Personal
- Arbeitskreis Berufliche Bildung
Wissen vor dem Ruhestand bewahren
Wie lässt sich Erfahrungswissen sichern, das nicht in Datenbanken steht, sondern in Köpfen – und bald mit diesen in den Ruhestand geht? Diese Frage stellten sich die Mitglieder des Arbeitskreises „Berufliche Bildung und Personalentwicklung“ des VdW Rheinland Westfalen. Die Antwort: ein gemeinsames Projekt, das neue Wege im Wissensmanagement erprobt. Im Januar 2025 kamen freiwillige Wohnungsunternehmen zusammen – mit dem klaren Ziel: Wissen nachhaltig zu sichern. Unter der Leitung von Peggy Evertz, Referentin für Berufliche Bildung und Personalentwicklung des VdW Rheinland Westfalen, und Rüdiger Grebe, Leiter der EBZ Akademie, nahm das Projekt Fahrt auf. Im Zeitraum zwischen März 2025 und Mai 2025 wurden Interviews geführt, Rollenanalysen erstellt und Erfahrungswissen systematisch greifbar gemacht – exemplarisch anhand der Position des Immobilientechnikers bei dem VdW-Mitgliedsunternehmen EWG Hagen.
- Veranstaltung
Drängende Diskussionen auf dem Sommerfest
Das Sommerfest der Wohnungswirtschaft brachte auch in diesem Jahr zahlreiche Akteurinnen und Akteure aus Wohnungswirtschaft, Politik, Wissenschaft und Stiftungen zusammen. Auf dem EBZ-Campus in Bochum wurde nicht nur gefeiert, sondern auch intensiv diskutiert: über die sozialen, technischen und personellen Herausforderungen einer Branche, die sich mitten in Transformation und Krisenbewältigung befindet. Zu Beginn des Sommerfests rückte das Vortragsprogramm die großen Zukunftsthemen der Branche in den Mittelpunkt: Technik, Digitalisierung und die Menschen, die all dies gestalten. Den Auftakt bildete die Präsentation von Studienergebnissen zur Quartiersentwicklung, die eindrucksvoll zeigte, wie sich demografische Veränderungen, Migration, Einkommensunterschiede und die Überforderung vieler Kommunen konkret in den Stadtteilen widerspiegeln. „Die Krisen unserer Gesellschaft werden zuerst in den Quartieren sichtbar“, lautete eine zentrale Aussage. Deutlich wurde zugleich: Die Wohnungswirtschaft allein kann diese Herausforderungen nicht lösen, ist jedoch ein entscheidender Akteur vor Ort.
- Draufgeschaut
Wenn Beschäftigte wieder einsteigen
Im Personalwesen wird derzeit häufig über den Employee Lifecycle gesprochen – das Modell, das die verschiedenen Phasen beschreibt, die Mitarbeitende durchlaufen: vom Aufmerksamwerden auf das Unternehmen bis zur Bindung und darüber hinaus. In diesem Zyklus erhält eine Phase zunehmend Relevanz – und gleichzeitig zu wenig strategische Beachtung: der Wiedereinstieg nach einer Auszeit. Dabei markiert er einen entscheidenden Moment – nicht nur im Lebenslauf eines Menschen, sondern auch in der Entwicklung organisationaler Kultur. Valbona Möhren ist Abteilungsleiterin Unternehmensentwicklung und Kommunikation bei der Rheinwohnungsbau GmbH. Vergangenes Jahr ist sie nach einem Jahr Elternzeit in ihre alte Funktion zurückgekehrt. „Für mich war das eine bewusste Entscheidung: eine Familie gründen, ohne meine berufliche Rolle aus den Augen zu verlieren“, sagt sie. Möhren ist eine von vielen Beschäftigten in der Wohnungswirtschaft, die nach einer Elternzeit zurückkehren – 20,5 Prozent der Eltern von Kindern unter drei Jahren gingen 2023 laut Statistischem Bundesamt in Deutschland in Elternteilzeit. Meist tun dies Mütter, doch auch der Anteil der Väter hat sich innerhalb von zehn Jahren verdoppelt, wenn auch auf geringem Niveau (Drei Prozent der Väter von Unter-Dreijährigen gehen in Elternzeit). Rückkehr in einen veränderten Alltag: Wer nach einer Elternzeit, Pflegezeit oder einer anderen persönlichen Auszeit zurückkehrt, erlebt die Organisation aus einem veränderten Blickwinkel. Während das Team im gewohnten Rhythmus weiterlief, blieb man selbst zeitweise außen vor – sowohl inhaltlich als auch strukturell. Prozesse wurden angepasst, Verantwortlichkeiten verschoben, neue Routinen etabliert. Für die Rückkehrenden ist das kein nahtloser Übergang, sondern oft ein echter Neustart – fachlich wie menschlich. Doch dieser Neustart betrifft nicht nur das Individuum, sondern die gesamte Organisation. Die Frage nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf rückt erneut ins Zentrum: Wie kann der b
