thema der Wohnungswirtschaft
N°1 – Der perfekte Sturm

Quelle: Aachener SWG
Wohnungslosigkeit

Housing First: Landesregierung veröffentlicht Umsetzungskonzept

Das Sozialministerium Nordrhein-Westfalen hat ein Umsetzungskonzept für den sogenannte Housing-First-Ansatz veröffentlicht. Es ergänzt die Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE“, richtet sich aber vor allem an Sozialträger und berührt nicht direkt die bisherige Kooperation der sozial orientierten Wohnungswirtschaft mit dem Ministerium im Kampf gegen die Wohnungslosigkeit.

Dem Housing-First-Ansatz zufolge bekommen selbst Wohnungslose, die abhängig von Drogen sind oder unter psychischen Problemen leiden, eine Wohnung vermietet. Die Verantwortung für die eigene Wohnung, so der Gedanke dahinter, stärke sie und bringe sie weiter dabei, ihre anderen Probleme im Leben zu lösen. „Housing first“ richtet sich dabei auf die recht kleine Zielgruppe Obdachloser ohne Anbindung an Hilfesysteme, die auf der Straße leben. Viele Studien zeigen den positiven Einfluss dieses Ansatzes. Bekannt geworden ist der Ansatz über seine Umsetzung in Finnland.

In der Wohnungswirtschaft wird der Ansatz eher skeptisch gesehen, es gibt allerdings auch Kooperationen, wie die der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mit dem Vringstreff in Köln. Vorbehalte hegen selbst sozial orientierte Vermieterinnen und Vermieter insbesondere deshalb, weil sie eine Belastung der Nachbarschaft und damit einhergehende Konflikte befürchten. Dass alle ehemals Wohnungslosen mit Suchtproblemen auf diese Weise ihr Leben wieder in den Griff bekommen, wird von ihnen bezweifelt. Tatsächlich sieht das Umsetzungskonzept des Landes Nordrhein-Westfalen eine nachdrücklich angebotene, flexible Wohnbegleitung vor. Außerdem wird Schadensausfallfonds zur Absicherung der Vermietenden bereitgestellt.

Anfragen könnten sich mehren

Als ein möglicher Baustein, um Wohnungen für Housing-first-Projekte bereitzustellen, werden in Broschüre Kooperationen mit Wohnungsunternehmen genannt. Es ist daher möglich, dass sich mit der Veröffentlichung entsprechende Anfragen bei Wohnungsunternehmen mehren. Der VdW Rheinland Westfalen, der seit 2019 mit dem NRW-Sozialministerium in der Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE“ zusammenarbeitet, hat bei der Erarbeitung des Konzepts die wohnungswirtschaftliche immer wieder konstruktiv eingebracht. 

Das Umsetzungskonzept kann unter https://url.nrw/umsetzungskonzept-housing-first heruntergeladen werden.

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