Jahresstatistik NRW 2024
Jedes Jahr investiert die sozial orientierte Wohnungswirtschaft in Nordrhein-Westfalen in den Wohnungsneubau und den Wohnungsbestand. Aufgrund der hohen Baukosten verschieben sich diese Ausgaben aber immer mehr in Richtung Modernisierung und Instandhaltung des Bestands. Bei den Baufertigstellungszahlen ist der Einbruch erst für die kommenden Jahre zu erwarten. Die Nettokaltmiete der VdW-Mitglieder steigt aufgrund der Investitionen in klima- und altersgerechte Wohnungen, liegt aber immer noch unter dem Landesdurchschnitt.
Mit 3,84 Milliarden Euro haben die VdW-Mitglieder in Nordrhein-Westfalen ihre Investitionen im Jahr 2024 etwa auf dem hohen Vorjahresniveau halten können. Schon seit 2021 liegt die Investitionssumme bei knapp vier Milliarden Euro, wobei verstärkt in die Modernisierung und Instandhaltung des Bestands investiert wird. Dieser Trend hin zu Bestandsmaßnahmen hat sich aufgrund der Baukostenentwicklung im Neubau im vergangenen Jahr verstärkt. Tiefergehende Befragungen unter VdW-Mitgliedern zeigen allerdings dass auch bei den Bestandsmaßnahmen aufgrund der Kosten die Eingriffstiefe abnimmt.
Investitionen
| Jahr | Gesamtinvestitionen | Neubautätigkeit | Bestandsmaßnahmen |
|---|---|---|---|
| in Mio. Euro | in Mio. Euro | in Mio. Euro | |
| 2019 | 2.639,0 | 1.216,9 | 1.422,1 |
| 2020 | 3.264,1 | 1.564,5 | 1.699,6 |
| 2021 | 3.979,7 | 1.732,4 | 2.247,3 |
| 2022 | 3.983,4 | 1.748,8 | 2.234,6 |
| 2023 | 3.891,7 | 1.646,0 | 2.249 |
| 2024 | 3.845 | 1.471 | 2.374 |
Die Baufertigstellungen im Auftrag von VdW-Mitgliedern zeigt, dass die schwierigen Jahre erst noch bevorstehen könnten. Die gestiegene Zahl geht insbesondere auf ein Mitgliedsunternehmen zurück, das im öffentlichen Auftrag massiv in den Bau von Wohnungen investiert hat. In den kommenden Jahren dürfte die Anzahl fertiggestellter Wohnungen sinken, die gefallenen Baugenehmigungszahlen und die reduzierten Investitionen der VdW-Mitglieder in den Neubau sind dafür als Vorboten zu werten.
Eigene Bautätigkeit
| Jahr | Eigene Bautätigkeit | davon: Mietwohnungen | davon: Eigentumsmaßnahmen | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wohnungen | Veränd. zu Vorjahr (%) | Wohnungen | Veränd. zu Vorjahr (%) | Anteil (%) | Wohnungen | Veränd. zu Vorjahr (%) | Anteil (%) | |
| 2019 | 3.966 | -12.9 | 3.708 | -16.0 | 93,5 | 258 | 77.9 | 6,5 |
| 2020 | 4.749 | 19.7 | 4.542 | 22.5 | 95,6 | 207 | -19.8 | 4,4 |
| 2021 | 4.770 | 0.4 | 4.589 | 1.0 | 96,2 | 181 | -12.6 | 3,8 |
| 2022 | 4.794 | 0.5 | 4.469 | -2.6 | 93,2 | 325 | 79.6 | 6,8 |
| 2023 | 4.755 | -0,8 | 4.661 | 4,2 | 98 | 94 | -71,1 | 2 |
| 2024 | 5.190 | 9,1 | 4.742 | 1,7 | 91,4 | 448 | 376,6 | 8,6 |
Mehr als 60 Prozent der Modernisierungsmittel in der nordrhein-westfälischen Mietwohnraumförderung wird laut NRW.BANK von Mitgliedern des VdW Rheinland Westfalen abgerufen. Im Neubau sind es 27,4 Prozent. Dass dieser Wert gegenüber den vergangenen Jahren etwas zurückgegangen ist, liegt an dem gestiegenen Anteil anderer Wohnungsmarktakteure an der Wohnraumförderung. Denn frei finanzierter Wohnungsneubau ist auch für Bauträger und Projektentwickler infolge der hohen Baukosten kaum noch realisierbar. Insgesamt wurde von der nordrhein-westfälischen Wohnraumförderung die Rekordsumme von knapp 1,9 Milliarden Euro ausgeschüttet.
