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Pressestatement

Rychter fordert: „Bezahlbares Wohnen braucht einfache Regeln“ – Anhörung zur Landesbauordnung NRW

14. April 2026
  • Zu viele Vorschriften bremsen den Wohnungsbau und machen eine konsequente Vereinfachung der Landesbauordnung notwendig
  • VdW fordert eine Konzentration auf sicherheitsrelevante Regelungen, die Erleichterung von Umbau und Aufstockung im Bestand sowie beschleunigte Verfahren

Heute, am 14. April 2026, berät der Ausschuss für Bauen, Wohnen und Digitalisierung im Rahmen einer Anhörung über den Gesetzentwurf der Landesregierung zur Novellierung der Landesbauordnung NRW (BauO NRW).

Dazu erklärt Alexander Rychter, Direktor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen:

„Bezahlbares Wohnen braucht einfache Regeln. Mehr Tempo im Wohnungsbau scheitert oft an zu vielen Vorschriften. Aus Sicht der sozial orientierten Wohnungswirtschaft ist deshalb eine Änderung der Landesbauordnung nötig, die sich auf sicherheitsrelevante Regelungen konzentriert, den Umbau im Bestand und das Aufstocken von Gebäuden erleichtert, und Verfahren beschleunigt. Der Handlungsdruck ist hoch: Insbesondere in städtischen Regionen fehlen bezahlbare Wohnungen. Dass künftig die DIN-Vorschriften auf die sicherheitsrelevanten Regelungen reduziert werden, sodass rund 90 Prozent des DIN-Regelwerks bauordnungsrechtlich nicht mehr verbindlich sind, ist ein sehr konsequenter Schritt. Entscheidend ist nun die Umsetzung in der Praxis.

Das Bauordnungsrecht läuft ins Leere, wenn es nicht durch passende zivilrechtliche Regelungen im Vergabe- und Mietrecht auf Bundesebene flankiert wird. Wer von Standards abweicht, darf kein Risiko von Mängeleinreden oder Mietminderungsansprüchen tragen. Nordrhein-Westfalen macht seine Hausaufgaben beim bezahlbaren Bauen – jetzt muss der Bund Schritt halten. Die bisherigen Eckpunkte für den Gebäudetyp E reichen dafür nicht aus.

Gleichzeitig gilt: Die Bauordnung allein löst die Kostenprobleme nicht. Steigende Baupreise, hohe Zinsen sowie Fachkräfte- und Flächenmangel treiben die Baukosten weiter in die Höhe. Umso wichtiger ist es, die regulatorischen Anforderungen auf das notwendige Maß zu begrenzen. Weniger Vorschriften bedeuten keinen Qualitätsverlust, sondern sind Voraussetzung dafür, dass Bauprojekte überhaupt umgesetzt werden – und wirken damit Engpässen an den Wohnungsmärkten in Nordrhein-Westfalen entgegen.

Die Anforderungen sollten Rechtssicherheit für alle am Bau Beteiligten gewährleisten. Viele Einzelregelungen sind für sich sinnvoll, führen in der Summe jedoch zu Mehrkosten und zunehmend komplexen Planungs- und Genehmigungsprozessen. Der eingeschlagene Weg zu mehr Pragmatismus ist richtig – er verlangt jedoch ein Umdenken bei Standards und Erwartungen, das sich nur schrittweise etablieren wird. Jetzt müssen den guten Absichten spürbare Entlastungen auf den Baustellen folgen.“

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