterinnen und Mietern im engen Kontakt, vor allem mit Seniorinnen und Senioren. Die sieht sie als wichtige Gruppe im Wohnquartier, wenn es um die Bildung und Festigung von wachsamen Nachbarschaftsnetzwerken geht. Ein entscheidender Punkt, um Einbrechern das Handwerk zu legen und die Sicherheit in Wohnquartieren zu erhöhen, wie sie im Interview betont.