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N°1 – Der perfekte Sturm

Holz in Serie

Der serielle Neubau mit Holz vereint im Grunde das Beste aus zwei Welten: Die Effizienz des seriellen Bauens mit der Klimafreundlichkeit des Holzes. Angesichts der stark gestiegenen Baukosten in den letzten Jahren bietet diese Bauweise eine wirtschaftlich attraktive Lösung und ist endlich eine gute Nachricht für die sozial orientierte Wohnungswirtschaft. Der GdW-Rahmenvertrag „Serielles Bauen 2.0“ schafft dafür eine solide Grundlage und fördert den seriellen Einsatz von Holz.

Für das Bauen in Serie ist Holz ideal: Es ist leicht, stabil, lässt sich gut bearbeiten und eignet sich damit hervorragend für die Vorfertigung. In Werkshallen mit kontrollierten Umgebungsbedingungen können Holzmodule und -elemente präzise und in immer gleichbleibender Qualität gefertigt werden.  Anschließend lassen sie sich problemlos an den Montageort transportieren, wo sie dann schnell und effizient aufgebaut werden können.  Und auch bei der seriellen Sanierung kommen vorgefertigte Fassaden- oder Dachelemente mit Holz zum Einsatz.

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen hat im Februar 2024 eine neue Rahmenvereinbarung für serielles und modulares Bauen vorgestellt. Damit ist der Weg frei für eine breite Anwendung, denn die Vereinbarung bietet Wohnungsunternehmen und Genossenschaften einen direkten Zugang zu geprüften Konzepten und Anbietern.

Die Neuauflage der Vereinbarung umfasst 25 Angebote von 20 Anbietern. Zur Ermittlung der besten Lösungen wurde ein europäisches Vergabeverfahren auf Basis einer funktionalen Leistungsbeschreibung für ein Modellgebäude initiiert. Bei der Evaluierung wurden zahlreiche Faktoren berücksichtigt, darunter die städtebauliche und gestalterische Qualität, die Funktionalität und Flexibilität der Gebäude sowie die Wohnungs- und Ausstattungsqualität. Auch die technische Ausstattung und eine wirtschaftliche Haustechnik spielten eine wichtige Rolle.

Ein besonderes Augenmerk lag allerdings auf der ökologischen Qualität und der Nachhaltigkeit. Es ist daher nicht überraschend, dass neben zwölf Konzepten aus Beton und Beton-Hybriden sowie einem Stahl-Konzept insgesamt zwölf Holz- und Holz-Hybrid-Konzepte den Zuschlag erhielten.

Die Rahmenvereinbarung soll den Wohnungsbau beschleunigen

Quelle: Statistisches Bundesamt    

Schlüsselfertiges Komplettpaket

Die Rahmenvereinbarung soll den Wohnungsbau beschleunigen und gleichzeitig hohe Qualitätsstandards gewährleisten. GdW-Mitgliedsunternehmen haben die Möglichkeit, die Rahmenvereinbarung für Einzelaufträge zu nutzen. Um die Angebote auf ein konkretes Projekt abzustimmen, können sie zusätzlich Mini-Wettbewerbe zwischen den erfolgreichen Bietern durchführen und ergänzende Vereinbarungen abschließen. Jenen, die nicht dem Vergaberecht unterliegen, steht es frei, einzelne Anbieter der Vereinbarung zu kontaktieren.

Bei der Nutzung der Rahmenvereinbarung liefert der Modulhersteller schlüsselfertige Wohnungen und Häuser zum Pauschalpreis. Das beinhaltet alle Planungs-, Bau-, Koordinations- und Lieferleistungen, die notwendig sind, um das Projekt samt Außenanlagen vollständig fertigzustellen und bezugsbereit zu machen.

Die Konzepte bieten die Flexibilität, verschiedene Materialien und Systeme miteinander zu kombinieren. Dank Standardisierung profitiert man von der Effizienz der industriellen Massenproduktion und kann trotzdem individuelle architektonische Elemente – einschließlich Holz – in die Gestaltung integrieren.

Ein wesentlicher Vorteil des seriellen Holzbaus ist seine Nachhaltigkeit. Als nachwachsender Rohstoff bindet Holz CO2 und leistet damit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Die Vorfertigung reduziert zudem Abfälle und Emissionen auf der Baustelle, während die serielle Produktion den Ressourceneinsatz optimiert und den Energieverbrauch während des Bauprozesses minimiert. So wird der Holzbau nicht nur zu einer umweltfreundlichen, sondern auch zu einer schnellen Lösung für den modernen Wohnungsbau. Die serielle Bauweise hat daher das Potenzial, die Holzbauquote, die in Deutschland 2022 bei 20,4 Prozent lag, zu erhöhen.

GdW-Rahmenvereinbarung „Serielles und modulares Bauen 2.0“

Der GdW hat mit 20 Anbietern des seriellen und modularen Bauens eine Rahmenvereinbarung geschlossen. Angeboten werden flexible Konzepte des mehrgeschossigen Bauens.

Mehr Infos:
https://www.gdw.de/
seriellesbauen2-0

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