Energiesprong on Tour in Düsseldorf
Am 30. Juni machte die „Energiesprong on Tour“ der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) Halt in Düsseldorf – bei strahlendem Sonnenschein und mit über 120 Teilnehmenden aus Wohnungswirtschaft, Politik und Fachöffentlichkeit. Im Fokus standen drei Sanierungsprojekte in der NRW-Landeshauptstadt, die zeigen, wie serielles Sanieren in der Praxis gelingt.
Erster Stopp: Das Corelli-Quartier in Urdenbach
Den Auftakt bildete das Corelli-Quartier im Düsseldorfer Süden. Hier modernisiert die Rheinwohnungsbau GmbH insgesamt 16 Mehrfamilienhäuser aus den 1970er-Jahren mit rund 140 Wohneinheiten. Das Sanierungskonzept setzt auf vorgefertigte Fassadenelemente, neue Loggien mit beweglichen Verglasungen – die sich bei Bedarf in Wintergärten verwandeln –, integrierte Photovoltaikanlagen sowie ein durchdachtes Mieterstrommodell.
Die Sanierung erfolgt abschnittsweise: Während erste Bauphasen bereits abgeschlossen sind, laufen andere aktuell oder stehen kurz vor dem Start. Besonders eindrucksvoll: Vor Ort konnten die Gäste live verfolgen, wie Fassadenelemente präzise montiert wurden. Geschäftsführer Thomas Hummelsbeck machte Mut: Wohnungsunternehmen könnten mit den richtigen Partnern neue Wege gehen.
Zweiter Halt: Vorreiterrolle der DWG am Robert-Kratz-Weg
Direkt gegenüber zeigt sich, was durch serielles Sanieren bereits möglich ist. Die Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaft eG (DWG) hat hier ihr erstes Projekt dieser Art in der Stadt erfolgreich abgeschlossen: Ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus aus den 1970er-Jahren mit 18 Wohneinheiten wurde im zweiten Quartal 2024 umfassend energetisch saniert. Das Gebäude – ehemals Effizienzklasse D – erfüllt nun die Anforderungen der Klasse A.
Realisiert wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit RENOWATE, einem Joint Venture von LEG Immobilien und Rhomberg Bau. Selbst architektonisch anspruchsvolle Bauteile wie die Loggien wurden mit speziellen Element-Lösungen umgesetzt. Dass sich dieser Aufwand gelohnt hat, zeigte sich bei den sommerlichen Temperaturen während der Exkursion: Die Mieterinnen und Mieter saßen auf den Loggien, arbeiteten im Homeoffice oder genossen den Schatten.
Dritter Stopp: Die Lönssiedlung in Düsseldorf-Stockum
Der letzte Tour-Stopp führte in den Düsseldorfer Norden, nach Stockum. Dort modernisiert die bwb Beamten-Wohnungs-Baugenossenschaft eG die denkmalgeschützte Lönssiedlung aus den 1930er-Jahren – ein Ensemble aus 41 Mehrfamilienhäusern mit über 200 Wohneinheiten inmitten eines grünen Quartiers. Trotz umfassender Eingriffe bleibt der charakteristische Charme der Siedlung erhalten.
Die Umsetzung erfolgt etappenweise durch zwei Generalunternehmen – RENOWATE und Saint-Gobain pre.formance. Dabei setzt die bwb bewusst auf eine ganzheitliche Quartierslösung: Durch gezielte Dachausbauten entstehen zusätzliche Wohnungen, ohne neue Flächen zu versiegeln. Vorstand Guido Sinn betonte, dass dies nicht nur organisatorisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich tragfähiger sei. Bereits fertiggestellte Abschnitte belegen: Auch bei laufender Sanierung lässt sich hohe Wohnqualität sichern – viele Mieterinnen und Mieter genießen bereits wieder ihre Gärten.
Serielle Sanierung ist bereits Realität
Was alle drei Projekte verbindet, ist der Mut, neue Wege zu gehen. Die Tour machte deutlich: Serielle Sanierung ist heute mehr als ein technischer Ansatz. Sie steht für einen organisatorischen Wandel mit klar verteilten Verantwortlichkeiten. Sie befindet sich heute nicht mehr in der Testphase, sondern ist gelebte Praxis und eine attraktive Option für die Wohnungswirtschaft.
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