Pressemitteilung
Sozial orientierte Wohnungswirtschaft RLP: Neue Landesregierung muss Wohnraumförderung und Landesbauordnung angehen
17. September 2026
Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft in Rheinland-Pfalz fordert mehr Geschwindigkeit bei der Wohnraumförderung. Auch die Landesbauordnung müsse weiter reformiert werden, um mehr bezahlbare Wohnungen im Land zu ermöglichen. Über diese und weitere Themen diskutierten Vertreter von Wohnungsunternehmen sowie des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südwest) und des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen (VdW Rheinland Westfalen) mit Bauminister Sven Teuber und weiteren Politikern auf dem Parlamentarischen Abend der sozial orientierten Wohnungswirtschaft am 16. September in Mainz.
Dr. Axel Tausendpfund, Vorstand VdW südwest, hob hervor, dass die Erhöhung der Mittel für die Wohnraumförderung auf 350 Millionen Euro im Doppelhaushalt 2025/2026 ein richtiger Schritt war. Die Höhe des Etats sei aber nicht allein entscheidend: „Damit die Unternehmen zügig Bau- und Modernisierungsprojekte umsetzen können, benötigen sie frühzeitig Klarheit über ihre Förderanträge. Wenn sie, wie zuletzt, teilweise über anderthalb Jahre auf die Förderzusagen warten müssen, haben sie keinerlei Planungssicherheit.“ Dadurch würden sich Projekte unnötig verteuern oder kämen gar nicht zustande. Die Landesregierung müsse deswegen alle Hebel in Bewegung setzen, damit sich die Bearbeitungszeiten verkürzen.
Alexander Rychter, Verbandsdirektor des VdW Rheinland Westfalen, ging auf notwendige Reformen in der Landesbauordnung und den so genannten „Gebäudetyp E“ ein, der das Bauen günstiger machen soll, indem auf nicht sicherheitsrelevante Standards verzichtet wird: „In der vergangenen Legislaturperioden hat die Landesregierung bereits die Landesbauordnung fit für den „Gebäudetyp E“ gemacht. Hier ist jetzt der Bund gefordert. Doch auch das Land muss noch weitere Schritte in der Bauordnung gehen, um das Bauen günstiger zu machen. Andere Bundesländer sind hier weiter – beispielsweise bei der Pflicht zu Stellplätzen.“
Garant für bezahlbares Wohnen
Thomas Bauer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft rheinland-pfälzischer Wohnungsunternehmen und Vorstand der Bau AG Kaiserslautern, sagte: „Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft ist der Garant für bezahlbares Wohnen in Rheinland-Pfalz. Mit 6,58 Euro pro Quadratmeter liegt die Nettokaltmiete unserer Unternehmen und Genossenschaften deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Um künftig noch mehr Menschen ein Zuhause anbieten zu können, das sie sich leisten können, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Diese lassen sich nur im engen Austausch zwischen Politik und Praxis entwickeln. Wir setzen darauf, die vertrauensvolle Zusammenarbeit der vergangenen Jahre fortzusetzen, und bringen unsere Expertise jederzeit gerne ein.“
Kontakt
Für Sie da:
Andreas Gröhbühl
Ähnliche Artikel
- EXPO REAL 2026
Wie Bauen wieder einfacher und bezahlbarer werden kann
Bezahlbarer Wohnungsbau, weniger Regulierung und verlässliche Förderbedingungen: Mit diesen Themen hat der VdW Rheinland Westfalen die EXPO REAL 2026 in München genutzt, um zentrale Herausforderungen der Wohnungswirtschaft mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Finanzwirtschaft und Praxis zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Frage, wie der Wohnungsneubau wieder schneller und wirtschaftlicher gelingen kann. Zum Auftakt tauschten sich Alexander Rychter, Verbandsdirektor des VdW Rheinland Westfalen, die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Poschmann und Norbert Riffel, Geschäftsführer der VBW Bauen und Wohnen GmbH, über aktuelle Vorhaben der Bundesbaupolitik aus. Diskutiert wurden unter anderem der Bauturbo, der Gebäudetyp E sowie die Weiterentwicklung der Förderlandschaft des Bundes. Deutlich wurde dabei, dass einfachere Verfahren und kostengünstigere Standards wichtige Voraussetzungen für mehr Wohnungsbau sind.
