thema der Wohnungswirtschaft
N°1 – Der perfekte Sturm

Aus den Un­ter­neh­men

In dem Handeln der Wohnungs­unternehmen und -genossen­schaften des VdW Rheinland Westfalen zeigt sich die ganze Vielfalt der sozial orientierten Wohnungswirtschaft. Vor Ort zeigt sich, wie sie das Leben der Menschen beeinflusst.
Quelle: Thomas Mayer

VdW-Mitglieder gewinnen Preise bei polisAward 2026

Die Spar- und Bauverein eG Dortmund, DIE EHRENFELDER Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft eG und die DWG Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaft eG haben Preise beim polisAward 2026 gewonnen, mit dem in verschiedenen Kategorien herausragende Stadtentwicklungsprojekte geehrt werden. Die Preise wurden im Rahmen der Messe Polis in Düsseldorf vergeben. In der Kategorie "Urbanes Flächenrecycling" bekam die Spar- und Bauverein eG Dortmund den Preis für die Umnutzung eines alten Schulgebäudes aus den 1950er-Jahren an der Adlerstraße in Dortmund. : In den Schulräumen entstanden laut Jury-Entscheidung unterschiedliche Wohnungstypen: 3-Zimmer-Wohnungen in Klassenräumen, Clusterwohnungen in Verwaltungs- und Fachräumen sowie Mikroapartments in Sanitärräumen. Der große Schulhof ist nun Freiraum. Die Herausforderung des Umbaus sei es gewesen, einen Ausgleich zwischen alt und neu herzustellen. Die Großzügigkeit und die lichte Atmosphäre sollten erhalten bleiben und gleichzeitig eine hohe Wohnqualität und Nachhaltigkeit entstehen. Ziel des Projekts sei es zudem gewesen, die gute Nachbarschaft im Haus – das gemeinschaftliche Wohnen – mit Mitteln der Architektur zu fördern.

Quelle: Claudia Dreyße

Bauherrenpreis 2026: Fünf VdW-Mitglieder nominiert

Hohe Qualität zu tragbaren Kosten: Seit nunmehr 40 Jahren zeichnet der Deutsche Bauherrenpreis hervorragende Bauprojekte aus. In diesem Jahr befinden sich fünf Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften des VdW Rheinland Westfalen unter den 30 Nominierten, die in einem zweistufigen Verfahren von einer aus verschiedenen Fachrichtungen zusammengesetzten Jury ausgewählt worden sind. Zu den Nominierten aus den Reihen des VdW Rheinland Westfalen gehören die Spar- und Bauverein eG Dortmund, die DIE EHRENFELDER Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft eG, die Wohnungsgenossenschaft Köln-Sülz eG, die SWB-Service-Wohnungsvermietungs- und baugesellschaft mbH und die Wohnungsverein Rheine eG. An der diesjährigen Auslobung hatten sich deutschlandweit 176 Wohnungsbauprojekte beteiligt, die zwischen 2022 und 2025 fertiggestellt wurden. Der Deutsche Bauherrenpreis ist als wichtigster Preis im Bereich des Wohnungsbaus in Deutschland bekannt. Er wurde von der Arbeitsgruppe KOOPERATION, bestehend aus dem Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW, dem Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA und dem Deutschen Städtetag ausgelobt und wird vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen bdla unterstützt.

Auszeichnung für die Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord eG: Die Vorstände Juan-Carlos Pulido (3.v.l.) und Andreas Dargegen (4. v. l.) nehmen die Urkunden entgegen.

