Wohnungslosigkeit
- Wohnungslosigkeit
Housing First: Landesregierung veröffentlicht Umsetzungskonzept
Das Sozialministerium Nordrhein-Westfalen hat ein Umsetzungskonzept für den sogenannte Housing-First-Ansatz veröffentlicht. Es ergänzt die Landesinitiative "Endlich ein ZUHAUSE", richtet sich aber vor allem an Sozialträger und berührt nicht direkt die bisherige Kooperation der sozial orientierten Wohnungswirtschaft mit dem Ministerium im Kampf gegen die Wohnungslosigkeit. Dem Housing-First-Ansatz zufolge bekommen selbst Wohnungslose, die abhängig von Drogen sind oder unter psychischen Problemen leiden, eine Wohnung vermietet. Die Verantwortung für die eigene Wohnung, so der Gedanke dahinter, stärke sie und bringe sie weiter dabei, ihre anderen Probleme im Leben zu lösen. "Housing first" richtet sich dabei auf die recht kleine Zielgruppe Obdachloser ohne Anbindung an Hilfesysteme, die auf der Straße leben. Viele Studien zeigen den positiven Einfluss dieses Ansatzes. Bekannt geworden ist der Ansatz über seine Umsetzung in Finnland. In der Wohnungswirtschaft wird der Ansatz eher skeptisch gesehen, es gibt allerdings auch Kooperationen, wie die der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mit dem Vringstreff in Köln. Vorbehalte hegen selbst sozial orientierte Vermieterinnen und Vermieter insbesondere deshalb, weil sie eine Belastung der Nachbarschaft und damit einhergehende Konflikte befürchten. Dass alle ehemals Wohnungslosen mit Suchtproblemen auf diese Weise ihr Leben wieder in den Griff bekommen, wird von ihnen bezweifelt.
- Endlich ein ZUHAUSE
VIVAWEST und Sozialdienst katholischer Frauen gemeinsam gegen Wohnungslosigkeit
Das VdW-Mitglied VIVAWEST und der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Langenfeld (SkF) haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Im Rahmen der Zusammenarbeit, die Teil der NRW-Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“ ist, setzen sich beide Partner dafür ein, Wohnungslosigkeit proaktiv zu verhindern und Menschen, die von Wohnungsverlust bedroht sind oder bereits wohnungslos leben, zu beraten und zu unterstützen. Die Kooperation läuft zunächst bis Ende 2027. „Der Verlust der Wohnung oder Obdachlosigkeit – beide Szenarien sind für immer mehr Menschen Realität. Als Wohnungsunternehmen wissen wir um unsere soziale Verantwortung", sagt Giovanni Costanza, Leiter VIVAWEST-Kundencenter Niederrhein.
- Soziale Verantwortung
Gemeinsam gegen Wohnungslosigkeit: NRW zeigt, wie es geht
Die Zahlen zur Wohnungslosigkeit werden seit Jahren immer schlechter – in ihrer aktuellsten Hochrechnung geht die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) von knapp über 1 Million Menschen aus, die im Jahr 2024 in Deutschland wohnungslos waren. Doch in Nordrhein-Westfalen bleibt diese Entwicklung nicht unbeantwortet. Wie engagiert die Wohnungswirtschaft handelt, zeigt eine neue bundesweite Broschüre, in der mehrere Projekte aus NRW Vorbildcharakter haben. Seit 2019 ist der VdW Rheinland Westfalen Teil der NRW-Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit „Endlich ein ZUHAUSE“ – und kann seitdem kontinuierlich positive Ergebnisse in Bezug auf präventiv verhinderte Wohnungsverluste sowie in der Vermittlung von wohnungslosen Menschen in passenden Wohnraum vorweisen. Aber gerade durch dieses vielfältige Engagement der VdW-Mitglieder wird deutlich, wie komplex das Thema Wohnungslosigkeit ist und wie viele gesellschaftliche Entwicklungen – wie etwa der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, die Zunahme psychischer Erkrankungen und die Flucht aus Kriegsgebieten – bei dieser gravierenden Form von Armut zusammenwirken.
