Aus den Unternehmen
- Soziale Verantwortung
Gemeinsam gegen Wohnungslosigkeit: NRW zeigt, wie es geht
Die Zahlen zur Wohnungslosigkeit werden seit Jahren immer schlechter – in ihrer aktuellsten Hochrechnung geht die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) von knapp über 1 Million Menschen aus, die im Jahr 2024 in Deutschland wohnungslos waren. Doch in Nordrhein-Westfalen bleibt diese Entwicklung nicht unbeantwortet. Wie engagiert die Wohnungswirtschaft handelt, zeigt eine neue bundesweite Broschüre, in der mehrere Projekte aus NRW Vorbildcharakter haben. Seit 2019 ist der VdW Rheinland Westfalen Teil der NRW-Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit „Endlich ein ZUHAUSE“ – und kann seitdem kontinuierlich positive Ergebnisse in Bezug auf präventiv verhinderte Wohnungsverluste sowie in der Vermittlung von wohnungslosen Menschen in passenden Wohnraum vorweisen. Aber gerade durch dieses vielfältige Engagement der VdW-Mitglieder wird deutlich, wie komplex das Thema Wohnungslosigkeit ist und wie viele gesellschaftliche Entwicklungen – wie etwa der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, die Zunahme psychischer Erkrankungen und die Flucht aus Kriegsgebieten – bei dieser gravierenden Form von Armut zusammenwirken.
- Bezahlbare Wohnungen
Dank DWG geht es in Lörick voran
Auf einem ehemaligen Gelände eines Autohauses entstehen 100 bezahlbare Genossenschaftswohnungen, 50 Prozent davon öffentlich gefördert. Nachdem der bisherige Investor insolvent gegangen ist, führt nun die Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaft (DWG) das Projekt an der Hansaallee 242 weiter. Der entsprechende Kaufvertrag ist unterschrieben. Bis 2016 befand sich auf dem Gelände das Autohaus Moll, ein Projektentwickler hatte das Grundstück erworben, um dort Wohnungen zu errichten und das Autohaus bis auf Teile der Bodenplatte und wenige Keller das Autohaus bereits abgerissen. Inzwischen ist der Projektentwickler insolvent gegangen. Die DWG sorgt nun dafür, dass trotzdem die dringend benötigten Wohnungen entstehen. Und zwar bezahlbare. Die DWG hatte sich bereits vor einiger Zeit mit dem Grundstück beschäftigt und hatte rund die Hälfte der geplanten Wohnungen von dem Projektentwickler gekauft. Nach dessen Insolvenz hat die DWG das etwa 6.000 Quadratmeter große Grundstück im linksrheinischen Stadtteil Lörick nun gekauft.
- "Riegel vor!" 2025
Gemeinsam für mehr Sicherheit
Ein Zuhause ist erst dann komplett, wenn man sich sicher fühlt. Was für viele selbstverständlich klingt, ist in der Praxis eine Aufgabe, die Weitsicht, Planung und Kooperation erfordert. Denn Sicherheit im eigenen Zuhause ist kein Zufallsprodukt – sie entsteht dort, wo Wohnungsunternehmen, Polizei und Initiativen an einem Strang ziehen. Ein Beispiel dafür ist der Wohnungsverein Rheine eG. Mit durchdachten Sicherheitskonzepten, enger Zusammenarbeit mit der Polizei im Kreis Steinfurt und der Initiative „Zuhause sicher“ wurden bereits über 350 Wohnungen mit modernen Einbruchschutzmaßnahmen ausgestattet, damit sich Menschen wirklich geborgen fühlen können. Zum Aktionswochenende „Riegel vor!“ 2025 spricht Ludger Hellkuhl, Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender des Wohnungsvereins Rheine eG, über die Bedeutung von Sicherheit im eigenen Zuhause, erfolgreiche Präventionsprojekte und seine Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Polizei und Partnern der Initiative „Zuhause sicher“.
