thema der Wohnungswirtschaft
N°1 – Der perfekte Sturm

Eine Frau mit rotem Blazer und Regenschirm unterhält sich mit einem Mann
Quelle: VdW Rheinland Westfalen
Auf der Baustelle

Gespräche mit Bundesbauministerin Verena Hubertz zum seriellen Sanieren und Bauen

Das serielle Bauen und das serielle Sanieren standen im Mittelpunkt von Ortsterminen der Bundesbauministerin Verena Hubertz Mitte August 2026 auf Baustellen in Trier, an denen Mitgliedsunternehmen des VdW Rheinland Westfalen beteiligt sind. VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter sprach mit Hubertz bei dieser Gelegenheit unter anderem über die Einführung des Gebäudetyps E, der das Bauen günstiger machen soll. 

Die zwei Termine fanden im Rahmen der Sommertour der Ministerin statt, sie führte sie zunächst in ein neues Viertel ind Trier-West und anschließend zur Hohenzollernstraße in der Trierer Innenstadt. In Trier-West entstehen auf einem ehemaligen Busdepot der Stadtwerke 130 neue Wohnungen, gebaut von drei Wohnungsunternehmen und der Caritas, die ein gemeinschaftliches Wohnprojekt dort umsetzt. Zu den Wohnungsunternehmen gehören die BVT Bau- und Vermietungsgenossenschaft Trier eG und die gbt Wohnungsbau und Treuhand AG. Während die BVT die Mehrfamilienhäuser konventionell errichtet, setzt die gbt auf serielle Bauweise, zum Teil mit Holzelementen. Beim seriellen Bauen werden Elemente in der Fabrik produziert und auf der Baustelle montiert.

„Hier in Trier kann man sehen, welche Potenziale es hat, wenn man das serielle Sanieren mit dem Aufstocken verbindet. So hat man dann zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“

VdW Rheinland Westfalen

Vorteile der Serialität

Verena Hubertz erkundigte sich auf der Baustelle insbesondere nach den Kosten- und Zeitvorteilen des seriellen Bauens an. gbt-Geschäftsführerin Sybille Jeschonek bestätigte beides, so seien die Häuser mehrere Monate früher bezugsfertig. Hubertz hofft darauf, mit solchen Projekten wie in Trier die Vorurteile gegenüber dem seriellen Bauen abbauen zu können. Serielles Bauen habe nichts mehr mit dem Plattenbau früherer Jahrzehnte zu tun.

Auf der zweiten Baustelle zeigte die gbt Trier die serielle Sanierung von mehreren Mehrfamilienhäusern aus den 1950er-Jahren auf energetisches Neubau-Niveau. Zugleich stockt das Wohnungsunternehmen die Gebäude auf, wodurch 19 neue Wohnungen entstehen. Im Gegensatz zum seriellen Bauen ergäben sich beim seriellen Sanieren noch keine Kostenvorteile, so die gbt. Diese ergäben sich allein durch die Förderung des Bundes. Expertinnen und Experten erwarten, dass die Technik günstiger wird, wenn mehr Projekte auf diese Art umgesetzt werden. Die Förderung des Bundes ist dafür, dies anzureizen. 

VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter ergänzte dass der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen genau zum selben Zweck einen Rahmenvertrag zum seriellen Sanieren erarbeite. Die Ausschreibung dafür ist Ende Juni 2026 erfolgt.

„Hier in Trier kann man sehen, welche Potenziale es hat, wenn man das serielle Sanieren mit dem Aufstocken verbindet. So hat man dann zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“, sagte Hubertz in Anspielung darauf, dass sich dadurch zum einen die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme erhöht und zum anderen zusätzliche Wohnungen geschaffen werden.

Bei den anschließenden Gesprächen ging es insbesondere um den so genannten Gebäudetyp E, der Abweichungen von Komfort-Standards beim Bauen einfacher ermöglichen soll. Hier fehlt auf Bundesebene noch eine rechtssichere Umsetzung im Privatrecht. Zurzeit erfolgt eine Abstimmung innerhalb der Bundesregierung. 

Quelle: VdW Rheinland Westfalen

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