Genossenschaften bauen eine bessere Welt
„Cooperatives build a better world“: Mit diesem Leitsatz rufen die Vereinten Nationen das Jahr 2025 zum zweiten Internationalen Jahr der Genossenschaften aus. UN-Generalsekretär António Guterres hebt damit die Rolle hervor, die Genossenschaften weltweit für eine nachhaltige, gerechte und widerstandsfähige Zukunft spielen.
In Zeiten globaler Unsicherheit erinnern Genossenschaften daran, dass Fortschritt demokratisch, inklusiv und solidarisch gestaltet werden kann – und muss. Auch Wohnungsgenossenschaften setzten Zeichen im Internationalen Jahr – zum Beispiel auf dem Christopher Street Day.
Genossenschaften bieten rund
Rund zwölf Prozent der Weltbevölkerung sind Mitglied einer Genossenschaft, ob beispielsweise in der Landwirtschaft oder der Energieversorgung. Auch bei Banken, im Gesundheitssektor oder in der Wohnungswirtschaft.
Gemeinsam erwirtschaften Genossenschaften enorme Werte – allein die 300 umsatzstärksten Genossenschaften kommen laut World Cooperative Monitor auf einen jährlichen Umsatz von über 2,4 Billionen US-Dollar. Sie bieten rund 280 Millionen Menschen weltweit Arbeit – das entspricht
etwa zehn Prozent der globalen Erwerbsbevölkerung.
Für die Vereinten Nationen ist das Grund genug, zum zweiten Mal nach 2012 ein Internationales Jahr der Genossenschaften auszurufen: das Jahr 2025. Auch Wohnungsgenossenschaften beteiligen sich mit Aktionen am Internationalen Jahr. In Berlin, Dresden, Stuttgart, Hamburg und Köln strahlte die Marketinginitiative der Wohnungsgenossenschaften Fassaden mit Botschaften zu Nachbarschaft, Gemeinschaft und Mitbestimmung an – also zu den Werten, für die Genossenschaften stehen.
In Köln wurde die Geschäftsstelle der Wohnungsgenossenschaft Köln-Sülz angestrahlt. Bei Kölsch und kleinen Leckereien kamen zahlreiche Nachbarinnen und Nachbarn zusammen, um diese Illumination zu erleben. Es wurde geplaudert, gelacht und neue Kontakte wurden geknüpft. In Berlin veranstalteten 31 Wohnungsgenossenschaften eine Sternfahrt mit mehr als 1.000 Teilnehmenden mit Zwischenstopp am Brandenburger Tor.
Auf der Straße für genossenschaftliche Werte
In Köln fielen zudem Anfang Juli 2025 der Internationale Tag der Genossenschaften mit dem Christopher Street Day auf dasselbe Wochenende. Deshalb beteiligten sich die Kölner Wohnungsgenossenschaften an der Parade der queeren Community und machten sich auf den Straßen Kölns stark für ein offenes und tolerantes Miteinander. Nach dem Motto: Wir sind genauso bunt und vielfältig wie die Menschen, die bei uns leben.
Sichtbar wird die genossenschaftliche Idee auch mit Workshops, Stadtteildialogen und kleinen Kulturformaten in der „Rheinhauserei“. Auf dem rund 100 Quadratmeter großen Raum für Beteiligung, Begegnung und Bürgerengagement mitten in der Rheinhausener Fußgängerzone betreibt die Bauverein Rheinhausen eG niedrigschwellige Teilhabe. Denn gelebte Mitgestaltung ist fest im Selbstverständnis der Genossenschaft verankert. Das gilt auch für die Junior-Vertreterversammlung des Bauvereins. Diese gibt Jugendlichen ab 14 Jahren die Möglichkeit, demokratische Prozesse kennenzulernen und sich an ihnen zu beteiligen. In
Workshops, Planspielen und Dialogen mit Entscheidungsträgern erleben sie, was Teilhabe in einer Genossenschaft bedeutet.
Was für die Freie Scholle in Bielefeld gelebte Genossenschaft bedeutet, stellt der Vorstandsvorsitzende Kai Schwartz bei der Vortragsreihe Let’s COOP in der Haltestulle eG, einem genossenschaftlich organisierten Laden und Café, vor. Mit der zum Internationalen Jahr der Genossenschaften initiierten Vortragsreihe wollen die Bielefelder gemeinsam etwas über ihre unterschiedlichen Genossenschaften in der Stadt lernen.
Dies sind nur einige Beispiele für Aktionen einzelner Wohnungsgenossenschaften innerhalb des Internationalen Jahres.
Die Plattform des Vereins „Wohnen in Genossenschaften“
„Wohnungsgenossenschafft das“
Im Rahmen der Initiative „Genossenschaften für Malawi“ unterstützt die Entwicklungshilfeorganisation DESWOS gemeinsam mit zahlreichen Wohnungsgenossenschaften in Deutschland den Aufbau der ersten Wohnungsgenossenschaft in Malawis Hauptstadt Lilongwe. Mit dem symbolischen Staffelstab sammeln die beteiligten Genossenschaften Spenden für Wohnbau-, Bildungs- und Gesundheitsprojekte – ein gelebter Ausdruck internationaler Solidarität.
Und unter dem Slogan „Wohnungsgenossenschafft das“ hat der Verein Wohnen in Genossenschaften zum Internationalen Jahr online dargestellt, wie seine Mitglieder das nachhaltige Wohnen gestalten: Innovation, Miteinander und Zukunft sind die Themen mit denen sich die Genossenschaften selbst und auch gemeinsam beschäftigen. Der Verein möchte dadurch eine Plattform schaffen, um sich über neue Ansätze auszutauschen und sie mit einer Forschungsarbeit zu verbinden.
Von den rund 9.300 Genossenschaften in Deutschland (Stand Januar 2025) sind rund 2.000 im Wohnungsbau aktiv – damit sind Wohnungsbaugenossenschaften die am häufigsten vertretene Genossenschaftsform hierzulande. Das Internationale Jahr der Genossenschaften 2025 erinnert daran, dass genossenschaftliches Arbeiten – auch in jeder der 322 Mitgliedsgenossenschaften des VdW Rheinland Westfalen – im Zusammenhang steht mit einem weltweit getragenen Gedanken des gemeinwohlorientierten, ökologisch nachhaltigen und sozial gerechten Wirtschaftens – stets im Sinne der Mitglieder.
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