Wo Asphalt zu Artenvielfalt wird
Immer heißere Sommer, verdichtete Städte, schrumpfende Rückzugsorte für Tiere und Pflanzen: Der Verlust von Biodiversität ist längst kein abstraktes Umweltproblem mehr, sondern spürbare Realität in unseren Quartieren. Grünflächen, Bäume und bepflanzte Dächer sind deshalb mehr als bloße Verschönerung – sie werden zu Klimaanlagen, Treffpunkten und Lebensräumen zugleich.
Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft in Nordrhein-Westfalen stellt sich dieser Herausforderung. Mit dem Projekt „100 Wohngärten für lebenswerte Quartiere“, das der VdW Rheinland Westfalen gemeinsam mit der IGA Metropole Ruhr 2027 initiiert hat, macht sie sichtbar, wie Wohnungsunternehmen und -genossenschaften Artenvielfalt fördern, das Klima schützen und gleichzeitig die Lebensqualität ihrer Mieterinnen und Mieter steigern.
Erste Projekte wurden ausgezeichnet
Am 29. September 2025 fiel der Startschuss für die erste Bereisung im Rahmen des Projekts. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der IGA 2027 wurden drei Mitglieder ausgezeichnet, die bereits heute beispielhaft zeigen, wie sich graue Flächen in lebendige, grüne Orte verwandeln lassen.
Station 1: Quartier Schwanenbusch in Essen
Die Allbau Management GmbH hat auf dem Deckel der A52 ist eine 23.000 m² große Oase entstehen lassen. Obstbäume, Gemeinschaftsgärten, Spielflächen und Orte für Begegnung schaffen hier ein Stück Natur mitten in der Stadt. Besonders charmant: Pommernschafe und Hühner gehören ebenfalls zum Quartier dazu – und bringen nicht nur Biodiversität, sondern auch ein Lächeln in die Gesichter der Nachbarschaft.
Station 2: Dachbegrünung in Duisburg-Hommerich
Der Bauverein Rheinhausen eG hat 13.000 m² Dachflächen in blühende Landschaften verwandelt. Diese begrünten Dächer wirken gleich mehrfach: Sie verbessern das Mikroklima, speichern Regenwasser, fördern die Artenvielfalt und schützen zugleich die Gebäudehülle. Ein Beispiel, wie baulicher Klimaschutz konkret aussieht.
Station 3: Umfassendes Freiraumkonzept in Duisburg-Vierlinden
Im größten Quartier der Vivawest Wohnen GmbH mit über 2.000 Wohnungen sorgt ein umfassendes Freiraumkonzept dafür, dass Nachbarschaft lebendig wird. Sitzgelegenheiten, Spielflächen und gestaltete Grünräume bieten Raum für Begegnungen. Hier zeigt sich, dass ein Quartier mehr ist als die Summe seiner Wohnungen – es ist ein Zuhause mit Gemeinschaft.
„Unsere Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften zeigen, wie Klimaschutz, Lebensqualität und bezahlbares Wohnen zusammen gedacht werden können“, betonte VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter bei der Auszeichnung.
Die drei ausgezeichneten Projekte sind der Auftakt – bis 2027 sollen 100 Wohngärten sichtbar machen, wie die Wohnungswirtschaft in NRW Tag für Tag Verantwortung übernimmt. Sie sind Beweis dafür, dass Biodiversität, nachhaltiges Bauen und soziale Nachbarschaft kein Widerspruch, sondern Teil eines gemeinsamen Ganzen sind.
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