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N°1 – Der perfekte Sturm

Baustelle eines Mehrfamilienhaus-Neubaus
Quelle: VdW Rheinland Westfalen
Statistik

Baumaterialien verteuern sich enorm

Die Sperrung der Straße von Hormus führt zu einer starken Verteuerung von Baumaterialien. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sind insbesondere im Mai 2026 zahlreiche Baustoffe im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich teurer geworden. Nach Angaben der Behörde zeigen sich die stärksten Preissteigerungen vor allem bei solchen Materialien, deren Herstellung besonders energieintensiv ist oder die auf Erdöl basieren. So verteuerte sich Bitumen – ein wichtiger Baustoff etwa für die Abdichtung von Gebäuden – im Mai 2026 um 31,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Darstellung

Auch andere energieintensive Produkte legten deutlich zu. Flachglas, das unter anderem für Fenster und Fassaden verwendet wird, verteuerte sich um 15,4 Prozent. Diese Entwicklung unterstreicht die besondere Bedeutung von Energie- und Rohstoffkosten für die Preisentwicklung im Bausektor.

Neben energieintensiven Materialien waren auch Holzprodukte erheblich teurer als ein Jahr zuvor. Die Preise für Dachlatten stiegen um 11,8 Prozent, für Bauschnittholz um 11,4 Prozent und für Konstruktionsvollholz um 7,5 Prozent. Damit setzt sich ein Trend fort, bei dem Holz wieder stärker anzieht, nachdem es in früheren Jahren zwischenzeitlich Preisrückgänge gegeben hatte.

Auch Metalle, die ebenfalls unter hohem Energieeinsatz produziert werden, verteuerten sich insgesamt um 11,1 Prozent. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei kaltgewalzten Blechen mit plus 9,9 Prozent aus. Betonstahl verteuerte sich ebenfalls, wenn auch moderater. Einzelne Produkte entwickelten sich jedoch gegenläufig: So verbilligten sich etwa Stabstahl leicht um 0,3 Prozent sowie Weißblech um 1,1 Prozent.

Langfristige Entwicklung

Bei weiteren Baustoffgruppen zeigt sich ein differenziertes Bild. Kunststoffbasierte Baubedarfsartikel wie Fenster- und Türverkleidungen verteuerten sich um 3,5 Prozent, während Sanitärprodukte wie Badewannen und Duschen um 3,2 Prozent zulegten. Mineralische Baustoffe entwickelten sich moderater: Kalk und gebrannter Gips stiegen um 4,3 Prozent, Bausand um 3,1 Prozent und Frischbeton um 2,5 Prozent. Dagegen erhöhten sich die Preise für Dachziegel und Zement nur geringfügig.

Insgesamt lag der Anstieg bei Baumaterialien damit deutlich über der allgemeinen Entwicklung der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte, die im gleichen Zeitraum lediglich um 2,2 Prozent zunahmen.

Die Statistik zeigt zudem, dass die aktuellen Preissteigerungen Teil einer längerfristigen Entwicklung sind. Bereits im Jahr 2025 lagen die Preise für nahezu alle Baumaterialien – mit Ausnahme von Holz – deutlich über dem Niveau von 2021, also vor der Energiekrise in Folge des Ukrainekriegs. Besonders stark verteuerten sich seitdem mineralische Baustoffe wie Kalk und Gips (+77,3 Prozent) sowie Zement (+57,7 Prozent).

Auch andere Materialien und Produkte rund um den Bau legten im Vergleichszeitraum kräftig zu. Dazu zählen unter anderem Dachziegel, Fliesen sowie verschiedene Kunststoffprodukte und Ausstattungsmaterialien im Innenausbau. Selbst Bereiche wie Farben, Tapeten oder Bodenbeläge verzeichneten zweistellige Preiszuwächse.

Die anhaltend hohen Baukosten haben laut Statistischem Bundesamt bereits spürbare Auswirkungen: Sie zählen zu den Gründen dafür, dass zuletzt weniger Wohnungen gebaut wurden.

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