thema der Wohnungswirtschaft
N°1 – Der perfekte Sturm

Das Autarkieteam rund um den Energiewissenschaftler Prof. Timo Leukelfeld
Quelle: UKBS

Wo heute schon 2045 ist: Verbandsmitglied stellt CO₂-freies Quartier fertig

Ein Wohnquartier, das vollständig auf fossile Brennstoffe verzichtet? Das ist jetzt schon möglich! Ein bisher einzigartiges Projekt eines VdW-Mitglieds in Nordrhein-Westfalen mit 35 Wohnungen, die sich selbst mittels Sonnenenergie umfassend mit Wärme und Strom für Haushalt und Elektromobilität versorgt. Der vollständige Verzicht auf fossile Brennstoffe macht das Wohnen zudem CO₂-frei! Das enttechnisierte und energieautarke Wohnquartier der Unnaer Kreis-Bau-und Siedlungsgesellschaft mbH (UKBS) hat die innovativen Wohngebäude am 17. November 2023 an die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner übergeben – hier ist heute schon klimaneutrales Wohnen Realität! Für die Mieterinnen und Mieter des neu gebauten Wohnquartiers beginnt mit dem Einzug die energetische Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und damit die Zukunft des Wohnens.

Für den Klimaschutz gilt: weniger ist mehr.

„Da sich diese Häuser selbst mit Wärme, Strom und Elektromobilität aus der Sonne versorgen, verzichten sie im laufenden Betrieb vollkommen auf fossile Energieträger. Das macht die Mieterinnen und Mieter unabhängig von steigenden Strom-, Gas- und Ölpreisen und das Wohnen CO₂-frei“, erläutert Matthias Fischer, Geschäftsführer der UKBS, die verschiedenen Vorteile. Die gesamte Anlage basiert auf dem Konzept der „enttechnisierten, hochgradig energieautarken Gebäude“ des Autarkieteams rund um den Energiewissenschaftler Prof. Timo Leukefeld.

Jede Wohnung ist nach dem neuesten Stand der Technik ausgerüstet. „Dennoch sind diese Gebäude echte Technik-Minimalisten“, weiß Timo Leukefeld, Energiewissenschaftler und Entwickler des Konzepts enttechnisierte, energieautarke Gebäude. „Innovative, hocheffiziente Infrarotheizungen sorgen in den massiv gebauten Wohnungen für behagliche Wärme. Das Warmwasser wird dezentral elektrisch bereitet, sodass sich in den gesamten Gebäuden lediglich Strom- und Kaltwasserleitungen befinden. Die gesamte Heiz- und Warmwassertechnik ist so annähernd wartungsfrei – mit immensen wirtschaftlichen Einsparungen.“

Das vielfältige Wohnangebot umfasst Wohnungen in einer Größe von 65 bis 95 Quadratmetern. Jeder Wohneinheit ist ein fester PKW Stellplatz zugeordnet. Da Nachhaltigkeit hier Programm ist, sind die Wohnungen für E-Mobilität vorbereitet, die sich aus dem selbst gewonnenen Sonnenstrom speist – ebenso wie die im Rahmen des Car-Sharings angebotenen E-Autos. 41 Stellplätze für PKW und 100 für Fahrräder ergänzen das Wohnangebot. Ein naturnah gestalteten Gemeinschaftsgarten umgibt die Gebäude.

Dirk Wigant, Alexander Rychter, Matthias Fischer, Ina Scharrenbach, Timo Leukefeld und Mario Löhr bei der feierlichen Eröffnung des energieautarken Wohnquartiers
Quelle: UKBS
Energieautarkes und enttechnisiertes Neubauquartier in Unna-Königsborn
Quelle: UKBS

„Pioniergeist aus Unna für Nordrhein-Westfalen: Die Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft mbH zeigt, wie Klimaschutz und Bezahlbarkeit des Wohnens unter ein Dach gebracht wird. Energetisch durchdacht und CO2-frei im Betrieb sind die Mehrfamilienhäuser ein echtes Vorreiterprojekt. Die energieautarken Gebäude erfüllen bereits heute den Baustandard, der erst ab 2045 vorgesehen ist. Dies zeigt: Mit klugen Köpfen, Mut und Innovation gehen wir in Nordrhein-Westfalen voran“, sagt Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die zukünftigen Mieterinnen und Mieter erhalten ihre Wohnung zu einer festen Pauschalmiete. Diese enthält neben den Kosten für das Wohnen auch das Entgelt für Wärme, Strom und Warmwasser. „Den zukünftigen Bewohnenden gibt dieses Modell einer Pauschalmieten mit Energie-Flatrate langfristig Sicherheit vor Mieterhöhungen und erspart unangenehme Überraschungen bei der jährlichen Nebenkostenabrechnung“, erläutert Landrat und UKBS-Aufsichtsratsvorsitzender Mario Löhr das neuartige Vermietungsmodell. „Über ein Car-Sharing können sie E-Autos nutzen und auf diese Weise bereits die Anschaffungskosten für ein Auto einsparen. Das solare Betanken ist, wie der Haushaltsstrom, von der Flatrate gedeckt.“

Quelle: UKBS