Holz macht Hoffnung für den Wohnungsbau
Lange galt der Holzbau, gerade von Mehrfamilienhäusern, als Spezialdisziplin. Inzwischen ist er zum Hoffnungsträger für den Wohnungsbau geworden. Das machte der 18. Europäischen Kongress „Effizientes Bauen mit Holz im urbanen Raum“ (EBH) Anfang Oktober 2025 in Köln klar. Gerade die sozial orientierte Wohnungswirtschaft setzt auf den ökologischen Baustoff, wie drei Praxisbeispiele von VdW-Mitgliedern zeigten.
Der Kongress bot eine Vielzahl an Fachpanels mit unterschiedlichen Schwerpunkten – von Architektur über Ingenieurwesen bis hin zu technischen Innovationen. Der VdW Rheinland Westfalen brachte mit seinem Beitrag die Perspektive der sozial orientierten Wohnungswirtschaft ein. Wie viel Potenzial in der Zusammenarbeit von Holzbau, Planung und Wohnungswirtschaft steckt zeigen die drei vom VdW vorgestellten Projekte:
Mit ihrem zweiten Projekt zur seriellen Sanierung setzt die Wohnungsgenossenschaft am Vorgebirgspark eG in Köln ein starkes Signal. Als eine der Pionierinnen des Energiesprong-Prinzips hat die Genossenschaft bereits beim ersten Projekt gezeigt, welches Potenzial in der seriellen Sanierung steckt. Gebäude lassen sich mit einem hohen Anteil an Vorfertigung effizient sanieren – bei laufender Bewohnung. Die Erfahrungen daraus haben Thomas Meißner, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Genossenschaft, überzeugt, den Ansatz fortzuführen und weiter zu verfeinern – nun beim zweiten Projekt mit kürzeren Bauzeiten, optimierten Abläufen und neuen Materialien.
Längst auf Augenhöhe
Auch die Vivawest liefert mit dem Projekt Bergmannsgrün in Dortmund ein Beispiel mit Modellcharakter. Durch Aufstockungen mit Holz entsteht zusätzlicher Wohnraum. Bestehende Gebäude werden intelligent weitergedacht, das Quartier mit Blick auf den Klimaschutz entwickelt. Carsten Gröning, Fachbereichsleiter Zentrale Quartiersentwicklung, berichtete von weiteren geplanten Maßnahmen: einer Kita in Holzbauweise, die mit viel Eigeninitiative der Mitarbeitenden entsteht, weiteren Neubauten, identitätsstiftender Fassadengestaltung und Orten des Zusammenkommens. Bergmannsgrün zeigt, wie Holzbau Quartiere (wieder-)beleben und zukunftgerichtete Stadtentwicklung konkret machen kann.
Zum Abschluss stellte die Wohn + Stadtbau Münster ihr Projekt im York-Quartier vor. Auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne entstehen moderne Holzhäuser Tür an Tür mit konventionellen Gebäuden. Sie müssen den Vergleich in Komfort und Qualität standhalten – und bestehen ihn Mühelos und überzeugen zusätzlich mit Atmosphäre. Christian Schulte-Sienbeck, stellvertretender Abteilungsleiter Bau, kann man als echten Holzbau-Profi beschreiben. Mit dem Projekt zeigte die Wohn + Stadtbau, dass Holz längst auf Augenhöhe mit konventionellen Baustoffen angekommen ist – Schulte-Sienbeck warb dafür, den Holzrahmenbau künftig gezielt einzusetzen.
Zum Auftakt der Veranstaltung hatte Alexander Rychter, Verbandsdirektor des VdW Rheinland Westfalen, aktuelle Daten zur Entwicklung der Wohnungswirtschaft vorgestellt. Er machte deutlich, wie sehr steigende Baukosten, ambitionierte Klimaziele und die wachsende Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum die Branche herausfordern – und dass innovative Bauweisen wie der Holzbau dabei helfen können, diesen Entwicklungen zu begegnen.
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