soziale Verantwortung
- Soziale Verantwortung
Gemeinsam gegen Wohnungslosigkeit: NRW zeigt, wie es geht
Die Zahlen zur Wohnungslosigkeit werden seit Jahren immer schlechter – in ihrer aktuellsten Hochrechnung geht die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) von knapp über 1 Million Menschen aus, die im Jahr 2024 in Deutschland wohnungslos waren. Doch in Nordrhein-Westfalen bleibt diese Entwicklung nicht unbeantwortet. Wie engagiert die Wohnungswirtschaft handelt, zeigt eine neue bundesweite Broschüre, in der mehrere Projekte aus NRW Vorbildcharakter haben. Seit 2019 ist der VdW Rheinland Westfalen Teil der NRW-Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit „Endlich ein ZUHAUSE“ – und kann seitdem kontinuierlich positive Ergebnisse in Bezug auf präventiv verhinderte Wohnungsverluste sowie in der Vermittlung von wohnungslosen Menschen in passenden Wohnraum vorweisen. Aber gerade durch dieses vielfältige Engagement der VdW-Mitglieder wird deutlich, wie komplex das Thema Wohnungslosigkeit ist und wie viele gesellschaftliche Entwicklungen – wie etwa der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, die Zunahme psychischer Erkrankungen und die Flucht aus Kriegsgebieten – bei dieser gravierenden Form von Armut zusammenwirken.
- Internationales Jahr
Genossenschaften bauen eine bessere Welt
„Cooperatives build a better world“: Mit diesem Leitsatz rufen die Vereinten Nationen das Jahr 2025 zum zweiten Internationalen Jahr der Genossenschaften aus. UN-Generalsekretär António Guterres hebt damit die Rolle hervor, die Genossenschaften weltweit für eine nachhaltige, gerechte und widerstandsfähige Zukunft spielen. In Zeiten globaler Unsicherheit erinnern Genossenschaften daran, dass Fortschritt demokratisch, inklusiv und solidarisch gestaltet werden kann – und muss. Auch Wohnungsgenossenschaften setzten Zeichen im Internationalen Jahr – zum Beispiel auf dem Christopher Street Day. Rund zwölf Prozent der Weltbevölkerung sind Mitglied einer Genossenschaft, ob beispielsweise in der Landwirtschaft oder der Energieversorgung. Auch bei Banken, im Gesundheitssektor oder in der Wohnungswirtschaft. Gemeinsam erwirtschaften Genossenschaften enorme Werte – allein die 300 umsatzstärksten Genossenschaften kommen laut World Cooperative Monitor auf einen jährlichen Umsatz von über 2,4 Billionen US-Dollar. Sie bieten rund 280 Millionen Menschen weltweit Arbeit – das entspricht etwa zehn Prozent der globalen Erwerbsbevölkerung.
- Das Thema
Stadt, Land, Wohnen
Die wesentliche Aufgabe der sozial orientierten Wohnungswirtschaft ist schnell formuliert: Gutes und bezahlbares Wohnen sichern. Doch wie sie gelöst wird, hängt von den Marktbedingungen vor Ort, dem Mitwirken der Städte und Gemeinden ab. Gleichzeitig erfüllen die Wohnungsunternehmen und -genossenschaften noch weit mehr Aufgaben im Interesse der Allgemeinheit. Nehmen wir Köln. Prognosen von IT.NRW zufolge wird die Stadt im Jahr 2050 fünf Prozent mehr Einwohner haben als 2021. Wenn sie denn eine Wohnung finden. Denn der Druck auf den Wohnungsmarkt ist schon jetzt immens, die Interessentenlisten für eine Wohnung sind lang. Die durchschnittliche Miete liegt in der Domstadt laut NRW.BANK bei 13,27 Euro pro Quadratmeter. Im Hochsauerlandkreis sieht es anders aus: Wenn die Vorhersage eintrifft, wohnen hier im Jahr 2050 11,4 Prozent weniger Menschen als 2021. Jede dritte Person in dem Landkreis wird dann laut IT.NRW älter als 65 Jahre alt sein. In Köln ist es zu dem Zeitpunkt nur ungefähr jede fünfte. Die Aufgabe, gutes und bezahlbares Wohnen bereitzustellen, hat in beiden Kommunen gänzlich andere Vorzeichen. Während es in Köln darum geht, möglichst viele bezahlbare Wohnungen zu schaffen und zu erhalten, müssen im Hochsauerlandkreis die Barrieren in vorhandenen Wohnungen abgebaut werden, damit die ältere Bevölkerung weiter in ihrem angestammten Umfeld wohnen kann. Aber auch das zu Preisen, die sich auch weniger wohlhabende Rentnerinnen und Rentner leisten können. Dabei haben die Kommunen selbst den Schlüssel dazu in der Hand, ob sozial orientierte Wohnungsunternehmen und -genossenschaften bezahlbares Wohnen schaffen und erhalten können. Im Vorfeld der kürzlichen Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen im September dieses Jahres hat der VdW Rheinland Westfalen in Positionspapieren aufgezeigt, welche Instrumente die Kommunalpolitik nutzen kann, um bezahlbares Wohnen zu ermöglichen. So sollten sie etwa bei ihren baurechtlichen Vorgaben darauf achten, dass günstige Mieten noch im
