klimagerechtes Wohnen
- Förderung
Wiederauflage der KfW-55-Förderung startet
Zum 16. Dezember 2025 hat die Bundesregierung die Förderung von Neubauten im KfW-55-Energiestandard kurzfristig wieder aufgelegt. Der bekanntgegebene Zinssatz liegt je nach Laufzeit zwischen 1,94 und 2,91 Prozen effektiver Jahreszins für den Endkreditnehmer. Mit der Reaktivierung der Förderung reagiert die Bundesregierung auf eine Forderung der sozial orientierten Wohnungswirtschaft, allerdings liegt der angebotene Zinssatz über den vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobliienunternehmen gefordeten ein Prozent. 800 Millionen Euro werden für die Förderung insgesamt zur Verfügung gestellt. Die Bundesregierung will damit Bauprojekte ermöglichen, die im KfW-55-Standard geplant und genehmigt wurden, 2022 aber aufgrund des kurzfristigen Förderstopps im KfW-55-Programm nicht mehr gebaut wurden. Da das KfW-55-Energie-Niveau inzwischen als Neubaustandard gilt, war eine Förderung ausgeschlossen. Voraussetzung für die Förderung nach dem aktuellen Programm ist die Nutzung von 100 Prozent erneuerbarer Energien.
- Wärmewende im Wohnungsbau
Innovative Technologien und soziale Lösungen auf der HEATEXPO Dortmund
Wie können Gebäude und Quartiere zukunftsfähig mit Wärme versorgt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich jedes Jahr im November die Heat Expo Messe in Dortmund – und die Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften des VdW Rheinland Westfalen jeden Tag. Daher war der Verband auch in diesem Jahr wieder Partner der Messe und hat vor Ort die Perspektive der Wohnungswirtschaft im Rahmen von Vorträgen, Paneldiskussionen und im gemeinsamen Austausch eingebracht. Wie gelingt eine sozialverträgliche Wärmewende? Hierzu diskutierte Verbandsdirektor Alexander Rychter im KlimaForum unterwegs gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Verbraucherzentrale und der Kommunen. Wichtig für das Gelingen sind partnerschaftliche Zusammenarbeit, Kommunikation und langfristige Planungssicherheit. Welche innovativen Wärmetechnologien können im Mehrfamilienhaus eingesetzt werden? Einige spannende Lösungen wurden im vom VdW Rheinland Westfalen organisierten Messerundgang vorgestellt. Von Ansätzen zur Steigerung der Energieeffizienz der Heizungsanlagen, über Wärmepumpen, Wärmetauschern für Nahwärmenetze bis hin zu ganzen Quartierskonzepten erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in unterschiedliche Technologien.
- Europäischer Holzbaukongress
Holz macht Hoffnung für den Wohnungsbau
Lange galt der Holzbau, gerade von Mehrfamilienhäusern, als Spezialdisziplin. Inzwischen ist er zum Hoffnungsträger für den Wohnungsbau geworden. Das machte der 18. Europäischen Kongress „Effizientes Bauen mit Holz im urbanen Raum“ (EBH) Anfang Oktober 2025 in Köln klar. Gerade die sozial orientierte Wohnungswirtschaft setzt auf den ökologischen Baustoff, wie drei Praxisbeispiele von VdW-Mitgliedern zeigten. Mit ihrem zweiten Projekt zur seriellen Sanierung setzt die Wohnungsgenossenschaft am Vorgebirgspark eG in Köln ein starkes Signal. Als eine der Pionierinnen des Energiesprong-Prinzips hat die Genossenschaft bereits beim ersten Projekt gezeigt, welches Potenzial in der seriellen Sanierung steckt. Gebäude lassen sich mit einem hohen Anteil an Vorfertigung effizient sanieren – bei laufender Bewohnung. Die Erfahrungen daraus haben Thomas Meißner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Genossenschaft, überzeugt, den Ansatz fortzuführen und weiter zu verfeinern – nun beim zweiten Projekt mit kürzeren Bauzeiten, optimierten Abläufen und neuen Materialien.
