Pressemitteilung
Bezahlbar wohnen, Quartiere entwickeln, Klima schützen: Vier Projekte aus Ostwestfalen-Lippe zeigen, wie es geht
Mit einer eintägigen Bereisung durch Ostwestfalen-Lippe rückte der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen die zentrale Rolle von Wohnungsunternehmen und -genossenschaften für die Versorgung der Menschen mit bedarfsgerechten Wohnungen im ländlichen Raum in den Fokus. Gleichzeitig machte er auf aktuelle bau- und wohnungspolitische Herausforderungen aufmerksam und zeigte anhand konkreter Beispiele aus der Praxis mögliche Lösungsansätze auf.
Ein Tag, vier Projekte: Unter dem Titel „Einblicke in Klimaquartiere, Quartiersentwicklung und innovativen Wohnungsneubau“ besuchte der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen am 9. Juli 2026 wegweisende Klimaquartiere sowie innovativen Wohnungsneubau und Projekte zur Quartiersentwicklung von VdW-Mitgliedern in Lippstadt, Paderborn, Schloß Holte-Stukenbrock und Bielefeld. Dort traf VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter auf Vertreterinnen und Vertreter der sozial orientierten Wohnungswirtschaft, Verantwortliche aus Städten und Kommunen, der Landespolitik, beteiligte Architektur- und Planungsbüros und soziale Träger.
Mit der Bereisung durch Ostwestfalen-Lippe machte der VdW Rheinland Westfalen auf aktuelle bau- und wohnungspolitische Herausforderungen wie Baukosten, Bauzinsen und die Herstellung klimaneutraler Gebäudebestände aufmerksam und zeigte zugleich praxisnahe Lösungsansätze auf: „Wohnungsunternehmen und -genossenschaften spielen auch jenseits der Metropolen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Menschen ein bezahlbares Zuhause zu geben, das fit für die Zukunft ist“, so VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter. „Unsere Bereisung durch Ostwestfalen-Lippe zeigt: Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft ist bereit, Verantwortung für das bezahlbare Wohnen zu übernehmen – aber sie braucht dafür entsprechende Rahmenbedingungen.“
„Politik kann einen Unterschied machen und bei der Schaffung bezahlbarer Wohnungen aktiv mitgestalten: beim Bau- und Planungsrecht, bei Planung und Genehmigung, Grundstücksvergabe und Förderung. All das entscheidet darüber, ob neue, bezahlbare Wohnungen entstehen können.“
Besucht wurden Projekte von:
GWL Grundstücks- und Wohnungsbau GmbH Lippstadt, in Lippstadt
Spar- und Bauverein Paderborn eG, in Paderborn
KHW Kommunale Haus und Wohnen GmbH, in Schloß Holte-Stukenbrock
Freie Scholle Bielefeld eG, in Bielefeld
Quelle: VdW Rheinland Westfalen
1. Station: Lippstadt - Klimaquartier Juchaczstraße
GWL Grundstücks- und Wohnungsbau GmbH Lippstadt
Juchaczstraße 4, 59555 Lippstadt
Inhaltlicher Fokus: Ganzheitliche Quartiersentwicklung, Energetische Sanierung, Modernisierung, Verbesserung des Wohnumfeldes, Erweiterung der sozialen und kulturellen Angebote
Projektskizze: Bei den Objekten Juchaczstraße 2 und 4 in Lippstadt handelt es sich um zwei achtgeschossige Mehrfamilienhäuser mit 30 bzw. 46 Wohneinheiten aus dem Baujahr 1974. Die Wohnfläche beträgt ca. 5.500 qm. Sämtliche Wohnungen sind barrierefrei erreichbar. Es besteht ein kleines Bewohnerzentrum, das von einem Sozialdienst betreut wird. Auf einem Nachbargrundstück werden den Bewohnerinnen und Bewohnern Grabelandflächen zur gärtnerischen Nutzung überlassen. Eine kleine Sportfläche ist ebenfalls vorhanden. Durch die Quartiersentwicklung wird neben der energetischen Verbesserung eine deutliche Steigerung der Wohn- und Lebensqualität im Quartier erreicht.