Wohnraumförderung
| Förderung Mietwohnraum Gesamt | davon abgerufen durch VdW-Mitglieder | Anteil VdW-Mitglieder (%) | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. Euro | Wohnungen | in Mio. Euro | Wohnungen | Mittelabruf | Wohnungen | |
| Mietwohnungsneubau | 1.595 | 6.726 | 437 | 1.813 | 27,4 | 27,0 |
| Modernisierungsförderung | 300 | 2.399 | 184 | 1.395 | 61,4 | 58,1 |
| Summe | 1.896 | 9.125 | 621 | 3.208 | 32,8 | 35,2 |
Mit etwa 180.000 mietpreisgebundenen Wohnungen bewirtschaften die Mitglieder des VdW Rheinland Westfalen noch immer einen großen Teil der sozial geförderten Wohnungen in Nordrhein-Westfalen. Insgesamt unterliegen in NRW ungefähr 420.000 Wohnungen einer solchen Bindung. Die unterschiedlichen Zahlen über die Jahre sind auch der Rückmeldung zur Jahresstatistik geschuldet und unterliegen daher statistischen Schwankungen.
Mietpreis- und Belegungsbindungen des eigenen Bestands
| Jahr | Eigener Wohnungsbestand | mit Mietpreis- und/oder Belegungsbindungen | ||
|---|---|---|---|---|
| Wohnungen | Wohnungen | Veränd. zu Vorjahr (%) | Anteil am Bestand (%) | |
| 2019 | 873.100 | 174.157 | -1,2 | 19,9 |
| 2020 | 969.207 | 174.354 | 0,1 | 18,0 |
| 2021 | 1.036.707 | 168.826 | -3,2 | 16,3 |
| 2022 | 1.075.839 | 174.147 | 3,2 | 16,2 |
| 2023 | 1.151.619 | 178.243 | 2,4 | 15,5 |
| 2024 | 1.143.742 | 179.627 | 0,1 | 15,7 |
Die Durchschnittsnettokaltmiete der VdW-Mitglieder in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2024 liegt mit 6,45 Euro pro Quadratmeter noch immer unter dem Landesdurchschnitt von 7,03 Euro pro Quadratmeter (Fortschreibung des Mikrozensus 2022 mit dem Nettokaltmietenindex des Statistischen Landesamts NRW). In den gestiegenen Mieten der sozial orientierten Wohnungswirtschaft bildet sich der Bedarf an Einnahmen für getätigte und anstehende Investitionen in klima- und altersgerechte Wohngebäude ab.
Mietpreisentwicklung
| Jahr | Miete insgesamt | Davon: | ||
|---|---|---|---|---|
| Nettokaltmiete | Nebenkosten | Heizkosten | ||
| 2019 | 8,51 | 5,72 | 1,84 | 0,95 |
| 2020 | 8,56 | 5,83 | 1,78 | 0,95 |
| 2021 | 8,79 | 5,93 | 1,92 | 0,94 |
| 2022 | 9,42 | 6,13 | 2,01 | 1,28 |
| 2023 | 9,78 | 6,27 | 2,09 | 1,42 |
| 2024 | 10.11 | 6,45 | 2,13 | 1,53 |
Der gesamte Wohnungsleerstand (Modernisierung, Abriss, Mieterwechsel, Vermietungsschwierigkeiten, sonstige Gründe) ist auf niedrigem Niveau. Ein geringer Leerstand erschwert jedoch umfassende Modernisierungen des Bestands, weil den Bewohnerinnen und Bewohnern für die Sanierungszeit kaum Ausweichquartiere angeboten werden können.
Leerstandsquote
| Jahr | Leerstandsquote insgesamt | Leerstandsquote wegen Vermietungsschwierigkeiten |
|---|---|---|
| in Prozent | in Prozent | |
| 2019 | 2,52 | 0,22 |
| 2020 | 2,35 | 0,19 |
| 2021 | 2,56 | 0,15 |
| 2022 | 2,13 | 0,10 |
| 2023 | 2,08 | 0,10 |
| 2024 | 2,3 | 0,3 |
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