Sozialarbeit
- Treffpunkt Sozialarbeit
"Messies": Betroffenen helfen, andere schützen
Werden große Mehrfamilienhäuser modernisiert, stoßen Wohnungsunternehmen regelmäßig auf Messie-Wohnungen: Von hundert Wohnungen sind etwa drei bis vier betroffen. So lautet die Erfahrung von Michael Schröter, Direktor der Erste deutsche Messie-Akademie, die er in einem Seminar beim VdW-Treffpunkt Sozialarbeit im März 2026 teilte. Dass das Problem in der sozial orientierten Wohnungswirtschaft virulent ist, zeigt auch die rege Teilnahme an dem Seminar. Es musste wegen der vielen Anmeldungen wiederholt werden. Dabei wurde vor allem diskutiert, wie man den betroffenen Menschen helfen, die Nachbarn aber auch schützen könne. Schröter verdeutlichte in dem Seminar, dass das "pathologische Horten", wie die psychische Erkrankung medizinisch korrekt heißt, viele Ausprägungen habe. Betroffen seien Menschen aller Altersgruppen und Gesellschaftsschichten, viele Betroffene stünden erfolgreich im Arbeitsleben und hätten ein aktives soziales Umfeld. Zur Einordnung wichtig sei die Unterscheidung zwischen „Vermüllern“ und „Sammlern“.
- Im Gespräch
"Das Bielefelder Modell zukunftssicher machen"
Die Mieterinnen und Mieter können auf einen sozialen Dienstleister in einem Quartier zurückgreifen, zahlen aber nur, wenn sie es auch tun. Das ist Kern des „Bielefelder Modells“, als dessen Erfinder das Wohnungsunternehmen BGW Bielefeld gilt. Oliver Klingelberg leitet das Sozialmanagement der BGW und verrät, wie sich das Modell im Laufe der Zeit verändert hat.Wann und wie hat das mit dem Bielefelder Modell begonnen? Von wem ging der Kooperationsgedanke aus? Klingelberg: Das erste Bielefelder Modell wurde 1996 bezogen. Die Konzeption ist dabei die Fortentwicklung einer vorherigen langjährigen Zusammenarbeit in einzelnen Projekten zwischen der BGW und verschiedenen sozialen Trägern. Ausgangspunkt war die Überzeugung, dass die Wohnwünsche von älteren, gegebenenfalls pflegebedürftigen Menschen bzw. von Menschen mit Behinderung sich im Grundsatz nicht von den Wohnwünschen anderer unterscheiden. Allerdings verändern sich die Anforderungen an das Wohnsetting. Ziel war es also, ein attraktives und bezahlbares Wohnangebot zu schaffen, welches gleichermaßen dem Wunsch nach Selbstbestimmtheit und Privatheit als auch nach Versorgungssicherheit im Falle von gesundheitlichen Einschränkungen und Pflegebedürftigkeit entspricht. Die dafür notwendigen Bausteine sind Barrierefreiheit, ein umfassendes professionelles Versorgungsangebot, das möglichst rund um die Uhr über einen sozialen Dienst direkt im Quartier abrufbar ist, sowie die Stärkung von Selbsthilfepotentialen, Nachbarschaft und Ehrenamt. Wie viele Modelle in der Art haben Sie inzwischen umgesetzt – und was machen Sie inzwischen anders? Klingelberg: Aktuell wird das „Bielefelder Modell“ von der BGW in elf Quartieren mit unterschiedlichen Partnern stadtweit umgesetzt. Dabei hat sich die Konzeption stetig weiterentwickelt. So hat beispielsweise die herausragende Bedeutung des Wohncafés als Treffpunkt für die Nachbarschaft und als Ausgangspunkt zahlreicher haupt- und ehrenamtlicher Aktivtäten dazu geführt, dass diese Räume gege
- Soziale Arbeit
Unterstützung für ein sicheres Zuhause
Seit Oktober 2019 ist Sozialmanagerin Sandra Burtscheidt bei der Neusser Bauverein GmbH die zentrale Ansprechpartnerin für Konflikte und Hilfebedarf im Alltag der Mieterinnen und Mieter. Sie vermittelt zwischen Nachbarn, unterstützt bei Krisensituationen und arbeitet aktiv daran, Wohnungslosigkeit zu verhindern. Durch die Zusammenarbeit mit Sozialträgern und Initiativen wie „Endlich ein Zuhause“ leistet sie einen wichtigen Beitrag zur sozialen Stabilität. Die Soziale Arbeit in Wohnungsunternehmen hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Verantwortlich dafür sind zunehmende gesellschaftliche Herausforderungen wie der demografische Wandel, finanzielle Belastungen und zwischenmenschliche Konflikte. Im Neusser Bauverein begleitet das Sozialmanagement Mieterinnen und Mieter bei Zahlungsschwierigkeiten und anderen Problemen, die im Alltag entstehen können. Ziel ist es, Ursachen zu erkennen und gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen zu entwickeln. Schlichtungsgespräche, Beratung und die enge Kooperation mit Ämtern und Sozialträgern gehören dabei zu den wesentlichen Aufgaben. Diese Herangehensweise soll Konflikte entschärfen und Mietverhältnisse langfristig sichern.