- Persönlich
Neu an Bord
Jil Mohr ist seit kurzem Vorstandsassistentin bei der Witten Mitte eG und kam eher zufällig zu der Stelle. Dass das Onboarding funktioniert, hat sie unter anderem Tim Leweringhaus zu verdanken und einem Spruch seines Vaters. An den 1. September 2002 kann sich Tim Leweringhaus noch ziemlich gut erinnern. Es war sein erster Arbeitstag als Auszubildender zum Immobilienkaufmann, damals in einer Wohnungsgenossenschaft in Gevelsberg. Für den damals 19-Jährigen war es der Start in eine neue Lebensphase, aber kein Sprung ins kalte Wasser. Denn er hatte einen Rat seines Vaters beherzigt. „Fahr da doch mal hin, Junge, und stelle Dich den Kolleginnen und Kollegen vor“, hatte der ihm gesagt. Und zwar lange vor dem offiziellen Start der Ausbildung, bereits als der Arbeitsvertrag unterschrieben war. „Ich kannte deshalb einen Teil meiner Kolleginnen und Kollegen bereits, kannte die Geschäftsräume und meinen Arbeitsplatz“, erzählt Leweringhaus, der inzwischen Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Witten Mitte eG ist. An den Satz seines Vaters muss er immer noch denken, wenn er heute neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellt, mit an Bord nimmt – um den neudeutschen Begriff „Onboarding“ zu übersetzen.
- Aus den Unternehmen
Roland Bak wird neuer Vorstandsvorsitzender der Spar- und Bauverein Solingen eG
Am 1. Mai hat Roland Bak die Position des Vorstandsvorsitzenden der Spar- und Bauverein Solingen eG übernommen. Das Unternehmen beschäftigt 145 Mitarbeitende und gehört mit seinen rund 7.000 Wohnungen sowie über 14.500 Mitgliedern zu den bedeutendsten Wohnungsgenossenschaften in NRW. Der 59-jährige M.Sc. Real Estate und Diplom-Ingenieur ist seit Januar 2024 Mitglied des vierköpfigen Vorstands der Genossenschaft.
- Aus den Unternehmen
Dr. Christian Jaeger wird Vorstandsvorsitzender der Spar- und Bauverein eG Dortmund
Die Spar- und Bauverein eG Dortmund stellt personell die Weichen für die Zukunft: Dr. Christian Jaeger wird Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft. Der gebürtige Wittener verfügt über langjährige Erfahrung in der Wohnungswirtschaft und wird die Weiterentwicklung der Wohnungsbaugenossenschaft künftig mitgestalten. Sein Eintritt ist zum 1. Oktober 2025 geplant. Jaeger verfügt über umfassende Expertise in der Führung eines Wohnungsunternehmens und ist gleichzeitig mit den aktuellen Herausforderungen der Branche bestens vertraut. Er bringt besondere Erfahrungen in den Bereichen soziale Quartiersentwicklung, klimagerechte Sanierung, Neubau und vor allem in einer konsequenten Orientierung an Mieterinnen und Mietern mit. Aktuell ist er als Vorstand der GEWOBA Aktiengesellschaft in Bremen tätig. „Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe und auf die Menschen in Dortmund”, sagt Dr. Jaeger. „Als jemand, der im Ruhrgebiet aufgewachsen ist, bedeutet es mir viel, in meine Heimatregion zurückzukehren. Hier möchte ich gemeinsam mit dem engagierten Team bezahlbaren Wohnraum für die Zukunft sichern und weiterentwickeln.“
- Draufgeschaut
Wie Wärme übertragen wird
Der menschliche Körper muss, damit man sich wohlfühlt, eine konstante Temperatur von 37 Grad sicherstellen. Es gibt verschiedene Wege, wie Wärme übertragen wird. Auf dieser Seite stellen wir sie dar. Zugegeben: Diesem Mann hier wäre – angesichts der vielen Wärmequellen – ziemlich warm. Und so ganz effizient dürfte er auch nicht heizen.