- Beispielhaft
Ein Zuhause fürs Frauenhaus
Wer das Wort „Frauenhaus“ hört, denkt oft an geheime Adressen, abgeschottete Räume, ein Leben im Verborgenen. Jahrzehntelang war das das dominierende Modell in Deutschland: Frauen, die Gewalt erfahren hatten, sollten in der Anonymität geschützt werden. Auch in der ostwestfälischen Stadt Espelkamp gab es ein solches klassisches Frauenhaus. Doch seit 2014 ist hier vieles anders – und das nicht zuletzt dank des Vereins hexenhaus e.V. und der Aufbaugemeinschaft Espelkamp GmbH.Die Aufbaugemeinschaft Espelkamp ist kein typisches Wohnungsunternehmen. Sie entstand Anfang der 1950er-Jahre, als auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik eine völlig neue Stadt gebaut wurde. Wohnungen, Straßen, Müllabfuhr, Schulen – im Grunde wurde die gesamte Infrastruktur in Espelkamp durch die Aufbaugemeinschaft geschaffen. Bis heute prägt diese Gründungsgeschichte ihr Selbstverständnis: Wohnungsbau bedeutet hier auch Stadtentwicklung.„Unsere Gesellschafter sind zur Hälfte das Land NRW und zu je 25 Prozent die Evangelische Kirche von Westfalen und die Diakonie Deutschland. Wir arbeiten wirtschaftlich, aber sind dem Gemeinwohl verpflichtet“, erklärt Geschäftsführer Sascha Golnik. Aus dieser Struktur heraus war es fast selbstverständlich, soziale Aufgaben zu übernehmen. Bereits in den 1980er-Jahren stellte die Aufbaugemeinschaft dem späteren Verein hexenhaus ein kleines, bunt bemaltes Gebäude zur Verfügung, in dem Frauen ehrenamtlich Schutzwohnungen aufbauten. Im Ort wurde es bald spöttisch „Hexenhaus“ genannt. Doch die Gründerinnen ließen sich davon nicht abwerten: Sie nahmen den Namen an, identifizierten sich mit den „Hexen“ der Geschichte – Frauen, die Widerstände überwinden mussten – und machten ihn zum Markenzeichen. „Wir haben uns den Namen angeeignet und mit Stolz getragen. Heute steht das hexenhaus für Stärke und Zusammenhalt“, sagt Maria Köhn, Geschäftsführerin und Vorständin Hilfe für Menschen in Krisensituationen e.V. – hexenhaus. 2014 begann ein neues Kapitel: Gemeinsam mit
- Aus den Unternehmen
Trierer Genossenschaft WOGEBE für European Social Economy Awards 2025 nominiert
Die Wohnungsgenossenschaft Am Beutelweg eG (WOGEBE) aus Trier-Nord ist als eine von wenigen europäischen Initiativen in der Kategorie „Housing“ für die European Social Economy Awards 2025 nominiert. Die Auszeichnung würdigt 35 Jahre beherzten Einsatzes für dauerhaft bezahlbaren Wohnraum, soziale Teilhabe und eine lebendige Nachbarschaft. Was in den 1980er Jahren als bürgergetragene Gegenkraft zum Verfall eines Quartiers begann, hat sich in drei Jahrzehnten zu einem tragfähigen, sozialen Wohnprojekt entwickelt. Die WOGEBE wurde 1991 gemeinsam mit dem Bürgerhaus Trier-Nord gegründet und verfolgte von Anfang an das Ziel, marode Bestände zu erhalten, soziale Strukturen zu stärken und langfristig bezahlbaren Wohnraum für die Bewohnerinnen und Bewohner zu sichern. Heute verwaltet die Genossenschaft rund 500 Wohnungen auf städtischem Erbbaurecht und hat mit Investitionen von insgesamt rund 75 Millionen Euro maßgeblich zur Quartiersentwicklung beigetragen. Im Fokus der Arbeit steht nicht nur die Bindung niedriger Mieten – im Schnitt liegt die Nettokaltmiete bei 6,08 €/m² – sondern die Förderung sozialer Teilhabe: Begleitangebote, gemeinschaftliche Mitwirkung und die Zusammenarbeit mit Stadt, Land und Stiftungen haben dafür gesorgt, dass Trier-Nord nicht verdrängt, sondern nachhaltig gestärkt wurde.
