thema der Wohnungswirtschaft
N°1 – Der perfekte Sturm

Sicher dank Sensoren

Quelle: Feuerwehr Dortmund

Die 112 wählen, den Rettungsdienst rufen, in Notfällen ist das lebenswichtig. Ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen sind dazu im Notfall aber nicht immer schnell in der Lage. Ein Forschungsprojekt in einem Gebäude des VdW-Mitglieds DOGEWO21, das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert wird, soll nun Abhilfe schaffen. Entscheidend dafür sind Sensoren, die den Alarm automatisch auslösen können. Das Projekt heißt ADLeR, die Buchstaben stehen für „automatisiertes Detektions-, Melde- und Leitsystem für Rettungskräfte – Rettungskette neu denken“.

Denn klar ist: Wenn zuhause ein medizinischer Notfall auftritt oder ein Feuer entsteht, ist die 112 die entscheidende Nummer, um Hilfe durch Feuerwehr und Rettungsdienst zu rufen. Das Notrufgespräch, das Entsenden der Kräfte sowie der Einsatz selbst bilden die sogenannte Rettungskette. Deren Erfolg ist in höchstem Maße davon abhängig, dass Leitstellen umgehend Kenntnis über ein Schadensereignis erhalten. Auch dass sich Betroffene zunächst selbst in Sicherheit bringen können, ist ein wichtiger Beitrag zur Abwendung von Lebensgefahr.

Das erfolgreiche Absetzen eines Notrufs und die Selbstrettung sind jedoch insbesondere bei Älteren oder Menschen mit Behinderungen aufgrund körperlicher oder geistiger Einschränkungen erschwert oder nicht möglich. Hieraus können stärkere Risiken im Alltag oder der Verlust von Selbstständigkeit folgen, wenn deshalb ggf. sogar der Umzug in eine betreute Wohneinrichtung notwendig wird.

Die Sicherheit zuhause zu verbessern und gleichzeitig den selbstständigen Alltag zu fördern, dafür gibt es in Dortmund seit Juni 2021 das ADLeR-Forschungsprojekt. Unter Leitung der Feuerwehr Dortmund entwickeln mehrere technische und soziale Partner einen Lösungsansatz, der vernetzte Sensoren und Smart-Home-Geräte in die Rettungskette einbindet. Dies dient der schnellen Erkennung und Meldung von Notfällen sowie der Unterstützung von Einsätzen vor Ort. Ein Schwerpunkt des Projektes ist die Realumsetzung im Modellobjekt, einem Gebäude des kommunalen Wohnungsunternehmens DOGEWO21 mit zehn Wohnparteien, welches durch die Lebenshilfe Dortmund als „Wohnprojekt Hafenviertel“ genutzt wird.

DOGEWO21/Schaper

Hitze, Rauch, Bewegungslosigkeit

DOGEWO21 hat für alle Wohnungen die technischen Systeme beschafft und eingerichtet. Die Erkennungsfunktionen umfassen Hitze und Rauch, die Anwesenheit von Personen oder auch, ob ein Sturz mit anschließender Regungslosigkeit auftritt. Elektronische Türschlösser mit Codeeingabe sowie ansteuerbare Beleuchtung unterstützen die Einsatzkräfte bei der Erkundung sowie dem zerstörungsfreien Betreten des Einsatzortes.

Während der restlichen Laufzeit des Projekts (bis Oktober 2027) wird die alltägliche Nutzung weiter wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Im Fokus: Das Sicherheitsgefühl der Nutzenden und Verbesserungen im Bereich der Rettungskette. Die Ergebnisse fließen gemeinsam mit Wirtschaftlichkeitskonzepten sowie technisch-prozessualen Integrationsleitfäden in die Verwertungsförderung ein. Zentrale Zielsetzung ist die Weiternutzung in dem Dortmunder Wohnprojekt und eine skalierte Anwendung der Lösung in weiteren Objekten und anderen Regionen Deutschlands zu unterstützen.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es unter www.projekt-adler.de.

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