- Das Thema
Neue Gesichter
Menschen ändern sich, auch die in Unternehmen. Die Generation Z hat sich kaum eingearbeitet, da klopft bald schon die Generation Alpha an die Unternehmenstür. Falls denn jemand klopft. Die Anzahl der Bewerbungen jedenfalls wird aller Wahrscheinlichkeit nach weiter abnehmen. Dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zufolge verlassen im kommenden Jahrzehnt fünf Millionen Menschen mehr den Arbeitsmarkt als in ihn eintreten. Rein quantitativ bedeutet der Fachkräftemangel also, dass weniger Menschen zur Verfügung stehen. Aber auch die Anforderungen, die mit der Arbeitsstelle verbunden sind, passen immer weniger zu den Kompetenzen der Bewerberinnen und Bewerber – Fachkräftemangel ist demnach auch ein qualitatives Problem. Eklatant zeigt sich dies beim Bau: Für 90,3 Prozent der Stellen in der Bauplanung und -überwachung gab es im Januar 2024 laut IW keine entsprechend qualifizierten Arbeitslosen. In der Bauelektrik lag diese so genannte Stellenüberhangsquote bei 81,7, in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bei 78,1.
- Unterwegs
Der Schlüssel zur Zufriedenheit
An einem Morgen Anfang Mai weist die Job-Suchmaschine „Stepstone“ 124 offene Stellen für die Stadt Espelkamp und einen Umkreis von zehn Kilometern aus. Es fehlen ein Projektleiter für den Automotivebereich, ein Elektroniker für den Sondermaschinenbau, eine Leiterin für die Produktionsplanung und Vertriebslogistik und 121 weitere qualifizierte Arbeitskräfte in der ostwestfälischen Stadt mit rund 25.000 Einwohnern. Laut der Studie „Hidden Champions in Nordrhein- Westfalen“ beheimatete die Wirtschaftsregion Ostwestfalen-Lippe im Jahr 2021 90 von 960 landesweit identifizierten Unternehmen dieser Art, die in der Regel zu den Top-3-Unternehmen in ihrer Branche auf dem Weltmarkt zählen. Dennoch zieht es vor allem wenige jüngere Fach- und Führungskräfte in den Nordosten von Nordrhein- Westfalen. Zu groß scheint für die meisten das Spannungsfeld von innovativen, zukunftsorientierten und gut bezahlten Jobs auf der einen, aber eher ländlichen Lebens und Versorgungsstrukturen auf der anderen Seite.
- Draufgeschaut
3 neue Kolleginnen und Kollegen
Wenn es schwieriger wird, Fachkräfte für sich zu gewinnen, lohnt sich ein genauerer Blick. Muss ich vielleicht gezielt nach neuen Gesichtern suchen, denen ich zuvor noch keine Aufmerksamkeit geschenkt habe? Wir stellen drei fiktive potenzielle Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter vor, die gewissen Zielgruppen entspringen, allerdings nicht mit ihnen identisch sind. Denn es bleibt dabei: Auch wenn ein Mensch zu einer Zielgruppe gehört, so bleibt er doch ein Individuum mit ganz eigenen Eigenschaften und Wünschen.