Abwasser als Schlüssel zur klimafreundlichen Wärmeversorgung
Ein bedeutender Schritt für die Zukunft der klimaneutralen Wärmeversorgung in Nordrhein-Westfalen: Heute, am 11. Oktober 2024, haben Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Energieversorgung, Wasserwirtschaft, Kanalbetrieben und der Wohnungswirtschaft – darunter auch Alexander Rychter, Direktor des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen – die gemeinsame Grundsatzerklärung zur Nutzbarmachung von Abwasserwärme unterzeichnet. Dieses Vorhaben setzt darauf, Abwasser als bislang ungenutzte, klimafreundliche Wärmequelle zu erschließen und in die Wärmewende des Landes zu integrieren.
Ein innovativer Ansatz für nachhaltige Wärme
Abwasser, das täglich beim Duschen, Spülen oder Waschen in die Kanalisation fließt, trägt ungenutzte Wärme in sich. Diese Restwärme, die konstanten Temperaturen von 10 bis 20 Grad aufweist, kann durch den Einsatz von Wärmetauschern und Wärmepumpen effizient extrahiert und zur Beheizung von Gebäuden genutzt werden. Gerade in dicht besiedelten Regionen wie Nordrhein-Westfalen, wo sowohl viel Abwasser anfällt als auch hoher Wärmebedarf besteht, bietet diese Technologie enormes Potenzial.
800 Projekte für eine klimafreundliche Zukunft
Bis 2045 soll der Wärmebedarf von rund 200.000 Haushalten aus Abwasser gedeckt werden. Um das ambitionierte Ziel von 4 Terawattstunden (TWh) Abwasserwärme bis 2045 zu erreichen, sind nach aktuellen Schätzungen des Landes etwa 800 Projekte notwendig – 100 davon in Kläranlagen, 700 in Abwasserkanälen. Bis 2030 soll bereits 1 TWh an Wärme gewonnen werden. Das entspricht einer nachhaltigen Wärmeversorgung für viele tausend Wohnungen.
Mit der Gründung von zwei Arbeitsgruppen – eine fokussiert auf Abwasserkanäle, die andere auf Kläranlagen – werden konkrete Schritte erarbeitet, um schnell in die Umsetzung zu kommen. NRW.Energy4Climate, die Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz, leitet diese Koordination und bringt die Expertise der verschiedenen Akteure zusammen.
Vorteile für die Wohnungswirtschaft und die Umwelt
„Statt Wasser einfach nur im Kanalnetz abzuleiten, es also im Grunde wie Abfall zu behandeln, kann man es auffangen und nutzen – und so als wertvollen Funktionsträger für die Wärmewende im Gebäudesektor nutzen“, so Alexander Rychter, VdW-Verbandsdirektor. Die Nutzung von Abwasserwärme trägt nicht nur zur Reduzierung von Energiekosten und CO₂-Emissionen bei, sondern ermöglicht es, Wohnungen zukunftssicher und ökologisch zu beheizen. Für Vermieter und Mieter eröffnet dies die Möglichkeit, langfristig von stabilen und erschwinglichen Energiepreisen zu profitieren. Die heutige Unterzeichnung ist ein starkes Signal dafür, dass die Wärmewende in Nordrhein-Westfalen mit neuen, innovativen Ansätzen vorangetrieben wird.
Mehr Informationen zur Nutzung von Abwasserwärme unter: https://www.energy4climate.nrw/waerme-gebaeude/erneuerbare-waerme/abwasserwaerme
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Abwasser als Schlüssel zur klimafreundlichen Wärmeversorgung
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Zwischenüberschrift
Seit Anfang 2022 laufen die Planungen, wie die künftige Bebauung aussehen soll. Auch die Kölner Bürgerinnen und Bürger konnten sich im Rahmen des öffentlichen Beteiligungsverfahrens aktiv einbringen. Im März 2022 startete dann ein sogenanntes Qualifizierungsverfahrungen – ein städtebaulicher Wettbewerb, bei dem die teilnehmenden Architekturbüros unterschiedliche Entwürfe für das Plangebiet erstellten. Nun hat ein Gremium, das sich aus Vertretern von VIVAWEST, Verwaltung und Politik sowie aus Experten für Städtebaubau, Hochplanung und Landschaftsplanung zusammensetzt, den Siegerentwurf ausgewählt.