- Soziale Verantwortung
Allbau feiert 25 Jahre Engagement für lebenswerte Quartiere – und stellt neue Stiftung vor
Wie gelingt gutes Zusammenleben in unseren Quartieren – heute und morgen? Diese Frage stand im Zentrum eines Fachkongresses, zu dem der Allbau anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums im Sozialmanagement am 18. Juni 2025 ins Tagungshotel Franz in Essen eingeladen hatte. Rund 100 Fachleute aus Stadtverwaltung, Sozialarbeit, Wissenschaft und Wohnungswirtschaft – darunter auch VdW-Sozialexperte Friedrich-Alexander Flatters als Moderator – diskutierten über Herausforderungen, Erfahrungen und zukunftsweisende Impulse für soziale Stabilität im Quartier. Seit 25 Jahren zeigt der Allbau, größter Wohnungsanbieter der Stadt Essen, dass soziale Verantwortung weit über die Bereitstellung von Wohnraum hinausgeht. Mit einem eigenen Team aus Sozialmanagerinnen und -managern engagiert sich das Unternehmen kontinuierlich für Chancengleichheit, Teilhabe und stabile Nachbarschaften.
- Soziale Verantwortung
Starke Partnerschaft für Wohnraum und Perspektive
In Köln zeigt ein Projekt, wie durch die enge Zusammenarbeit von sozialen Einrichtungen und Wohnungsunternehmen langfristige Unterstützung für Menschen in schwierigen Lebenslagen gewährleistet werden kann. Der Vringstreff e.V. und die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft (Aachener SWG) arbeiten gemeinsam daran, wohnungslosen und von Armut bedrohten Menschen zu einem stabilen Leben zu verhelfen. Der Vringstreff e.V. hat sich in Köln über Jahre hinweg als zentrale Anlaufstelle für wohnungslose und sozial benachteiligte Menschen etabliert. Mit Angeboten wie warme Mahlzeiten, soziale Beratung und Freizeitaktivitäten schafft die Einrichtung nicht nur ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Menschen, sondern auch konkrete Perspektiven. Der Weg aus der Wohnungslosigkeit ist jedoch lang und erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren. Hier kommt die Kooperation mit der Aachener SWG ins Spiel. Lisa Baumann, die für das Wohnungsunternehmen im Bereich Vermietung und Wohnungsverwaltung tätig ist, betont: „Wir als katholisches Wohnungsunternehmen haben soziale Themen ohnehin auf der Agenda, aber ich würde das nicht auf unsere Identität als katholisches Unternehmen beschränken. Jeder hat eine soziale Verantwortung – egal ob katholisch oder nicht. Für mich persönlich war das der Grund, warum ich mich so schnell mit dem Thema Housing First identifizieren konnte.“ Das Wohnungsunternehmen stellt Wohnungen zur Verfügung, die gezielt für Menschen in schwierigen Lebenslagen reserviert werden, und übernimmt damit eine wichtige Rolle im Integrationsprozess.
- Soziale Arbeit
Unterstützung für ein sicheres Zuhause
Seit Oktober 2019 ist Sozialmanagerin Sandra Burtscheidt bei der Neusser Bauverein GmbH die zentrale Ansprechpartnerin für Konflikte und Hilfebedarf im Alltag der Mieterinnen und Mieter. Sie vermittelt zwischen Nachbarn, unterstützt bei Krisensituationen und arbeitet aktiv daran, Wohnungslosigkeit zu verhindern. Durch die Zusammenarbeit mit Sozialträgern und Initiativen wie „Endlich ein Zuhause“ leistet sie einen wichtigen Beitrag zur sozialen Stabilität. Die Soziale Arbeit in Wohnungsunternehmen hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Verantwortlich dafür sind zunehmende gesellschaftliche Herausforderungen wie der demografische Wandel, finanzielle Belastungen und zwischenmenschliche Konflikte. Im Neusser Bauverein begleitet das Sozialmanagement Mieterinnen und Mieter bei Zahlungsschwierigkeiten und anderen Problemen, die im Alltag entstehen können. Ziel ist es, Ursachen zu erkennen und gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen zu entwickeln. Schlichtungsgespräche, Beratung und die enge Kooperation mit Ämtern und Sozialträgern gehören dabei zu den wesentlichen Aufgaben. Diese Herangehensweise soll Konflikte entschärfen und Mietverhältnisse langfristig sichern.
- Soziales Engagement
Quartiersarbeit für gute Nachbarschaften
Wohnquartiere sozial zu stabilisieren und gute Nachbarschaften zu erhalten, begreift die sozial orientierte Wohnungswirtschaft als eigene Aufgabe. Claudia Wußmann ist als Quartiersmanagerin für die Nachbarschaftszentren der Rheinwohnungsbau GmbH in Düsseldorf verantwortlich. Wir treffen sie in einem Zentrum, das seit 15 Jahren existiert, und einem, das in Kürze eröffnet wird.
- Energie und Heizen
Hilfe in der Energiepreiskrise
Wie helfen sozial orientierte Wohnungsunternehmen Mieterinnen und Mieter durch die Energiepreiskrise? Michael Minuth, Sozialarbeiter des Verbandsmitglieds und kommunalen Wohnungsunternehmens Allbau GmbH aus Essen, berichtet. Im Quartiersbüro Nothofsbusch im Essener Stadtteil Stoppenberg kümmert er sich regelmäßig um Bewohnerinnen und Bewohner, die sich zuletzt häufiger infolge gestiegener Energie- und Heizkosten bei ihm melden.