thema der Wohnungswirtschaft
N°1 – Der perfekte Sturm

Landes­poli­tik Rhein­land-Pfalz

Das Verbandsgebiet des VdW Rheinland Westfalen erstreckt sich auch über das nördliche Rheinland-Pfalz. Der Verband engagiert sich deshalb auch in der Mainzer Landespolitik, um bezahlbares klimagerechtes Wohnen zu sichern.

Weshalb viele Bauträger in die Wohnraumförderung flüchten

Quelle: Vanessa Evard

"Wohnen in allen Lebenslagen"

Das rheinland-pfälzische Zentrum Baukultur (ZB) stellt das Jahr 2024 unter das Motto "Wohnen in allen Lebenslagen". Das gab ZB-Leiter Björn Hekmati beim Jahresauftakt in Mainz bekannt. Unter anderem gibt es in dem Zentrum, dessen Kooperationspartner der VdW Rheinland Westfalen ist, eine Ausstellung zu 75 Jahren Wohnraumförderung in Rheinland-Pfalz. Teil der Auftaktveranstaltung war unter anderem ein Impulsbeitrag von Publizist Christian Holl - und der Auftritt eines gewissen Mieters.

Rheinland-Pfälzisches Klimaschutzministerium veröffentlicht Handbuch zur Bauleitplanung:
Klimavorgaben könnten in Kommunen künftig eine größere Rolle spielen.

Der Deutsche Bauherrenpreis wird seit mehr als drei Jahrzehnten vergeben. Er ist in der Fachwelt als wichtigster Preis im Bereich des Wohnungsbaus in Deutschland anerkannt und wird alle zwei Jahre ausgelobt. Bezahlbarer und qualitätsvoller Wohnungsbau ist derzeit wichtiger denn je. Seit 35 Jahren werden herausragende Wohnungsbauprojekte mit dem Deutschen Bauherrenpreis ausgezeichnet. Der Bauherrenpreis setzt am Spannungsfeld von hoher Qualität und tragbaren Kosten an – Faktoren, die aktuell wichtiger sind als je zuvor. Als einziger Preis in der Branche hebt der Deutsche Bauherrenpreis die besondere Rolle der Bauherren hervor. Der Wettbewerb wird von der Arbeitsgruppe Kooperation des wohnungswirtschaftlichen Dachverbandes GdW, des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA) und des Deutschen Städtetages zur Unterstützung positiver Ansätze und Lösungen im Wohnungsbau ausgelobt.

Quelle: Energieagentur Rheinland-Pfalz

Wärmeplanung muss verbindlich werden

Nur eine verbindliche Wärmeplanung bringt Planungssicherheit, argumentierte die Wohnungswirtschaft auf dem 11. Jahreskongress der Energieagentur Rheinland-Pfalz am 11. November 2023 in Bingen. Bei dem Podiumsgespräch unter dem Titel "Wärmewende, quo vadis?" diskutierte Lena Weinert, Klima-Referentin des VdW Rheinland Westfalen, unter anderem mit Michael Hauer, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Umweltministerium. Hauer hatte zu Beginn das ambitionierte Ziel der rheinland-pfälzischen Landesregierung betont, bis 2040 klimaneutral zu sein. Die Wärmewende spiele bei diesem Vorhaben eine essenzielle Rolle und dafür brauche es Zusammenarbeit. Diesen Ball griff VdW-Referentin Lena Weinert während der Podiumsdiskussion auf und forderte die Zusammenarbeit explizit ein. „Für eine effiziente kommunale Wärmeplanung muss die örtliche Wohnungswirtschaft frühestmöglich in den Planungsprozess einbezogen werden“, sagte sie. Darüber hinaus brauche es eine Verbindlichkeit der Wärmepläne, damit die damit angestrebte Planungs- und Investitionssicherheit auch tatsächlich ermöglicht würde.

Quelle: Kristina Schäfer

Quer durch Rheinland-Pfalz

Die Route führte nach Ludwigshafen, Bad Dürkheim, Oppenheim und Neuwied. Erörtert wurden Fragen der sozialen Wohnraumförderung, der Quartiersentwicklung und der Förderung baukultureller Qualität unter den Vorzeichen des Klimawandels. Gemeinsam mit den Verbänden der Wohnungswirtschaft, der Architektenkammer Rheinland-Pfalz und der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) stellte die Bau- und Finanzministerin Doris Ahnen einen neuen Wettbewerb für Modellprojekte für bezahlbares, klimagerechtes und barrierefreies Wohnen vor. Zur Reise eingeladen waren die Abgeordneten des rheinland-pfälzischen Landtages in den jeweiligen Landkreisen und die kommunalen Spitzen vor Ort.

Quelle: canva/Josh Sorenson, pexels

44 % weniger Baugenehmigungen

Die harten Einschnitte im Wohnungsbau sind nun auch in der rheinland-pfälzischen Baugenehmigungsstatistik ablesbar. Im ersten Halbjahr 2023 sind rund 44 Prozent weniger neue Wohngebäude genehmigt worden. 1.958 neue Gebäude sind in den Monaten Januar bis Juni 2023 in Rheinland-Pfalz genehmigt worden. 3.520 waren es im Vergleichszeitraum des Vorjahres. In diesen Gebäuden sollen insgesamt 5.952 neue Wohnungen entstehen und damit 30,5 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2022. Der größte Teil der Wohnungen wird in Mehrfamilienhäusern erstellt – genau 4.091, auch das bedeutet einen Rückgang in diesem Segment um 19,2 Prozent. Dieser fällt allerdings deutlich geringer aus als bei Ein- und Zweifamilienhäusern (etwa 47 Prozent).

Rheinland-pfälzische Landesregierung setzt sich mit „4+1-Strategie“ bilanziell klimaneutralen, öffentlichen Gebäudebestand bis 2030 zum Ziel.

Quelle: Julia Hermann – stock.adobe.com

Mehr Bauland für Kommunen

Laut Baulandmobilisierungsgesetz wird Städten und Gemeinden mit angespanntem Wohnungsmarkt die Ausübung des Vorkaufsrechts, die Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans und die Anordnung eines Baugebots erleichtert. In welcher Stadt der Wohnungsmarkt als angespannt gilt, bestimmt die Landesregierung. Mit der Neufassung der Landesverordnung hat das rheinland-pfälzische Kabinett nun die Gebietskulisse um zwölf Städte und Gemeinden erweitert. Landau, Ludwigshaften, Mainz, Speyer und Trier waren bereits in die Gebietskulisse aufgenommen worden, neu hinzukommen: die Landkreise Ahrweiler, Alzey-Worms, Bad Dürkheim, Bad Kreuznach, Germersheim, Mainz-Bingen, Rhein-Pfalz-Kreis, Südliche Weinstraße und Trier-Saarburg sowie die Gemeinden Frankenthal, Neustadt an der Weinstraße und Worms. Die Landesverordnung tritt am 31. Dezember 2026 außer Kraft.