Wärmewende: Zwischen Chancen und Hürden
Ambitionierte Klimaziele sind das eine – ihre praktische Umsetzung das andere. Das zeigte sich einmal mehr bei der Veranstaltung „Ins Machen kommen – Finanzierung und Umsetzung der Wärmewende“, zu der die Handwerkskammer Düsseldorf am 16. Juni 2025 eingeladen hatte. In den Mittelpunkt rückte dabei die kommunale Wärmewende – ein Kraftakt, der Akteure aus Energieversorgung, Wohnungswirtschaft, Kommunen und Bauwirtschaft gleichermaßen fordert.
Schon zur Eröffnung brachte Handwerkskammer-Präsident Andreas Ehlert den Kern des Problems auf den Punkt: „Die Ziele sind formuliert, die Frage ist nur nach dem ‚wie‘.“ Wie ernst diese Herausforderung ist, zeigte die anschließende Debatte.
Finanzierung bleibt die größte Baustelle
In seinem Impulsvortrag präsentierte Fabio Botta vom wissenschaftlichen Forschungsverbund „Kompetenzzentrum Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge e.V.“ aus Leipzig Studienergebnisse zu den Herausforderungen der Transformation der künftigen Energieversorgung für Kommunen und Energieversorger. Daraus ging hervor, dass sich die meisten Städte organisatorisch und planerisch grundsätzlich in der Lage sehen, die vorgeschriebenen kommunalen Wärmepläne bis 2026 bzw. 2028 zu erarbeiten. Doch beim Blick auf die langfristige Finanzierung stockt der Optimismus: Hohe Investitionskosten für den Ausbau erneuerbarer Wärmenetze, der notwendige Umbau bestehender Infrastrukturen und der schrittweise Verlust der bisherigen Einnahmequellen lassen erhebliche Finanzierungslücken erwarten.
Zusammenarbeit als Schlüssel
Wie sich diese Hürden überwinden lassen können, wurde im Anschluss auf dem Podium diskutiert. Alexander Rychter, VdW-Verbandsdirektor warb für eine enge Verzahnung zwischen Wohnungswirtschaft und Kommunen. Infrastrukturprojekte müssen besser aufeinander abgestimmt und möglichst übereinandergelegt werden. Nur so lasse sich vermeiden, dass etwa Straßen mehrfach für unterschiedliche Bauvorhaben aufgerissen werden müssten – eine Forderung, die auch Joachim Selzer, Vorsitzender des Straßen- und Tiefbauverbands NRW nachdrücklich unterstrich.
Auch Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf, gab Einblicke in konkrete Planungen: Bis 2029 soll in Rheinnähe eine Großwärmepumpenanlage entstehen – ein Beispiel für den wachsenden Stellenwert von Geothermie, Abwärme und Müllverbrennung als alternative Wärmequellen.
Christof Sommer vom Städte- und Gemeindebund NRW betonte den Stellenwert systematischer Planung. Um Fehlplanungen zu vermeiden, plädierte er für eine klare Priorisierung: erst planen, dann fördern.
Handwerk fordert Planungssicherheit
Einigkeit herrschte schließlich bei der Forderung nach mehr Planungssicherheit für das ausführende Handwerk. Nur mit stabilen Rahmenbedingungen, verlässlichen Ausschreibungsverfahren und einer langfristigen Koordination aller Beteiligten könne der enorme Investitions- und Personalbedarf zuverlässig gedeckt werden.
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