- Draufgeschaut
Stadtentwicklung mit Weitblick
Von außen wirkt das Gebäude fast schwebend: Der helle Glaskubus auf dem Drachenfelsplateau fügt sich mit Leichtigkeit in das Panorama des Siebengebirges ein. Dort, wo früher ein klobiger Betonbau aus den 1970er-Jahren die Sicht auf das Rheintal verbaut hat, entstand in den letzten Jahren ein Ort, der architektonisch und funktional Maßstäbe setzt. Doch hinter dem ästhetischen Ensemble aus modernem Café, saniertem Altbau und großzügigem Außenraum steckt keine private Investorengruppe – sondern ein Wohnungsunternehmen: die Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Königswinter WWG. Was nach ungewöhnlichem Engagement klingt, ist für die WWG längst kein Sonderfall. Seit ihrer Gründung im Jahr 1953 sorgt sie für die Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum in der Region. In den 1990er-Jahren kamen auch Aufgaben der Wirtschaftsförderung hinzu. Seitdem setzt sich das Unternehmen gemeinsam mit der Kommune für eine nachhaltige Stadtentwicklung ein. „Natürlich liegt unser Schwerpunkt auf dem Wohnungsbau“, sagt Geschäftsführer Christopher Holderbaum. „Aber wir verstehen uns auch als Mitgestalter der Stadt. Denn wenn es Königswinter wirtschaftlich gut geht, profitieren auch wir.“ Wie breit das Engagement der WWG heute gefasst ist, zeigt sich an einem ihrer ungewöhnlichsten Projekte: der Neugestaltung des Drachenfelsplateaus. wischen Denkmal und Neubau: Die Neugestaltung eines WahrzeichensDer Drachenfels ist monumentaler Bestandteil der Rheinromantik: Hier soll nach mittelalterlicher Sage Siegfried den Drachen getötet haben, um unsterblich zu werden. Unsterblich schien zumindest die Anziehungskraft der alten Burg, die durch die Sage ausgelöst worden ist. Bereits 1834 eröffnete auf dem Drachenfels das erste Gasthaus, mit der Zahnradbahn kam 1883 der Massentourismus. Der Betonbau aus den 1970ern, zuletzt leerstehend und verwahrlost, war vielen in der Stadt ein Dorn im Auge. „Das Gebäude war eine Bausünde“, sagt Michael Bungarz, der seit über zwei Jahrzehnten Pr
- Unterwegs
Lokale Identität erhalten
Sozial orientierte Wohnungsunternehmen und -genossenschaften schaffen mehr als bezahlbare Wohnungen für eine Stadt. Sie erhalten unter anderem identitätsstiftende Gebäude, die Viertel und Menschen prägen. So wie etwa die WohnBau Mönchengladbach, die eine alte Grundschule zu einem Wohnhaus umbaut. An der Knopsstraße im Mönchengladbacher Stadtteil Westend ist das Straßenbild unspektakulär: einfache Wohnbebauung, wenig architektonischer Glanz. Und doch sticht ein Bau deutlich hervor. Zurückgesetzt vom Straßenraum, von altem Baumbestand flankiert, erhebt sich ein historischer Backsteinbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Hier befand sich einst die evangelische Grundschule – ein Gebäude, das vielen Anwohnerinnen und Anwohnern bis heute etwas bedeutet. „Für viele ältere Menschen aus dem Viertel ist es ein Stück ihrer eigenen Geschichte. Manche sind selbst dort zur Schule gegangen“, betont Frank Meier, Vorstand und Geschäftsführer der WohnBau Mönchengladbach. „Wenn so ein Gebäude verschwindet, verschwindet oft auch ein Teil des kollektiven Gedächtnisses.“
- Aus den Unternehmen
Trierer Genossenschaft WOGEBE für European Social Economy Awards 2025 nominiert
Die Wohnungsgenossenschaft Am Beutelweg eG (WOGEBE) aus Trier-Nord ist als eine von wenigen europäischen Initiativen in der Kategorie „Housing“ für die European Social Economy Awards 2025 nominiert. Die Auszeichnung würdigt 35 Jahre beherzten Einsatzes für dauerhaft bezahlbaren Wohnraum, soziale Teilhabe und eine lebendige Nachbarschaft. Was in den 1980er Jahren als bürgergetragene Gegenkraft zum Verfall eines Quartiers begann, hat sich in drei Jahrzehnten zu einem tragfähigen, sozialen Wohnprojekt entwickelt. Die WOGEBE wurde 1991 gemeinsam mit dem Bürgerhaus Trier-Nord gegründet und verfolgte von Anfang an das Ziel, marode Bestände zu erhalten, soziale Strukturen zu stärken und langfristig bezahlbaren Wohnraum für die Bewohnerinnen und Bewohner zu sichern. Heute verwaltet die Genossenschaft rund 500 Wohnungen auf städtischem Erbbaurecht und hat mit Investitionen von insgesamt rund 75 Millionen Euro maßgeblich zur Quartiersentwicklung beigetragen. Im Fokus der Arbeit steht nicht nur die Bindung niedriger Mieten – im Schnitt liegt die Nettokaltmiete bei 6,08 €/m² – sondern die Förderung sozialer Teilhabe: Begleitangebote, gemeinschaftliche Mitwirkung und die Zusammenarbeit mit Stadt, Land und Stiftungen haben dafür gesorgt, dass Trier-Nord nicht verdrängt, sondern nachhaltig gestärkt wurde.
