Pressestatement
Wohnungswirtschaft registriert moderaten Anstieg der Baugenehmigungen in NRW – Neubau-Mehrfamilienhäuser bleiben nahezu stabil
Am Bau steigen die Genehmigungszahlen für neue Wohnungen in Nordrhein-Westfalen für den Zeitraum Januar bis September 2025 – doch der dringend benötigte Mietwohnungsbau kommt kaum vom Fleck. Laut IT.NRW wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 31.672 Wohnungen genehmigt – ein Plus von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Januar bis September 2024: 30.027 Wohnungen). Trotz dieses Anstiegs bleibt der Wohnungsmangel in NRW eine große Herausforderung.
Dazu erklärt Alexander Rychter, Direktor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen:
„Der leichte Anstieg gibt Wohnungssuchenden ein Stück Hoffnung – aber von einer Trendwende kann keine Rede sein. Unsere Wohnungsunternehmen und -genossenschaften setzen bereits auf innovative Bauweisen und Förderprogramme, um den Neubau kosteneffizient zu gestalten.“ Aber er mahnt: „Wir haben noch einen langen Weg vor uns, die angespannte Lage auf NRWs Wohnungsmärkten zu überwinden.“
Einfamilienhäuser ziehen Zahlen nach oben – Mietwohnungsbau stagniert
Der Zuwachs fällt vor allem auf neue Einfamilienhäuser zurück: Von den 31.672 genehmigten Wohnungen entfallen 5.277 mehr Wohnungen auf Einfamilienhäuser. Die Zahl der Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern, also dem klassischen Mietwohnungsbau, liegt mit 17.118 genehmigten Wohnungen lediglich um 0,3 Prozent über dem Vorjahreswert. „Wir begrüßen jede zusätzliche Genehmigung – sie ist ein wichtiges Signal“, so Rychter. „Aber wir dürfen uns nicht auf kleinen Zahlen ausruhen. Für spürbare Entlastung braucht es deutlich mehr Neubauten im Mietwohnungsbau. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Förderprogramme und Rahmenbedingungen stabil bleiben.“
„Einfach“ bauen!
„Wir als sozial orientierte Wohnungswirtschaft freuen uns, dass der Gebäudetyp E so kommt, wie die Bauministerkonferenz ihn aufgegleist hat, und befürworten auch die Eckpunkte des Papiers. Allerdings erwarten wir, dass der Gebäudetyp E nicht erst Ende 2026 in Gesetzesform gegossen und damit wahrscheinlich erst im Laufe des Jahres 2027 umgesetzt wird. Wir erwarten vom Bund mehr Tempo.“
Wohnraumförderung attraktiv halten
„Es ist entscheidend, dass das Land die Wohnraumförderung weiterhin konsequent ausbaut“, betont Rychter. „Unsere Wohnungsunternehmen und -genossenschaften wollen bauen. Das Land muss diese Nachfrage als Chance nutzen, die dringend benötigten geförderten Wohnungen auch fertigzustellen. Das Wohnraumförderprogramm NRW ist für unsere Branche unverzichtbar. Im Jahr 2024 wurden 2,3 Milliarden Euro für die Schaffung und Modernisierung von 12.847 Wohnungen bewilligt, darunter 6.726 Neubauwohnungen. Diese Förderung ist entscheidend, um bezahlbares Wohnen zu ermöglichen – besonders vor dem Hintergrund hoher Baukosten und der unsicheren Förderpolitik des Bundes. Die VdW-Mitglieder leisten kontinuierlich einen wichtigen Beitrag gegen den Wohnungsmangel und müssen dabei schnell und unbürokratisch unterstützt werden.“
Weitere Informationen finden Sie in den Pressemeldungen des Statistischen Landesamtes (IT.NRW): www.it.nrw.de.
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Laura Brinkmann