thema der Wohnungswirtschaft
N°1 – Der perfekte Sturm

Sechs Männer und eine Frau stehen vor einer großen Foto-Grafik und lächeln in die Kamera
Quelle: VdW Rheinland Westfalen
Rheinland-Pfalz

Gespräch mit neuem Bauminister: Müssen wieder günstiger bauen

Einen seiner ersten Kennenlerntermine widmete der neue rheinland-pfälzsiche Bauminister Sven Teuber der sozial orientierten Wohnungswirtschaft. Vertreter von VdW Rheinland Westfalen, VdW südwest und der Arbeitsgemeinschaft rheinland-pfälzischer Wohnungsunternehmen tauschten sich am 15. Juni 2026 mit Sven Teuber und der Staatssekretärin Vanessa Fischer im neuen Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur in Mainz aus. Hauptanliegen der Verbände waren politische Instrumente zur Reduzierung von Baukosten sowie zur Verkürzung der Bearbeitungsfristen in der Wohnraumförderung.

„Wenn es uns nicht gelingt, preiswerter zu bauen, werden der Druck auf die Wohnungsmärkte und auch der politische Druck steigen“

VdW-Verbandsdirektor Alexander Rychter verwies auf die enorme Kostenentwicklung im Wohnungsbau. „Wenn es uns nicht gelingt, preiswerter zu bauen, werden der Druck auf die Wohnungsmärkte und auch der politische Druck steigen“, sagte er im Gespräch. Um die Kosten in den Griff zu bekommen, setzen die Wohnungsunternehmen und -genossenschaften inzwischen vermehrt auf serielle Verfahren im Neubau und bei der Modernisierung. Doch einen entscheidenden Hebel hat die Politik in der Hand, eine rechtssichere Regelulng so genannten Gebäudetyp E, bei dem von DIN-Standards abgewichen werden kann, wenn diese nicht sicherheitsrelevant sind. Die Verbände baten den Minister sich auf Bundesebene für eine praktikable Regelung im Zivirecht einzusetzen, damit der Gebäudetyp E in der Breite Anwendung finden kann.

Genehmigungsdauer bis zu 18 Monate

Auf Landesebene treibt die sozial orientierten Wohnungsunternehmen und -genossenschaften vor allem die langen Bearbeitungszeiten in der Wohnraumförderung um. Mit der Wohnraumförderung werden mietpreisgebundene Wohnungen geschaffen. Bis zu 18 Monate kann es Berichten zufolge dauern, bis ein Antrag auf bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz genehmigt wird. Das Problem ist in der Landesregierung bekannt, im Koalitionsvertrag wurde die Digitalisierung des Antragprozesses vereinbart. Bei dem Termin mit Sven Teuber und Vanessa Fischer zeigt die Wohnungswirtschaft auf die Dringlichkeit des Problems auf. Mit jeder verstreichenden Woche stiegen die Baukosten des Projekts, was letztendlich ein Bauprojekt mit gedeckelten Mieten auch scheitern lassen könne.

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