- Soziale Verantwortung
Starke Partnerschaft für Wohnraum und Perspektive
In Köln zeigt ein Projekt, wie durch die enge Zusammenarbeit von sozialen Einrichtungen und Wohnungsunternehmen langfristige Unterstützung für Menschen in schwierigen Lebenslagen gewährleistet werden kann. Der Vringstreff e.V. und die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft (Aachener SWG) arbeiten gemeinsam daran, wohnungslosen und von Armut bedrohten Menschen zu einem stabilen Leben zu verhelfen. Der Vringstreff e.V. hat sich in Köln über Jahre hinweg als zentrale Anlaufstelle für wohnungslose und sozial benachteiligte Menschen etabliert. Mit Angeboten wie warme Mahlzeiten, soziale Beratung und Freizeitaktivitäten schafft die Einrichtung nicht nur ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Menschen, sondern auch konkrete Perspektiven. Der Weg aus der Wohnungslosigkeit ist jedoch lang und erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren. Hier kommt die Kooperation mit der Aachener SWG ins Spiel. Lisa Baumann, die für das Wohnungsunternehmen im Bereich Vermietung und Wohnungsverwaltung tätig ist, betont: „Wir als katholisches Wohnungsunternehmen haben soziale Themen ohnehin auf der Agenda, aber ich würde das nicht auf unsere Identität als katholisches Unternehmen beschränken. Jeder hat eine soziale Verantwortung – egal ob katholisch oder nicht. Für mich persönlich war das der Grund, warum ich mich so schnell mit dem Thema Housing First identifizieren konnte.“ Das Wohnungsunternehmen stellt Wohnungen zur Verfügung, die gezielt für Menschen in schwierigen Lebenslagen reserviert werden, und übernimmt damit eine wichtige Rolle im Integrationsprozess.
- Soziale Arbeit
Unterstützung für ein sicheres Zuhause
Seit Oktober 2019 ist Sozialmanagerin Sandra Burtscheidt bei der Neusser Bauverein GmbH die zentrale Ansprechpartnerin für Konflikte und Hilfebedarf im Alltag der Mieterinnen und Mieter. Sie vermittelt zwischen Nachbarn, unterstützt bei Krisensituationen und arbeitet aktiv daran, Wohnungslosigkeit zu verhindern. Durch die Zusammenarbeit mit Sozialträgern und Initiativen wie „Endlich ein Zuhause“ leistet sie einen wichtigen Beitrag zur sozialen Stabilität. Die Soziale Arbeit in Wohnungsunternehmen hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Verantwortlich dafür sind zunehmende gesellschaftliche Herausforderungen wie der demografische Wandel, finanzielle Belastungen und zwischenmenschliche Konflikte. Im Neusser Bauverein begleitet das Sozialmanagement Mieterinnen und Mieter bei Zahlungsschwierigkeiten und anderen Problemen, die im Alltag entstehen können. Ziel ist es, Ursachen zu erkennen und gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen zu entwickeln. Schlichtungsgespräche, Beratung und die enge Kooperation mit Ämtern und Sozialträgern gehören dabei zu den wesentlichen Aufgaben. Diese Herangehensweise soll Konflikte entschärfen und Mietverhältnisse langfristig sichern.
- Spende
Unterstützung für Wohnungslose
Ein unentgeltliches Frühstück, eine warme Mahlzeit am Abend sowie ein sicherer Ort für persönliche Hygiene – die Wohnungslosen-Initiative Gast-Haus e.V. bietet im Dortmunder Unionviertel eine gastfreundliche Begegnungsstätte. Für Wohnungslose und Menschen an der Armutsgrenze ist das „Gast-Haus“ dabei tagsüber sowohl gastlicher Raum als auch Anlaufstelle für Beratung und medizinische Angebote. Das Wohnungsunternehmen Vonovia unterstützt den Verein mit einer Spende von 2.500 Euro bereits zum dritten Mal. Gestartet mit acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und sechs Gästen im Jahr 1996 bietet das „Gast-Haus“ heute täglich zwei Mahlzeiten am Tag und damit 125.000 Essensausgaben pro Jahr. Durch Spenden und die Arbeit von mehr als 350 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entsteht eine wichtige Anlaufstelle für Bedürftige: Neben der Möglichkeit, sich in einem geschützten Raum frisch zu machen, stellt das Gast-Haus gespendete Kleidung oder Ausrüstung für die Übernachtung im Freien zur Verfügung. Gerade im Winter dient das „Gast-Haus“ aber auch als zentrale Möglichkeit, sich aufzuwärmen und auszutauschen.
- Wohnungslosigkeit
Unterstützung und Unterbringung
Die Wohnungslosigkeit bis 2030 zu beenden ist das erklärte Ziel: Am 19. und 20. Juni 2023 kamen in Berlin auf Einladung des Bundesbauministeriums Akteure aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, um am Nationalen Aktionsplan gegen Wohnungslosigkeit zu arbeiten. Viele Ansätze aus der NRW-Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“, in der mehrere VdW-Verbandsmitglieder maßgeblichen Anteil an ihrem Erfolg in Nordrhein-Westfalen hatten, wurden als Positivbeispiele auf dem bundesweiten Netzwerktreffen herangezogen.