Jahresstatistik NRW 2025
So viel Geld wie noch nie hat die sozial orientierte Wohnungswirtschaft in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2025 in die Modernisierung ihrer Bestände investiert. Und auch bei den Investitionen in den Neubau geht der Trend wieder nach oben. Leider aber sorgen die hohen Baukosten dafür, dass durch die konstant hohen Mittel immer weniger neue Wohnungen entstehen. In Folge der hohen Investitionen steigt auch die durchschnittliche Nettokaltmiete der VdW-Wohnungsunternehmen und -genossenschaften. Sie liegt aber noch immer unter dem Landesdurchschnitt.
Knapp vier Milliarden Euro haben die VdW-Mitglieder in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2025 investiert. Dieses hohe Niveau wird damit seit etwa fünf Jahren gehalten. Noch nie aber wurde mehr Geld in die Modernsierung und Instandhaltung des Bestands investiert: mehr als 2,4 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor, 2015, hatte die Gesamtsumme aller Investitionen in Neubau und Bestand noch bei 1,87 Milliarden gelegen. Allein für den Bestand geben die Mitgliedsunternehmen des VdW Rheinland Westfalen also heute mehr aus.
Investitionen
| Jahr | Gesamtinvestitionen | Neubautätigkeit | Bestandsmaßnahmen |
|---|---|---|---|
| in Mio. Euro | in Mio. Euro | in Mio. Euro | |
| 2020 | 3.264,1 | 1.564,5 | 1.699,6 |
| 2021 | 3.979,7 | 1.732,4 | 2.247,3 |
| 2022 | 3.983,4 | 1.748,8 | 2.234,6 |
| 2023 | 3.891,7 | 1.646,0 | 2.249 |
| 2024 | 3.845 | 1.471 | 2.374 |
| 2025 | 3.992 | 1.561 | 2.431 |
Im vergangenen Jahr zeigte sich die volle Wucht der Baukostenentwicklung. Das Jahr 2024 mag bei Neubauprojekten noch von älteren Lieferverträgen geprägt gewesen sein und der Fertigstellung von Neubauten, die aufgrund von Lieferengpässen infolge des Ukraine-Kriegs und instabiler Förderbedingungen auf Bundesebene eine längere Bauzeit benötigten. Im Jahr 2025 aber schlugen die gestiegenen Baukosten voll durch. Trotz höherer Investitionssumme in den Neubau stürzte die Anzahl der fertiggestellten Wohnungen von VdW-Mitgliedern in NRW um mehr als 30 Prozent ab.
Eigene Bautätigkeit
| Jahr | Eigene Bautätigkeit | davon: Mietwohnungen | davon: Eigentumsmaßnahmen | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wohnungen | Veränd. zu Vorjahr (%) | Wohnungen | Veränd. zu Vorjahr (%) | Anteil (%) | Wohnungen | Veränd. zu Vorjahr (%) | Anteil (%) | |
| 2020 | 4.749 | 19.7 | 4.542 | 22.5 | 95,6 | 207 | -19.8 | 4,4 |
| 2021 | 4.770 | 0.4 | 4.589 | 1.0 | 96,2 | 181 | -12.6 | 3,8 |
| 2022 | 4.794 | 0.5 | 4.469 | -2.6 | 93,2 | 325 | 79.6 | 6,8 |
| 2023 | 4.755 | -0,8 | 4.661 | 4,2 | 98 | 94 | -71,1 | 2 |
| 2024 | 5.190 | 9,1 | 4.742 | 1,7 | 91,4 | 448 | 376,6 | 8,6 |
| 2025 | 3.607 | -30,5 | 3.239 | -31,7 | 89,8 | 368 | 17,9 | 10,2 |
Wenn Mietwohnungen in NRW mit Wohnraumfördermitteln modernisiert werden, dann sind es zu etwa 80 Prozent Wohnungen von Mitgliedern des VdW Rheinland Westfalen. Das zeigt die Statistik der NRW.BANK. Im Neubau ist es etwa jede fünfte Wohnung. Dass der Wert im Neubau seit Jahren sinkt, ist die Folge der anhaltend schlechten Baubedingungen im frei finanzierten Wohnungsbau, die mehr und mehr Bauträger und Projektentwickler Wohnraumförderung beantragen lassen. Mit der Wohnraumförderung werden mietpreisgebundene Wohnungen geschaffen. Insgesamt wurden in NRW im Jahr 2025 mehr als 2,1 Milliarden Euro für die Wohnraumförderung ausgegeben, ein erneuter Rekordwert.