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Max Mustermann
„Wir gratulieren den drei Gewinnern herzlich und freuen uns auf die Zusammenarbeit in den kommenden Jahren. Das Konzept hat uns und das Beurteilungsgremium überzeugt, da es sich gut in das Stadtbild einfügt und die Schaffung von modernem, nachhaltigem und grünem Wohnraum ermöglicht“, erklärte Carsten Jasper, Bereichsleiter Grundstücksentwicklung von VIVAWEST. „Als Übergang zum Parkgelände ist das Grundstück durch einen dichten Baumbestand geprägt und stellt bei der Bebauung viele Herausforderungen dar. Die innovativen Gebäude- und Quartierspläne des Siegerentwurfs ermöglichen es uns, nicht nur die ohnehin geschützten Naturdenkmäler, sondern viele weitere Bäume gezielt in das Quartier zu integrieren und so den Umwelt- und Naturschutz mit attraktivem Wohnraum direkt am Rhein zu kombinieren“, führte Jasper weiter aus.
Auf dem Areal südlich des Krankenhauses Porz plant VIVAWEST gemeinsam mit den beteiligten Projektpartnern den Neubau von zwei Gebäudekomplexen mit über 100 Wohnungen. 30 Prozent des entstehenden Wohnraums werden, wie im Kooperativen Baulandmodell Köln vorgesehen, öffentlich gefördert. Die Quartiersentwicklung sieht zudem eine Tiefgarage, ein Quartiersplatz für die künftigen Mieter und eine Energieversorgung aus regenerativen Quellen vor. Das Bebauungsplanverfahren ist bereits angelaufen und wird in den kommenden Jahren fortgesetzt.
Infobox
2. Überschrift
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Stadt, Land, Wohnen
Die wesentliche Aufgabe der sozial orientierten Wohnungswirtschaft ist schnell formuliert: Gutes und bezahlbares Wohnen sichern. Doch wie sie gelöst wird, hängt von den Marktbedingungen vor Ort, dem Mitwirken der Städte und Gemeinden ab. Gleichzeitig erfüllen die Wohnungsunternehmen und -genossenschaften noch weit mehr Aufgaben im Interesse der Allgemeinheit. Nehmen wir Köln. Prognosen von IT.NRW zufolge wird die Stadt im Jahr 2050 fünf Prozent mehr Einwohner haben als 2021. Wenn sie denn eine Wohnung finden. Denn der Druck auf den Wohnungsmarkt ist schon jetzt immens, die Interessentenlisten für eine Wohnung sind lang. Die durchschnittliche Miete liegt in der Domstadt laut NRW.BANK bei 13,27 Euro pro Quadratmeter. Im Hochsauerlandkreis sieht es anders aus: Wenn die Vorhersage eintrifft, wohnen hier im Jahr 2050 11,4 Prozent weniger Menschen als 2021. Jede dritte Person in dem Landkreis wird dann laut IT.NRW älter als 65 Jahre alt sein. In Köln ist es zu dem Zeitpunkt nur ungefähr jede fünfte. Die Aufgabe, gutes und bezahlbares Wohnen bereitzustellen, hat in beiden Kommunen gänzlich andere Vorzeichen. Während es in Köln darum geht, möglichst viele bezahlbare Wohnungen zu schaffen und zu erhalten, müssen im Hochsauerlandkreis die Barrieren in vorhandenen Wohnungen abgebaut werden, damit die ältere Bevölkerung weiter in ihrem angestammten Umfeld wohnen kann. Aber auch das zu Preisen, die sich auch weniger wohlhabende Rentnerinnen und Rentner leisten können. Dabei haben die Kommunen selbst den Schlüssel dazu in der Hand, ob sozial orientierte Wohnungsunternehmen und -genossenschaften bezahlbares Wohnen schaffen und erhalten können. Im Vorfeld der kürzlichen Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen im September dieses Jahres hat der VdW Rheinland Westfalen in Positionspapieren aufgezeigt, welche Instrumente die Kommunalpolitik nutzen kann, um bezahlbares Wohnen zu ermöglichen. So sollten sie etwa bei ihren baurechtlichen Vorgaben darauf achten, dass günstige Mieten noch im
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