Nichtwohngebäude der Wohnungswirtschaft ausgezeichnet

Auch wenn es mal nicht ums Wohnen geht, strengt sich die sozial orientierte Wohnungswirtschaft beim Klimaschutz an. Und das wurde am 22. April 2026 von der NRW-Landesgesellschaft Energy4Climate honoriert. Ein Verwaltungsgebäude und eine Kita wurden als „Energieeffiziente Nichtwohngebäude in NRW“ ausgezeichnet, weil sie energetisch ambitioniert und dabei wirtschaftlich praktikabel gebaut worden sind. So setzte die Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord eG beim Neubau ihres vierstöckigen Verwaltungsgebäudes auf Wärme aus einem Eisspeicher. Eine 80 Kilowatt Peak PV-Anlage deckt jahreszeitabhängig einen Großteil des Strombedarfs. Das energetische Gesamtkonzept löst zwei Herausforderungen gleichzeitig: klimafreundliches Heizen im Winter und zunehmend notwendige Kühlung im Sommer. Außerdem wurde die Kita im Herkenweg in Rheinhausen ausgezeichnet, die von der GEBAG 2024 eröffnet wurde. Mit einem Modulbau in Stahl-Holz-Hybridbauweise im anspruchsvollen KfW-40-Standard wurden mehr als 76 Tonnen Kohlendioxid eingespart.

Quelle: Energy4Climate

VdW-Mitglied bei Wärmepumpen-Challenge ausgezeichnet

Die Wohnungsgesellschaft Werdohl hat die "WärmepumpenChallenge.NRW" gewonnen, welche die Klimaschutzagentur "Energy4Climate" vergangenes Jahr ausgelobt hatte, um standardisierbare Wärmepumpenlösungen im Mehrfamilienhausbestand sichtbar machen und so einen Impuls für die Wärmewende setzen. Eine der drei Auszeichnungen ging nun an das VdW-Mitglied, das alle seine Mehrfamilienhäuser mit 1.447 Wohnungen auf klimaneutrales Heizen umstellt. Das Unternehmen hat dabei eine standardisierte Lösung erarbeitet: Luft-Wärmepumpen werden mit energetischen Sanierungen kombiniert und um Bausteine wie Photovoltaik, ein Heizungsmonitoring und ein Kommunikationskonzept für Bewohnerinnen und Bewohner ergänzt. Bis 2035 möchte das Unternehmen nahezu klimaneutral sein. Geschäftsführer Ingo Wöste erklärt das Vorgehen auf der Webseite von Energy4Climate: "Im Jahr 2030 sollen im Rahmen unserer Wärmepumpenoffensive in allen schon vorher energetisch sanierten Häusern die Gaszentralheizungen gegen neue Luftwärmepumpenanlagen getauscht werden. Weiterhin ist bis zum Jahr 2034 geplant, alle Bestandshäuser bis auf einige nicht dauerhaft erhaltungswürdige Gebäude energetisch komplett zu sanieren und neue Luftwärmepumpenanlagen einzubauen. Gerade beim Austausch des fossilen gegen den erneuerbaren Heizträger sind die Verfahrensschritte in der Regel immer identisch und wurden von uns standardisiert."

Quelle: WSG

Wo Barrierefreiheit nur 160.000 mehr kostete

Der WSG Wohnungs- und Siedlungs-GmbH aus Düsseldorf ist mit dem Glockenspitz in Krefeld ein Vorzeigeprojekt der Inklusion gelungen, wofür sie 2022 den Bundesteilhabepreis gewonnen hat. Grundlage war barrierefreies Bauen, das gar nicht mal so teuer war, wie WSG-Geschäftsführer Hans-Jörg Schmidt vorrechnet. Der Glockenspitz ist eine vierspurige Einfallstraße in die Krefelder Innenstadt, die am alten Grotenburg-Fußballstadion des KFC Uerdingen vorbeiführt. Zahllose Autos rauschen vorbei. Hier befanden sich noch 90 Wohnungen der WSG Wohnungs- und Siedlungs-GmbH aus den 1950er-Jahren, die nicht mehr zeitgemäß waren. Die WSG, die zu 60 Prozent dem VdK Sozialverband Nordrhein-Westfalen und zu 40 Prozent der VBW Bochum gehört, entschied sich dafür, das Wohnquartier komplett inklusiv zu überplanen. In einem mehrstufigen Entwicklungsverfahren wurde ein modernes und barrierefreies Wohnquartier mit insgesamt sechs Mehrfamilienhäusern errichtet, mit Wohnraum für Singles und Paare, kinderreiche Familien, Menschen mit eingeschränkter Mobilität und moderne Lebensgemeinschaften.