- WohneNRW-Tage
VdW-Mitglieder gestalten landesweite Tage der öffentlichen Wohnraumförderung mit
Mittlerweile schon fast traditionell öffnen zahlreiche aus der öffentlichen Wohnraumförderung des Landes Nordrhein-Westfalen geförderte Wohnbauvorhaben an den „WohneNRW-Tagen“ ihre Türen. In diesem Jahr fanden die Aktionstage am 27., 28. und 29. August 2025 statt. Am ersten und zweiten Tag standen die Quartiere von Wohnungsunternehmen und -genossenschaften des VdW Rheinland Westfalen im Mittelpunkt der Reiseplanung von Daniel Sieveke, Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes-Nordrhein-Westfalen, der Ministerin Ina Scharrenbach vertrat. Er wurde von Mitgliedern der „Allianz für mehr Wohnungsbau Nordrhein-Westfalen“ begleitet. Sozialwohnungen, Schlichtbauten, soziale Brennpunkte – das sind nur einige der Vorurteile, die dem öffentlich geförderten Wohnungsbau vorauseilen. Dabei trifft es bezahlbar, klimagerecht, zukunftsfähig und bezahlbar sehr viel eher. Im Jahr 2024 haben die Wohnungsunternehmen und -genossenschaften im VdW Rheinland Westfalen rund 621 Millionen Euro an Fördermitteln für die Mietwohnraumförderung abgerufen. Das sind 32,8 Prozent aller abgerufenen Fördermittel. Damit haben sie 3.208 mietpreisgebundene, klima- und generationengerechte Wohnungen in lebenswerten Quartieren geschaffen: Als Mehrgenerationenhäuser, für Familien, in Wohngruppen für Menschen mit Beeinträchtigungen oder in modernisierten Wohnungsbeständen aus den 1950er und 1960er Jahren.
- Klimaschutzsiedlung.NRW
Weiteres Genossenschaftsquartier ausgezeichnet
Die Lönssiedlung der bwb Beamten-Wohnungsbau-Genossenschaft in Düsseldorf Stockum ist in die Riege der Klimaschutzsiedlungen aufgenommen worden. Wie die Landesgesllschaft Energy4Climate mitteilt, wurde das Quartier, das derzeit seriell saniert wird, Anfang Juli gemeinsam mit zwei weiteren Projekten – einem Bürogebäude und der Neubausiedlung einer kleinen Gemeinde – auf diese Weise geehrt. Mit der Auszeichnung als Klimaschutzsiedlung.NRW würdigt das Land Nordrhein-Westfalen Quartiere, die besonders ambitionierte energetische und klimaschonende Standards erfüllen. Ziel ist es, Modellprojekte zu fördern, die zeigen, wie nachhaltiges Bauen und Sanieren im großen Maßstab funktioniert – mit einem Primärenergiebedarf deutlich unter gesetzlichen Vorgaben, erneuerbarer Wärmeversorgung, hoher Ressourceneffizienz und qualitätsvoller Architektur. Das Quartier der bwb demonstriert laut Energy4Climate die Praxistauglichkeit von seriellem Sanieren auch für Gebäude aus den 1930er Jahren: In Düsseldorf-Stockum werden 41 Gebäude und insgesamt mehr als 200 Wohnungen modernisiert. Mit vorgefertigten Fassadenelementen in Holzrahmenbauweise wird die Effizienzklasse dabei von H auf A+ angehoben. Zudem werden die Gasetagenheizungen durch Wärmepumpen ersetzt und deren Strombedarf zum Teil über PV-Anlagen auf den Dächern gedeckt. Seit dem 3. Juni 2025 gilt eine überarbeitete Förderkulisse: Kommunen, Wohnungsunternehmen und Investoren können für die Planung und Umsetzung einer Klimaschutzsiedlung finanzielle Unterstützung erhalten. Voraussetzung ist, dass sie frühzeitig in Kontakt mit der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate treten und die Auszeichnung vor Baubeginn erhalten. Informationen, Beratungen und Antragstellung erfolgen über die Plattform von NRW.Energy4Climate unter https://www.energy4climate.nrw/kommunen/klimaquartiernrw.