thema der Wohnungswirtschaft
N°1 – Der perfekte Sturm

Quelle: VdW Rheinland Westfalen

Wie Wohnungsunternehmen digitale Lösungen entwickeln

Die Digitalisierung hat längst auch die Wohnungswirtschaft erreicht. Doch während in manchen Branchen bereits standardisierte Prozesse etabliert sind, steht die Branche vor der Herausforderung, sehr unterschiedliche Anforderungen und Ausgangsbedingungen zu berücksichtigen. Wohnungsunternehmen und -genossenschaften bewegen sich auf verschiedenem Erfahrungsniveau und widmen sich der Digitalisierung aus vielfältigen Blickwinkeln – von der Verwaltung über die Mieterkommunikation bis hin zu Smart-Home-Anwendungen oder der intelligenten Heizungssteuerung.

Digitalisieren, aber warum eigentlich?

Bevor ein Unternehmen digitale Prozesse einführt, sollte es sich eine zentrale Frage stellen: Was wollen wir mit dieser Digitalisierung eigentlich erreichen? Es geht nicht darum, einem Trend zu folgen, sondern gezielt Mehrwerte zu schaffen – für Mieterinnen und Mieter, für Mitarbeitende, für die Organisation als Ganzes.
Erst wenn das Ziel klar ist, lassen sich die richtigen Maßnahmen ableiten. Wer soll von der neuen Lösung profitieren? Welche Probleme soll sie lösen? Und ganz entscheidend: Wird die adressierte Zielgruppe tatsächlich so profitieren, wie man es sich im Konzept überlegt hat?

Zuhören statt vorschnell handeln

Die Antworten auf diese Fragen finden sich selten am Schreibtisch. Stattdessen sollten Unternehmen den Dialog mit den zukünftigen Nutzerinnen und Nutzern suchen – sei es bei der Planung einer Mieterplattform, bei digitalen Serviceangeboten oder internen Verwaltungsprozessen. Die frühzeitige Einbindung von Mieterinnen und Mietern sowie Mitarbeitenden hilft nicht nur, Erwartungen zu verstehen, sondern auch Akzeptanz für neue Lösungen zu schaffen.

Erst testen, dann investieren

Eine besonders wirksame Methode in der Entwicklung digitaler Anwendungen ist das Prototyping: Anstatt sofort in fertige Software zu investieren, werden zunächst einfache, testbare Versionen der geplanten Lösung entwickelt und mit den Nutzenden erprobt. Auf diese Weise lassen sich Stolpersteine frühzeitig erkennen und korrigieren – bevor teure Fehlentscheidungen getroffen werden.
Ein Beispiel dafür bot der Digiwoh-Workshop „Testen statt scheitern – Digitalprojekte mieterorientiert entwickeln“ am 8. April 2025 in Köln. Rund 30 Teilnehmende aus der Wohnungswirtschaft entwickelten dort erste Prototypen ihrer Digitalisierungsideen und testeten deren Funktionalität im direkten Austausch mit potenziellen Anwendergruppen. Das Ergebnis: wertvolle Erkenntnisse, die helfen, digitale Lösungen bedarfsgerecht und effizient zu gestalten.
Quelle: VdW Rheinland Westfalen

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