Bilderquelle: Hagen eG

Betreutes Wohnen nach Modernisierung

Mit einer umfassenden Modernisierung hat die Wohnungsverein Hagen eG 48 barrierearme Wohnungen geschaffen, die heute für betreutes Wohnen genutzt werden. Das Projekt wurde dafür mit dem Qualitätssiegel Betreutes Wohnen ausgezeichnet. Betreute Wohnformen sind nicht nur in Neubauten umsetzbar. Das beweist die Wohnungsverein Hagen eG an der Knüwenstraße in Hagen. Von 2021 bis 2023 hat die Wohnungsgenossenschaft die Gebäude einer Wohnanlage aus den 1970er-Jahren an die heutigen Anforderungen der Barrierefreiheit, Energieeffizienz und Sicherheit angepasst, ohne dass die Gebäude ihren vertrauten Charakter verloren. Neben schwellenlosen Zugängen und rollstuhlgerechten Bädern wurden Aufzüge nachgerüstet, Türen verbreitert und Beleuchtungssysteme verbessert. Gleichzeitig wurde die Gebäudehülle energetisch ertüchtigt, um sowohl den Klimazielen als auch dem Anspruch der Mieterinnen und Mieter an moderne Standards gerecht zu werden. Ziel des Betreutes-Wohnen-Projekts war es, älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen – verbunden mit der Sicherheit, bei Bedarf auf Unterstützung zugreifen zu können.

Gemeinsam gegen Wohnungslosigkeit: NRW zeigt, wie es geht

Die Zahlen zur Wohnungslosigkeit werden seit Jahren immer schlechter – in ihrer aktuellsten Hochrechnung geht die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) von knapp über 1 Million Menschen aus, die im Jahr 2024 in Deutschland wohnungslos waren. Doch in Nordrhein-Westfalen bleibt diese Entwicklung nicht unbeantwortet. Wie engagiert die Wohnungswirtschaft handelt, zeigt eine neue bundesweite Broschüre, in der mehrere Projekte aus NRW Vorbildcharakter haben. Seit 2019 ist der VdW Rheinland Westfalen Teil der NRW-Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit „Endlich ein ZUHAUSE“ – und kann seitdem kontinuierlich positive Ergebnisse in Bezug auf präventiv verhinderte Wohnungsverluste sowie in der Vermittlung von wohnungslosen Menschen in passenden Wohnraum vorweisen. Aber gerade durch dieses vielfältige Engagement der VdW-Mitglieder wird deutlich, wie komplex das Thema Wohnungslosigkeit ist und wie viele gesellschaftliche Entwicklungen – wie etwa der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, die Zunahme psychischer Erkrankungen und die Flucht aus Kriegsgebieten – bei dieser gravierenden Form von Armut zusammenwirken.

Quelle: DWG

Dank DWG geht es in Lörick voran

Auf einem ehemaligen Gelände eines Autohauses entstehen 100 bezahlbare Genossenschaftswohnungen, 50 Prozent davon öffentlich gefördert. Nachdem der bisherige Investor insolvent gegangen ist, führt nun die Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaft (DWG) das Projekt an der Hansaallee 242 weiter. Der entsprechende Kaufvertrag ist unterschrieben. Bis 2016 befand sich auf dem Gelände das Autohaus Moll, ein Projektentwickler hatte das Grundstück erworben, um dort Wohnungen zu errichten und das Autohaus bis auf Teile der Bodenplatte und wenige Keller das Autohaus bereits abgerissen. Inzwischen ist der Projektentwickler insolvent gegangen. Die DWG sorgt nun dafür, dass trotzdem die dringend benötigten Wohnungen entstehen. Und zwar bezahlbare. Die DWG hatte sich bereits vor einiger Zeit mit dem Grundstück beschäftigt und hatte rund die Hälfte der geplanten Wohnungen von dem Projektentwickler gekauft. Nach dessen Insolvenz hat die DWG das etwa 6.000 Quadratmeter große Grundstück im linksrheinischen Stadtteil Lörick nun gekauft.