Quelle: VdW Rheinland Westfalen
2. Station: Paderborn, Klimaquartier Querweg
Spar- und Bauverein Paderborn eG
Querweg 34, 33098 Paderborn
Inhaltlicher Fokus: Mehrgenerationenquartier, Klimaneutrale Wärmeversorgung, inklusives Wohnkonzept, Mieterstrom, E-Ladeinfrastruktur, Nachhaltig, Barrierefrei, Zukunftsorientiert
Projektskizze: Im Südwesten der Paderborner Innenstadt entsteht auf einer rund 4.600 m² großen innerstädtischen Fläche das erste „KlimaQuartier.NRW“ Paderborns – eines von fünf landesweit ausgezeichneten Projekten im Jahr 2023. Vier barrierearme, energetisch optimierte Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 51 frei finanzierten und öffentlich geförderten Wohnungen inklusive 16 Apartments für betreutes Wohnen mit ca. 3.500 m² Wohnfläche schaffen ein vielfältiges Wohnumfeld und Mehrgenerationenquartier. Eine Hackschnitzelheizanlage versorgt künftig rund 200 Wohneinheiten – Neu- und Bestandsbauten – mit klimaneutraler Wärme. Photovoltaik, Dachbegrünung, E-Ladeinfrastruktur und Biotopstrukturen ergänzen das ökologische Gesamtkonzept. Gesamtinvestition: ca. 18 Mio. €. Fertigstellung: Frühjahr 2027.
Quelle: VdW Rheinland Westfalen
3. Station: Schloß Holte-Stukenbrock, Neubauprojekt "PINE 5.15"
KHW Kommunale Haus und Wohnen GmbH
Föhrenweg 5, 33758 Schloß Holte-Stukenbrock
Inhaltlicher Fokus: Öffentlich geförderter Wohnungsbau als KfWEffizienzhaus 40EE mit Mieterstrommodell und Sektorenkopplung. Entwicklung eines Reihenhauskonzeptes für Fünfpersonenhaushalte
Projektskizze: Auf dem ehemaligen Campingplatz „In den Tannen“ wurde auf dem knapp 2.000 m² Grundstück das Projekt „Pine5.15“ mit 15 Wohnungen im Mehrfamilienhaus, fünf Townhouses und einer verbindenden Tiefgarage von der KHW entwickelt. Die öffentlich geförderten Wohnungen sichern langfristig bezahlbaren Wohnraum in Schloß Holte-Stukenbrock. Besonders ist die Kombination aus KfW-40-EE-Standard, PV, Mieterstrom mit Einhundert und Energiemanagement über Green Fusion. So wird Sektorenkopplung konkret: PV-Strom, Wärmeversorgung und Verbrauchssteuerung werden im Quartier intelligent zusammengedacht. Wohnhof und Spielbereich stärken das Miteinander.
Quelle: VdW Rheinland Westfalen
4. Station: Bielefeld, Quartiersentwicklung Stieghorst
Freie Scholle Bielefeld eG
Allensteiner Straße, 33605 Bielefeld
Inhaltlicher Fokus: Quartiersumbau, Schaffung von neuem und barrierefreien Wohnraum, Öffentliche Förderung
Projektskizze: Quartiersumbau in Stieghorst: 19 Neubauten ersetzen die Häuser aus den 1960er Jahren. So entstehen 102 zusätzliche Wohnungen. Von den insgesamt 302 Wohnungen werden 64 durch das Land NRW gefördert. Die Gebäude bieten einen Mix von Ein- bis Vierzimmerwohnungen und sind barrierefrei. Sie erreichen hohe technische Standards: KfW-Effizienzhaus, Photovoltaikanlagen mit Mieterstrom und zertifizierte Baustoffe. Ein Nachbarschaftstreff, der Service einer ambulanten Tagespflege und zwei Wohnprojekte (Inklusives Wohnen und Mehrgenerationen-Wohnen) erweitern das Angebot im Quartier.
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Laura Brinkmann
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