Wohnraumförderung
| Förderung Mietwohnraum Gesamt | davon abgerufen durch VdW-Mitglieder | Anteil VdW-Mitglieder (%) | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| in Mio. Euro | Wohnungen | in Mio. Euro | Wohnungen | Mittelabruf | Wohnungen | |
| Mietwohnungsneubau | 1.835,6 | 8.037 | 385,9 | 1.602 | 21 | 19,9 |
| Modernisierungsförderung | 299,7 | 2.218 | 231,3 | 1.769 | 77,2 | 79,8 |
| Summe | 2.135,3 | 10.255 | 617,2 | 3.371 | 28,9 | 32,9 |
Etwa 44 Prozent der mietpreisgebundenen Wohnungen in Nordrhein-Westfalen werden von Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften des VdW Rheinland Westfalen bewirtschaftet: knapp 180.000 Wohnungen. Jedes Jahr laufen alte Projekte aus der Bindung, weshalb schon das Halten dieses Niveaus eine große Kraftanstrengung ist. Bei dem Vergleich des Anteils am Bestand ist zu beachten, dass dieser Wert zwar seit Jahren kontinuierlich sinkt, die absolute Anzahl der Wohnungen 2025 aber höher lag als beispielsweise 2020.
Mietpreis- und Belegungsbindungen des eigenen Bestands
| Jahr | Eigener Wohnungsbestand | mit Mietpreis- und/oder Belegungsbindungen | ||
|---|---|---|---|---|
| Wohnungen | Wohnungen | Veränd. zu Vorjahr (%) | Anteil am Bestand (%) | |
| 2020 | 969.207 | 174.354 | 0,1 | 18,0 |
| 2021 | 1.036.707 | 168.826 | -3,2 | 16,3 |
| 2022 | 1.075.839 | 174.147 | 3,2 | 16,2 |
| 2023 | 1.151.619 | 178.243 | 2,4 | 15,5 |
| 2024 | 1.143.742 | 179.627 | 0,1 | 15,7 |
| 2025 | 1.173.762 | 178.495 | 0,1 | 15,2 |
Die hohen Investitionssummen der VdW-Mitglieder in den vergangenen Jahre in Neubau und Bestand schlagen sich auch in den dadurch notwendig gewordenen Mieten nieder. Die Durchschnittsnettokaltmiete der VdW-Mitglieder in Nordrhein-Westfalen lagt im Jahr 2025 bei, 6,82 Euro pro Quadratmeter, also 37 Cent über dem Vorjahr. Sie lag damit aber noch noch immer unter dem Landesdurchschnitt von 7,15 Euro pro Quadratmeter (Fortschreibung des Mikrozensus 2022 mit dem Nettokaltmietenindex des Statistischen Landesamts NRW).
Mietpreisentwicklung
| Jahr | Miete insgesamt | Davon: | ||
|---|---|---|---|---|
| Nettokaltmiete | Nebenkosten | Heizkosten | ||
| 2020 | 8,56 | 5,83 | 1,78 | 0,95 |
| 2021 | 8,79 | 5,93 | 1,92 | 0,94 |
| 2022 | 9,42 | 6,13 | 2,01 | 1,28 |
| 2023 | 9,78 | 6,27 | 2,09 | 1,42 |
| 2024 | 10.11 | 6,45 | 2,13 | 1,53 |
| 2025 | 10,71 | 6,82 | 2,33 | 1,56 |
Der gesamte Wohnungsleerstand (Modernisierung, Abriss, Mieterwechsel, Vermietungsschwierigkeiten, sonstige Gründe) ist weiterhin auf niedrigem Niveau. Ein geringer Leerstand erschwert jedoch umfassende Modernisierungen des Bestands, weil den Bewohnerinnen und Bewohnern für die Sanierungszeit kaum Ausweichquartiere angeboten werden können.
Leerstandsquote
| Jahr | Leerstandsquote insgesamt | Leerstandsquote wegen Vermietungsschwierigkeiten |
|---|---|---|
| in Prozent | in Prozent | |
| 2020 | 2,35 | 0,19 |
| 2021 | 2,56 | 0,15 |
| 2022 | 2,13 | 0,10 |
| 2023 | 2,08 | 0,10 |
| 2024 | 2,3 | 0,3 |
| 2025 | 2,4 | 0,2 |
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