- Verbandstag 2026
Neue Zeiten
International sind politische Gewissenheiten verloren gegangen, auf Bundesebene greifen die ersten Reformen der neuen Bundesregierung, in Nordrhein-Westfalen gelten neue Regeln fürs Bauen – und in Rheinland-Pfalz hat im Mai eine neue Landesregierung die Arbeit aufgenommen. Was bedeuten diese neuen Zeiten für die sozial orientierte Wohnungswirtschaft? Das wurde auf dem Verbandstag des VdW Rheinland Westfalen am 2. und 3. September 2026 in Koblenz diskutiert, unter anderem mit dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsident Gordon Schnieder, dem rheinland-pfälzischen Bauminister Sven Teuber, NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach und baupolitischen Abgeordneten. Und auch für den VdW selbst brach mit diesem Verbandstag eine neue Zeit an. Die Baukosten hoch, die Zinsen gestiegen, es werden immer weniger Wohnungen fertiggestellt – dabei wären mehr Wohnungen dringend nötig, damit die Menschen in den Ballungszentren wieder günstiger wohnen können und auf dem Land mehr barrierefreie Wohnungen entstehen. Diese prekäre Lage bildete den Hintergrund der Gespräche und Reden auf dem Verbandstag mit mehr als 400 Teilnehmenden aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.
- WohneNRW-Tage 2026
Gemeinsam zeigen, was möglich ist
Von Generationenwohnen über studentisches Wohnen bis hin zur Umnutzung einer ehemaligen Polizeikaserne: Die WohneNRW-Tage 2026 haben erneut gezeigt, wie vielfältig die Lösungen der sozial orientierten Wohnungswirtschaft für die Herausforderungen auf den Wohnungsmärkten in Nordrhein-Westfalen sind. Drei Tage lang besuchten Vertreterinnen und Vertreter aus Wohnungswirtschaft, Politik, Kommunen und Verwaltung Wohnungsbau- und Quartiersprojekte in ganz Nordrhein-Westfalen. Im Mittelpunkt standen Projekte, die beispielhaft dafür stehen, wie neue Wohnungen geschaffen, Bestände weiterentwickelt und Quartiere zukunftsfähig gestaltet werden können.
- Veranstaltung
"Aktuelles Steuerrecht": Aus Tradition erfolgreich
Die erste Fachveranstaltung des Jahres 2026 „Aktuelles Steuerrecht“ des VdW Rheinland Westfalen bot am 19. Mai 2026 rund 100 Vorständen, Geschäftsführungen und Fachkräften aus dem Rechnungswesen fundierte Einblicke in aktuelle steuerliche und regulatorische Entwicklungen. Themenschwerpunkte waren unter anderem das erwartete steuerliche Maßnahmenpaket der Bundesregierung, Aktuelles zur Bilanzierung und aktuelle Urteile und Verwaltungsmeinungen zur Umsatz-, Ertrag- und Lohnsteuer. Im Rahmen der ganztägigen Veranstaltung im Europäischen Bildungszentrum in Bochum – und im Livestream - beleuchteten die Referentinnen und Referenten aus dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, dem VdW Niedersachsen Bremen und dem VdW Rheinland Westfalen praxisrelevante Entwicklungen im Steuerrecht und der Bilanzierung. Diskutiert wurden u. a. das Rahmenkonzept "Gesellschaft mit gebundenem Vermögen", Reformüberlegungen bei der umsatzsteuerlichen Organschaft und bei der Grundsteuer die Verwaltungsgerichtsurteile zu differenzierten Hebesätzen.