- Klimaschutzsiedlung.NRW
Weiteres Genossenschaftsquartier ausgezeichnet
Die Lönssiedlung der bwb Beamten-Wohnungsbau-Genossenschaft in Düsseldorf Stockum ist in die Riege der Klimaschutzsiedlungen aufgenommen worden. Wie die Landesgesllschaft Energy4Climate mitteilt, wurde das Quartier, das derzeit seriell saniert wird, Anfang Juli gemeinsam mit zwei weiteren Projekten – einem Bürogebäude und der Neubausiedlung einer kleinen Gemeinde – auf diese Weise geehrt. Mit der Auszeichnung als Klimaschutzsiedlung.NRW würdigt das Land Nordrhein-Westfalen Quartiere, die besonders ambitionierte energetische und klimaschonende Standards erfüllen. Ziel ist es, Modellprojekte zu fördern, die zeigen, wie nachhaltiges Bauen und Sanieren im großen Maßstab funktioniert – mit einem Primärenergiebedarf deutlich unter gesetzlichen Vorgaben, erneuerbarer Wärmeversorgung, hoher Ressourceneffizienz und qualitätsvoller Architektur. Das Quartier der bwb demonstriert laut Energy4Climate die Praxistauglichkeit von seriellem Sanieren auch für Gebäude aus den 1930er Jahren: In Düsseldorf-Stockum werden 41 Gebäude und insgesamt mehr als 200 Wohnungen modernisiert. Mit vorgefertigten Fassadenelementen in Holzrahmenbauweise wird die Effizienzklasse dabei von H auf A+ angehoben. Zudem werden die Gasetagenheizungen durch Wärmepumpen ersetzt und deren Strombedarf zum Teil über PV-Anlagen auf den Dächern gedeckt. Seit dem 3. Juni 2025 gilt eine überarbeitete Förderkulisse: Kommunen, Wohnungsunternehmen und Investoren können für die Planung und Umsetzung einer Klimaschutzsiedlung finanzielle Unterstützung erhalten. Voraussetzung ist, dass sie frühzeitig in Kontakt mit der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate treten und die Auszeichnung vor Baubeginn erhalten. Informationen, Beratungen und Antragstellung erfolgen über die Plattform von NRW.Energy4Climate unter https://www.energy4climate.nrw/kommunen/klimaquartiernrw.
- Klimaneutrales Wohnen
„Das Ziel ist klar, der Weg (noch) nicht.“
Bis 2045 muss der Gebäudesektor klimaneutral sein – was bedeutet dieses große Ziel konkret für die wohnungswirtschaftliche Praxis? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Gesprächs mit Dr. Daniel Ranker, dem Prüfungsdirektor des VdW Rheinland Westfalen. In Nordrhein-Westfalen sind die Wohnungsunternehmen und -genossenschaften des VdW Rheinland Westfalen mit ungefähr 20 Prozent aller Wohnungen am Markt vertreten. Sie bewirtschaften ihre Wohnungsbestände langfristig, bieten diese für bezahlbare Mietpreise an und investieren jedes Jahr hohe Summen in die energetische Modernisierung ihrer Wohnquartiere. In Nordrhein-Westfalen werden von rund 5 Millionen Wohnungen etwa 3,3 Millionen mit Gas-Heizungen beheizt – hier verdeutlicht sich schon anhand des gesamten Wohnungsbestandes, dass sehr hohe Investitionen notwendig sind, um die vollständige Abkehr von fossilen Brennstoffen zu vollziehen und erneuerbare Energien breitflächig in die Heizsysteme zu integrieren. Langfristig heißt es also „raus mit der Gasheizung und runter mit den Emissionen auf Null“ – auch für die Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften des VdW Rheinland Westfalen.